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27.11.2020

Dresdner Großprojekt: Arnecke-Mandantin Gerchgroup sichert Finanzierung für Blüherpark-Quartier

Startschuss für die Dresdner „Quartiere am Blüherpark“: Die Projektfinanzierung für das milliardenschwere Investitionsvorhaben der Gerchgroup steht. Während die primäre Finanzierung durch die Helaba gewährleistet wird, stellt Collineo Asset Management noch Mezzanine-Kapital bereit, um beispielsweise die Grundstücksankaufsfinanzierung zu unterlegen.

Nadejda Kysel

Nadejda Kysel

Die Gerchgroup hatte im vergangenen Jahr in Dresden ein rund 100.000 Quadratmeter großes Areal nahe der Semper Oper, dem Zwinger und der Frauenkirche gekauft. Sie plant dort ein neues Quartier, das neben zahlreichen Wohnungen auch Einzelhandels- und Büroflächen und Schulen umfasst.

Das große Areal teilt sich auf in vier Projektteile mit verschiedenen Teilbauabschnitten, die sich noch in sehr unterschiedlichem Planungsstand befinden, was die Verhandlungen zur Finanzierungsstruktur auch maßgeblich mitgeprägt haben dürfte.

Während das Planungsrecht für ein Baufeld schon geregelt ist, werden die Bebauungspläne für die anderen Baufelder derzeit mit der Stadt geklärt. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die sogenannten Sachbereiche Blüherpark und Bürgerwiese als Kulturdenkmäler gemäß dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz eingestuft sind. Auch das wird in der mehrstufigen, komplexen Senior-Mezzanine-Struktur abgebildet.

Die Landesbank Hessen Thuringen – kurz Helaba – stellte den Großteil der notwendigen Mittel über eine Darlehensstruktur. Der Dortmunder Finanzdienstleister Collineo setzt über das Mezzanine-Kapital auf eine Mischform von Fremd- und Eigenkapital. Das gesamte Investitionsvolumen für das Areal beläuft sich nach Aussage der Gerchgroup auf rund 1 Milliarde Euro. Der Baubeginn ist für 2022 vorgesehen.

Jens Wiesner

Jens Wiesner

Berater Gerchgroup
Arnecke Sibeth Dabelstein (Frankfurt): Dr. Nadejda Kysel (Federführung; Finanzrecht), Dr. Wolfgang Scholl (Corporate/Finanzrecht), Mark Riebau (Corporate), Rebecca Schulz; Associate: Anik Müller (beide Corporate/Finanzrecht)

Berater Helaba
Taylor Wessing (Hamburg): Dr. Jens Wiesner (Federführung), Hauke Bornschein; Associate: Simon Dotterweich (alle Finanzrecht)
Inhouse Recht (Frankfurt): Cem Arsiray, Christiane Elsässer (beide Immobilienfinanzierung) − aus dem Markt bekannt

Torsten Pokropp

Torsten Pokropp

Berater Collineo
DLA Piper (Frankfurt): Dr. Torsten Pokropp, Eike Neugebauer (beide Finanzrecht), Dr. Martin Haller (Immobilienrecht; München); Associates: Kais Torchani (Finanzrecht), Manuel Indlekofer, Lilian Gutkin (beide Immobilienrecht; beide München)

Hintergrund: Die Gerchgroup ist eine langjährige Mandantin von Arnecke Sibeth im Corporate-Geschäft und für Share-Deals. Doch auch bei Finanzierungen greift die Immobilieninvestorin nun auf die Kanzlei zurück, seitdem diese sich mit Partnerin Kysel verstärkt hat. Sie war 2017 von Noerr in die Frankfurter Corporate-Finance-Praxis von Arnecke gewechselt und verhandelte beispielsweise auch schon die Akquisitionsfinanzierung für das Stadtquartierprojekt Laurenz Carré in Köln.

Beim Ankauf des Dresdner Areals hatte die Gerchgroup Rotthege Wassermann an der Seite. Die Federführung hatte Partner Dr. Lars Kölling übernommen, der regelmäßig die Asset-Deals für sie verhandelt.

Taylor Wessing war schon früher für die Landesbank Helaba tätig und setzte sich nun mit einem Team um Partner Wiesner in einem Pitch durch.

Die Mandatsbeziehung zwischen dem Asset-Manager Collineo und DLA Piper kam vor rund zwei Jahren über einen Kontakt des Counsel Neugebauer zustande. Dieser sorgte neben dem federführenden Partner Pokopp dafür, die Mezzanine-Finanzierung, die Collineo über eine von ihr gemanagte Gesellschaft bereitstellt, auszuhandeln.

Als Collineo im vergangenen Jahr finanzielle Mittel für T3, einen der vier Türme im Frankfurter Hochhausprojekt ‚The Four‘, bereitstellte, hatte CMS Hasche Sigle das Mandat erhalten. Die Helaba, die dort das Objekt T1 finanziert, hatte wiederum DLA beauftragt. (Sonja Behrens)

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