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25.11.2020

Fokussiert: VW kauft mit Dentons Kamerasoftware-Sparte von Linklaters-Mandantin Hella

Die Volkswagen-Softwareeinheit Car.Software Org übernimmt das Frontkamera-Geschäft des Autozmobilzulieferers Hella. Konkrete Angaben zum Kaufpreis machten beide Unternehmen nicht, jedoch erwartet Hella nach eigenen Angaben durch den Verkauf von Teilen der Tochterfirma Hella Aglaia Mobile Vision einen außerordentlichen Ertrag in Höhe von rund 100 Millionen Euro.

Thomas Schubert

Thomas Schubert

Hella ist auf die Herstellung innovativer Lichtsysteme und Fahrzeugelektronik spezialisiert. Das börsennotierte Familienunternehmen mit Sitz in Lippstadt beschäftigt weltweit 36.000 Mitarbeiter und ist mit mehr als 125 Standorten in rund 35 Ländern präsent. Der Umsatz lag im Geschäftsjahr 2019/2020 bei 5,8 Milliarden Euro.

Das Geschäft mit Frontkamera-Software ist in die 100-prozentige Tochter Hella Aglaia ausgegliedert. Im Zuge des Verkaufs soll die Hälfte der bislang bei Hella Aglaia beschäftigten Mitarbeiter zur Car.Software Org wechseln – insgesamt 200 Personen.
Der Deal bedarf der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden und soll voraussichtlich Anfang des Jahres 2021 zum Abschluss kommen.

Der VW-Konzern bündelt in der Tochtergesellschaft Car.Software Org seine Software-Kompetenzen. Die Sparte entwickelt Fahrassistenzsysteme für alle VW-Marken. Mit der Übernahme von Teilen der Hella Aglaia will VW seine Kompetenzen in der Bildverarbeitung ausbauen und die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen für alle Konzernmarken weiter vorantreiben. Entsprechende Software spielt insbesondere bei der Entwicklung autonom fahrender Autos eine wichtige Rolle. 

Berater Volkswagen
Dentons (Berlin): Thomas Schubert (Federführung), Dr. Christof Kautzsch (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Stefan Dittmer (Gewerblicher Rechtsschutz), Dr. Florian Wiesner (Kartellrecht), Dr. Sascha Grosjean (Arbeitsrecht), Dr. Dominik Thomer (Steuern; alle drei Düsseldorf), Philipp Becker; Associates: Max Purnhagen, David Hauser (alle Corporate/M&A), Jana Semrau-Brandt (Technologierecht; alle Berlin) Dr. Arne Karsten (Kartellrecht), Dr. Lukas Jäger, Josef Tahmaz (beide Arbeitsrecht; alle Düsseldorf) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Wolfsburg): Nils Adams (Legal Counsel)

Jochen Laufersweiler

Jochen Laufersweiler

Berater Hella
Linklaters (Frankfurt): Dr. Jochen Laufersweiler (Federführung), Andreas Müller (beide Corporate/M&A), Dr. Michael Leicht (Telekommunikationsrecht), Dr. Julia Schönbohm (IP/Konfliktlösung), Andreas Schaflitzl (Steuerrecht), Dr. Bernd Meyring (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Peter Gumnior, Caroline Roggenbuck (beide Arbeitsrecht), Atif Bhatti, Dr. Natalia Dobrosz (beide IP/Konfliktlösung), Dr. Julia Rupp, Johannes Thieme (beide Corporate/M&A; alle Frankfurt), Lavinia Mukomilow (Kartellrecht; Düsseldorf)
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Prof. Dr. Christoph H. Seibt; Associate: Dr. Arne Krawinkel (beide Gesellschaftsrecht/Bank- und Finanzrecht)
Inhouse Recht (Lippstadt): Nadja Hanuschkiewitz (General Counsel EMEA), Dr. Lisa Flerlage (Head of Legal & Patents; Berlin)

Hintergrund: Dentons hat VW schon mehrfach in verschiedenen Rechtsgebieten beraten; zum Beispiel stand der Berliner Partner Kautzsch dem Dax-Konzern dem Vernehmen nach in der Vergangenheit bei Compliance-Fragen zur Seite. Hier wurde die Kanzlei  jedoch erstmals bei einer M&A-Transaktion für den Wolfsburger Automobilhersteller sichtbar. In den vergangenen Jahren aber hatte Dentons beispielsweise auch schon den französischen Autobauer Renault in der internationalen Expansion unterstützt.

Auch Linklaters und Hella sind schon seit mehreren Jahren in Verbindung. Die Kanzlei berät das Unternehmen seit längerem kartellrechtlich. Am aktuellen Deal war ein vergleichsweise großes Kanzleiteam beteiligt, das sich um drei große Bereiche kümmerte: Laufersweiler, Müller und Rupp betreuten die M&A-Seite des Deals, das IP-Team um Partnerin Schönbohm befasste sich vor allem mit Lizenzfragen rund um die Transaktion, und Partner Leicht übernahm federführend die Beratung zu allen vertraglichen Aspekten. 

Freshfields und Hella arbeiten ebenfalls schon seit längerem zusammen. Ein Team um Seibt beriet den Autozulieferer unter anderem 2018  beim Verkauf seiner dänischen und polnischen Großhandelsgesellschaften an den börsennotierten Großhändler Mekonomen AB mit Sitz in Schweden. Diesmal beriet Seibt zu kapitalmarktrechtlichen Themen im Zusammenhang mit dem Deal.

Aufseiten von Hella war außerdem die Bank Goldman Sachs beteiligt. (Annika Janßen; mit Material von dpa)

Wir haben den Artikel am 07.12.2020 ergänzt.

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