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26.11.2020

Medizinsoftware: CompuGroup Medical kauft mit Freshfields in den USA zu

Die CompuGroup Medical hat alle Anteile am US-Softwareunternehmen eMDs erworben. Der bisherige Alleingesellschafter MDeverywhere MidCo gab seine Anteile für etwa 240 Millionen Dollar (ca. 203 Millionen Euro) ab, der Kaufpreis entspricht dem ungefähren Unternehmenswert. 

Stephan Waldhausen

Stephan Waldhausen

Die Transaktion wurde nach amerikanischem Recht als Reverse Triangular Merger gestaltet. Ende 2020 soll die Transaktion vollständig abgeschlossen werden, vorher müssen die zuständigen US-Behörden noch zustimmen. 

Im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete eMDs einen Gewinn von 12 Millionen Dollar, bei einem Umsatz von rund 80 Millionen Dollar. Das Unternehmen sitzt in Austin (Texas) und entwickelt Software, mit der Ärzte erbrachte Leistungen abrechnen können.

Die CompuGroup Medical ist im MDax gelistet und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 746 Millionen Euro. Sie bietet Software für Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser an. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mit Hauptsitz in Koblenz 6.300 Mitarbeiter in 18 Ländern. Für CompuGroup Medical ist es der zweite Zukauf innerhalb eines Jahres. Bereits im Februar 2020 hatte das Unternehmen die deutsche und spanische Sparte des US-Softwareanbieters Cerner gekauft, hierfür zahlte CompuGroup Medical 225 Millionen Euro.

Maximilian Freiherr von Schorlemer

Maximilian Freiherr von Schorlemer

Berater CompuGroup Medical
Freshfields Bruckhaus Deringer (Düsseldorf): Dr. Stephan Waldhausen, Aly El Hamamsy (New York), Dr. Philipp Pütz (alle Federführung; alle Corporate/M&A), Dr. Peter Niggemann (Wettbewerbsrecht), Claude Stansbury (Steuern), Christine Laciak, Jan Rybnicek (beide Kartellrecht; alle drei Washington D.C.), Dr. Lucas Schweitzer (Corporate/M&A), Kevin Kay (New York; Arbeitsrecht); Associates: Dr. Johannes Kater (Berlin), Justus Pauls, Olaf Ehlers, Iantha Stewart (beide New York; alle Corporate/M&A), Sascha Arnold, Dr. Florian Klein (beide Konfliktlösung), Paul Drößler (Wettbewerbsrecht)
Inhouse Recht (Koblenz): Maximilian Freiherr von Schorlemer (General Counsel)

Berater MDeverywhere MidCo
Goodwin Procter (Los Angeles): Stephen Lee, Brian Raynor (San Francisco); Associates: Francine Ngo, Brendan Caldon (beide Santa Monica; alle Private Equity) – aus dem Markt bekannt 

Hintergrund: Käuferin CompuGroup Medical setzte wieder einmal auf Freshfields. Die Kanzlei hatte das Unternehmen bereits bei der Übernahme von Teilen des US-Konzerns Cerner beraten. Auch bei der im Sommer durchgeführten Kapitalerhöhung kam Freshfields wieder zum Zuge, hier beriet Partner Waldhausen die Eigentümerfamilie. Der Düsseldorfer Corporate Partner ist auch an der aktuellen Transaktion beteiligt und teilt sich mit dem New Yorker Partner El Hamamsy und dem Düsseldorfer Principal Associate Pütz die Federführung. Gemeinsam leiten sie ein Team aus deutschen und US-Anwälten.

General Counsel von Schorlemer koordinierte das Beraterteam und begleitete das Management der US-Tochtergesellschaft während der Transaktion. Diese war vor allem durch Zeitdruck geprägt, da der Deal noch 2020 abgeschlossen werden sollte.

Nach Marktinformationen wurde MDeverywhere MidCo von einem Team aus US-Anwälten von Goodwin Procter beraten. (Michael Forst; mit Material von dpa)

 

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