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13.11.2020

Regulierungssoftware: White & Case und DLA beraten beim RegTech-Kauf

Das niederländische Beratungsunternehmen BearingPoint hat eine seiner drei Sparten an Nordic Invest verkauft. Der Geschäftsbereich RegTech bietet wie ein Softwareunternehmen Informationstechnik zur Bewältigung aufsichtsrechtlicher Regulierungen an. Mit etwa 630 Mitarbeitern setzt die Sparte annähernd 100 Millionen Euro um.

Stefan Koch

Stefan Koch

Der Abschluss der Transaktion unterliegt noch den üblichen behördlichen Genehmigungen. RegTech bietet regulatorische Berichterstattung an. Durch einen engen Kontakt mit den Aufsichtsbehörden und als Mitglied von Normungsausschüssen ist das Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt an der Ausarbeitung und Entwicklung von Regulierungsstandards beteiligt. Bekannte Softwareprodukte sind etwa Abacus für das Meldewesen von Banken und Versicherungen sowie Easytax.

Thomas Schmuck

Thomas Schmuck

BearingPoint bleibt strategischer Partner und behält eine Minderheitsbeteiligung an RegTech. Die Management- und Technologieberatungsgesellschaft war 2002 aus KPMG heraus gegründet worden. Seit einem Management-Buy-out 2009 ist das Unternehmen im Besitz seiner rund 180 Partner in Europa und setzte vergangenes Jahr 781 Millionen Euro um.

Die schwedische Private-Equity-Gesellschaft Nordic Capital hat seit ihrer Gründung 1989 über 15 Milliarden Euro investiert.

Berater Nordic Capital
White & Case (Frankfurt): Dr. Stefan Koch (Federführung), Carola Glasauer, Dr. Jost Kotthoff (alle drei M&A), Dr. Bodo Bender (Steuerrecht), Axel Schulz (Kartellrecht; Brüssel), Tomislav Vrabec (Private Equity), Sebastian Pitz (M&A), Dr. Sebastian Stütze (Arbeitsrecht; Hamburg); Associates: Hugo Schwarz Leite, Jonas Lagerroos (Stockholm; beide Private Equity), Marco Stephan, Paul Kohlhaas, Christian Sperling (alle drei M&A), Mathias Bogusch, Anna Dold (beide Technologie/Medien), Louisa Maier-Witt (Kartellrecht; Hamburg)

Berater BearingPoint
DLA Piper (Frankfurt): Dr. Thomas Schmuck (Federführung), Andreas Füchsel (beide Gesellschaftsrecht), Dr. Marie-Theres Rämer (Steuerrecht), Jan Pohle (Technologie/Medien), Prof. Dr. Ludger Giesberts (Konfliktlösung; beide Köln), Semin O, Sergej Bräuer (beide Kartellrecht), Dr. Thilo Streit (Konfliktlösung), Dr. Thorsten Ammann (Technologie/Medien; beide Köln); Associates: Dr. Christian Marzlin, Niklas Mangels, Philipp Groll, Philipp Meyer (alle vier Gesellschaftsrecht), Miray Kavruk, France Vehar, Andreas Rüdiger (beide Köln; alle drei Technologie/Medien)
Inhouse Recht (Paris): Dr. Andreas Schöpperle (Group General Counsel), Rainer Schöner (Senior Counsel; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Notar
Göring Schmiegelt & Fischer (Frankfurt): Dr. Martin Schmidt – aus dem Markt bekannt

Hintergrund:  White & Case unterhält vor allem über ihr Stockholmer Büro schon eine lange Mandatsbeziehung zu Nordic Capital. Koch schloss erstmals 2014 einen Deal für den Investor ab: Den Mehrheitserwerb am norddeutschen Gesundheitsdienstleister GHD von IK Investment. Danach folgte unter anderem 2017 der Kauf von Alloheim.

Bei DLA waren auch Teams aus Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Österreich, Finnland, Schweden und Rumänien in die Beratung eingebunden. Um die Sparte abzutrennen, musste soweit bekannt zuvor eine Art internes Carve-out gemacht werden. Das Mandatsverhältnis besteht bereits seit Längerem.

General Counsel Schöpperle kam 2019 von Boston Consulting zu BearingPoint. Er steht einem 20-köpfigen Team vor. Die Transaktion wurde durch die M&A-Einheit im Geschäftsbereich Capital gesteuert. Diesen Bereich leitet Patrick Palmgren in Stockholm, der hier mit dem Frankfurter CFO Andreas Flach zusammenarbeitete. In Deutschland hat sich das Unternehmen zuletzt von unterschiedlichen Kanzleien beraten lassen. (Ludger Steckelbach)

 

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