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25.11.2020

Selection-Portfolio: AEW verkauft sieben Bürohäuser an Clifford-Mandantin Tristan Capital

Der britische Investmentmanager Tristan Capital Partners hat für seinen Fonds ‚Curzon Capital Partners 5‘ das sogenannte Selection-Portfolio erworben. Dieses umfasst sieben Büroimmobilien, die in mehreren deutschen Großstädten liegen. Strukturiert war die Transaktion als Anteilsscheingeschäft, bei dem nicht die Immobilien selbst, sondern die Anteile des Fonds verkauft wurden. Verkäufer der Anteilsscheine war der Asset-Manager AEW.

Philipp Stoecker

Philipp Stoecker

Die sieben Büroimmobilien aus dem Portfolio liegen in München, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Köln. Rund 83.000 Quadratmeter Mietfläche und jährliche Mieteinnahmen in Höhe von rund 16 Millionen Euro machten das Portfolio auch in Corona-Zeiten zu einem attraktiven Objekt. Zu den Mietern zählen Dax-Unternehmen sowie staatliche Institutionen.

Insbesondere über dem Büromarkt schwebt seit Pandemiebeginn ein großes Fragezeichen. Experten sind sich uneinig, wie sich der Markt nach der Corona-Hochphase entwickeln wird. Einige gehen von einer starken Reduzierung der Flächen aus, weil Beschäftigte künftig vermehrt im Homeoffice arbeiten werden, andere sehen sogar mehr Flächenbedarf, was unter anderem mit der Abkehr von Großraumbüros zusammenhängt.  

In der Regel werden Immobilien in Form eines Asset-Deals, bei dem sie direkt den Eigentümer wechseln, oder eines Share-Deals verkauft. Bei Letzterem erwerben die Käufer Anteile an einer Gesellschaft, die Immobilien hält.

Das hier durchgeführte Anteilsscheingeschäft wird als Unit-Deal bezeichnet. In einer solchen Konstruktion werden nicht die Anteilseigner als Eigentümer der Immobilie betrachtet. Eigentümerin ist die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG), die die Immobilien als Sondervermögen auf Rechnung der Anleger und in einer Treuhandfunktion verwaltet.  Unit-Deals gewinnen derzeit an Attraktivität, da dort in der Regel keine Grunderwerbsteuer anfällt.

Berater Tristan Capital Partners
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. Gerold Jaeger (Düsseldorf), Dr. Philipp Stoecker (beide Federführung; beide Immobilienrecht), Stefan Bruder, Dr. Gunnar Sachs (beide Corporate/M&A; Düsseldorf) Marc Besen, Dr. Dimitri Slobodenjuk (beide Kartellrecht; beide Düsseldorf), Dr. Gregor Evenkamp, Dr. Alexandra Uhl (beide Bank- und Finanzrecht); Associates: Anne Voigt, Dr. Magda Pawela-Häusler, Franziska Ernst, Sabrina Becker, Philipp Heinzel, David Rahmel, Maximilian Sablotny (alle drei Düsseldorf; alle Immobilienrecht), Annette Röhder, Dr. Nadine Fell, Natalie Hemberger, Yannick Frost (alle Corporate/M&A), Johannes Lüer (Kartellrecht; beide Düsseldorf) 

Andreas Böhme

Andreas Böhme

Berater AEW
King & Spalding (Frankfurt): Dr. Andreas Böhme, Henning Aufderhaar; Associates: Florian Geuder, Dr. Sten Hornuff (alle Immobilienrecht/Finanzierung)
Yester & Morrow (Frankfurt): Andreas Walter, Karyna Modnik (beide Steuerrecht)

Hintergrund: Tristan und Clifford haben bereits häufiger bei Transaktionen zusammengearbeitet. Bei diesem Deal, der als einer der der größten Büroportfoliodeals des Jahres gilt, ging der Kontakt auf den Frankfurter Counsel Stoecker zurück, der gemeinsam mit Clifford-Partner Jaeger die Federführung hatte. Stoecker beriet die Briten unter anderem auch beim Kauf des ‚Elephant-Portfolios‘  Ende 2019 von Union Investment. In der Vergangenheit lag die Federführung für Tristan Capital-Deals häufig bei der ehemaligen Praxisgruppenleiterin Cornelia Thaler, die die Kanzlei Anfang 2019 verließ.

Auch die Beziehung von AEW und King & Spalding ist eingespielt. Das Team um Böhme war für die Vertragsgestaltung, die aufsichts- sowie die immobilienrechtlichen Themen zuständig. Die Boutique Yester & Morrow kümmerte sich hingegen um den steuerrechtlichen Part sowie um die Financial-Due-Diligence.

Partner Walter und K&S-Partner Böhme haben bereits in der Vergangenheit häufiger für die Mandantin zusammengearbeitet − Walter damals noch unter der Fahne von Möhrle Happ Luther. Mitte 2019 gründete der Kapitalmarkt- und Investment-Steuerrechtler die Boutique Yester & Morrow, die Standorte in Frankfurt und Hamburg hat.

Notariell involviert – für eine Unterschriftsbeglaubigung – war JUVE-Informationen zufolge Mayer Brown-Notar Dr. Jörg Lang aus Frankfurt. (Laura Bartels)

 

 

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