Artikel drucken
13.11.2020

Serie C: Roller-Vermieter Tier sammelt mit PwC weitere 250 Millionen Dollar

In einer dritten Finanzierungsrunde sichert sich der E-Scooter-Vermieter Tier Mobility neues Kapital in Höhe von 250 Millionen Dollar (rund 212 Millionen Euro) für sein weiteres Wachstum. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde vom Neuinvestor Softbank, der über seinen Vision Fund 2 in Tier Mobility investiert. An der dritten Finanzierungsrunde waren neben Softbank weitere Investoren beteiligt, von denen einige bereits bei früheren Runden mit im Boot saßen.

Gerhard Wacker

Gerhard Wacker

Das Berliner Start-up Tier Mobility ist einer der am schnellsten wachsenden Anbieter für sogenannte Mikromobilität. Mittlerweile vermietet das 2018 gegründete Unternehmen seine Elektroroller in über 80 Städten in zehn Ländern. Mit frischem Kapital versucht Tier vor allem sein Ladenetzwerk weiter auszubauen, um sich auf dem umkämpften E-Scooter-Markt gegenüber der Konkurrenz in Stellung zu bringen – besonders gegen die US-Konkurrenten Bird und Lime.

Die Mehrheit der Investoren in der Serie-C waren schon in vorherigen Finanzierungsrunden vertreten. Ebenso wie Northzone war White Star bereits an der Serie-A-Finanzierung beteiligt, in der Tier 35 Millionen Euro sammelte. In der zweiten Finanzierungsrunde sicherte sich das Berliner Start-up 60 Millionen Euro von den Investoren. Neben anderen sind die damaligen Lead Investoren Mubadala Capital und Goodwater Capital sowie der Versicherer Axa Teil der Serie-C-Finanzierung. Mit am Tisch saß auch der US-Investor Western Technology Investments (WTI), der laut Marktinformationen in einer Zwischenfinanzierungsrunde als Venture-Debt-Geber auftrat.

Nach der dritten Finanzierungsrunde verzeichnet Tier mehr als 50 Gesellschafter, von denen einige ihre bereits vorhandenen Anteile im Zuge der Kapitalerhöhung aufstockten. Teilweise nutzten Investoren auch die Gelegenheit und übernahmen kleinere Anteile anderer. 

Das japanische Unternehmen Softbank investiert vornehmlich in Tech-Firmen, zu seinem Portfolio gehören Anteile am TikTok Mutterkonzern Bytedance, T-Mobile US und Uber. Auch in der deutschen Start-up-Szene war Softbank bereits unterwegs. 2018 investierten die Japaner 460 Millionen Euro in die Gebrauchtwagenplattform Auto1.

Daniel Turgel

Daniel Turgel

Berater Softbank
White & Case (London): Ian Bagshaw (Private Equity/M&A), Daniel Turgel (Corporate/M&A; beide Federführung), Dr. Tobias Heinrich (M&A; Frankfurt), Dr. Hans-Georg Schulze (Private Equity/M&A; Berlin); Associates: Joe Bradley, Elena Ruggiu, Francis Brown (alle Private Equity/M&A), Claire Sackman (Corporate/M&A), Thorsten Rohde (Frankfurt), Maximilian von Möllendorff (Berlin; beide M&A)
Ernst & Young (München): Alexander Reiter, Petra Blechschmidt (beide Steuern)

Berater Tier Mobility
PricewaterhouseCoopers Legal (Nürnberg): Gerhard Wacker, Klara Körber (beide Federführung), Moritz Gröning (Berlin); Associate: Christian Heigl (alle Corporate/M&A)

Thomas Schubert

Thomas Schubert

White Star
Dentons (Montréal): Giancarlo Salvo, Philippe Decary (beide Federführung), Thomas Schubert (Berlin); Associates: Bryan Fuchs, Matthias Hause, Marcus Roick (beide Berlin; alle Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Axa
Seitz (Köln): Dr. Daniel Grewe; Associate: Alina Häck (beide Corporate/M&A) − aus dem Markt bekannt

Berater Western Technology Investments
Greene Radovsky Maloney Share & Hennigh (San Francisco): Jeffery Klugman (Corporate) – aus dem Markt bekannt

Notar
K&L Gates (Berlin): Alexander Kollmorgen – aus dem Markt bekannt

Daniel Grewe

Daniel Grewe

Hintergrund: Tier und PwC Legal sind ein eingespieltes Team, denn die Kanzlei war bereits in der Gründungszeit von Tier dabei. Das Team um Partner Wacker, das schon bei den früheren Finanzierungsrunden beriet, war auch in der aktuellen Runde wieder an Bord. 

Nach Mubadala mandatiert nun mit Softbank der nächste Lead Investor ein White & Case-Team aus deutschen und britischen Anwälten. Federführend waren auch hier wieder Turgel und Bagshaw, Partner im Londoner White & Case Büro. In der Vergangenheit hatte White & Case den japanischen Investor bei einigen seiner Transaktionen begleitet, beispielsweise beim milliardenschweren Investment in das britische Fintech Unternehmen OakNorth. 

Auch White Star setzt mit Dentons bei der Beratung auf Kontinuität. Seit mehr als anderthalb Jahren steht die Kanzlei dem Investor im Zuge der Finanzierungsrunden bei Tier zur Seite. Verantwortlich für das Mandat ist ein Team aus deutschen und kanadischen Anwälten. In Fragen rund um das deutsche Recht beriet White Star der Berliner Partner Schubert, auch er war Teil des Beraterteams bei den bisherigen Finanzierungsrunden.

Nach Marktinfomationen vertraute Axa, wie in der letzten Finanzierungsrunde auch, auf ein Team von Seitz, wo Partner Grewe für das Mandat verantwortlich war. Investor WTI setzte auf die US-Kanzlei Greene Radovsky. Die übrigen Investoren traten ohne eigene Rechtsberatung auf. (Michael Forst)

  • Teilen