Artikel drucken
09.12.2020

Begehrte Industriewerte: Howden-Gruppe kauft Kraftwerksausstatter mithilfe von Noerr

Die britsche Howden-Gruppe kauft in Deutschland zu: Vom Düsseldorfer Industriedienstleister Balcke-Dürr, der der Beteiligungsgesellschaft Mutares gehört, erwirbt sie die Tochterfirma Balcke-Dürr Rothemühle. Das Traditionsunternehmen mit Sitz in Olpe wurde im vergangenen Jahr mit dem Ziel aus dem Mutterkonzern ausgegliedert, einen Käufer zu finden.

Tibor Fedke

Tibor Fedke

Das Olpener Traditionsunternehmen stellt unter anderem Wärmetauscher sowie Gas- und Luftvorwärmer für Kernkraftwerke, Industrieanlagen und Raffinerien her. Darüber hinaus bietet es Servicedienstleistungen an. 2019 erzielte es einen Umsatz von rund 23 Millionen Euro. Sein Geschäft wird es zukünftig unter dem Dach der Howden-Gruppe fortführen, die ihren Hauptsitz im schottischen Glasgow hat und seit Mai 2019 zum Portfolio des US-Investor KPS Capital Partners gehört.

Die Howden-Gruppe entwickelt Anlagen und Dienstleistungen für Branchen wie Energie und Bergbau. Der Maschinenbauer ist hierzulande schon mit dem Frankenthaler Unternehmen Howden Turbo präsent, nachdem die Briten vor zwei Jahren den familiengeführten Turbinenbauer Kühnle, Kopp & Kausch kauften.

Die Balcke-Dürr-Gruppe war 2016 an die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Mutares gegangen. Vorheriger Eigentümer war der amerikanische Industriekonzern SPX Corporation. Mutares strukturierte die weltweit tätige Gruppe um und stellte einzelne Teile wie Rothemühle zum Verkauf. Bereits im Frühjahr 2020 ging der polnische Zweig, der einen Schwerpunkt in der Emissionskontrolle hat, an die Wallstein Gruppe.

Berater Howden
Noerr (Berlin): Tibor Fedke, Katrin Andrä (beide Federführung), Dr. Alexander Ritvay (alle Corporate/M&A), Dr. Jens Peter Schmidt (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Tobias Bosch (Telekommunikationsrecht), Yvonne Dietzel (Arbeitsrecht; Dresden), Dr. Torsten Kraul (IT), Dr. Florian-Felix Marquardt (Steuerrecht), Dr. Felix Muhl (Vertriebsrecht; Hamburg), Dr. Fabian Hübener (Kartellrecht; Brüssel); Associates: Ira Tsoures, Lisa Nordbakk (beide Corporate/M&A), Marcel Behringer (Private Equity), Philipp Studt-Tartarotti (Kartellrecht; Brüssel), Michaela Athmer, Dr. Jasmin Schulzweida (beide Vertriebsrecht; beide Hamburg), Katja Schmitt, Manuela Wickenhöfer (beide IP-Recht; beide München), Elena Lehrke (Telekommunikationsrecht), Dr. Henrik Dornscheidt (Immobilienrecht; Düsseldorf) 

Martin Kolbinger

Martin Kolbinger

Berater Mutares
Inhouse Recht (München): Jan Thöle (General Counsel)
Inhouse Steuern (München): Denis Ahluwalia (Head of Tax)
Schilling, Zutt & Anschütz (München): Dr. Martin Kolbinger (Federführung; Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Oliver Schröder (Außenwirtschaftsrecht; Frankfurt); Associates: Dr. Alexander Seyb, Alexander Neumayer (beide Gesellschaftsrecht/M&A)
Luther (München): Sebastian Janka (Kartellrecht) − aus dem Markt bekannt

Notar
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Berlin): Hanna Kara − aus dem Markt bekannt

Jan Thöle

Jan Thöle

Hintergrund: Der New Yorker Private-Equity-Fonds KPS wurde hierzulande schon mit Hengeler Mueller gesehen und setzte im vergangenen Jahr beispielsweise auf ein Team von McDermott Will & Emery, als beim Verkauf von Genesis Attachements an die Nippon Pneumatic-Gruppe deutschrechtliche Aspekte zu klären waren. Bei der Portfolioerweiterung ihrer Howden-Gruppe mandatierte sie nun Noerr, die nach Marktinformationen regelmäßig für den New Yorker PE-Fonds tätig sind. Neben Fedke hält vor allem Noerr-Managing-Partner Ritvay den Kontakt zu KPS.

Noerr ist auch regelmäßig für Mutares tätig: Ihr Frankfurter Kapitalmarkt-Team unterstützte in diesem Jahr beispielsweise die Platzierung einer Anleihe (Nordic Bond) sowie deren kurzfristige Aufstockung auf 70 Millionen. Auch im Kartellrecht setzte Mutares in der Vergangenheit auf Noerr: Der Kartellrechter Janka wechselte im vergangenen Jahr zu Luther, von wo aus er nun die kartellrechtliche Beratung übernahm.

Im Gesellschaftsrecht ist die Beziehung zum SZA-Partner Kolbinger eingespielt, der Mutares auch schon beim Ankauf der Balcke Dürr-Gruppe unterstützt hatte. General Counsel Thöle war damals gerade neu beim Turnaround-Investor Mutares und Kolbinger noch als Partner von CMS Hasche Sigle tätig. Noch unter der Flagge von CMS unterstützte Kolbinger im Frühjahr den Verkauf der polnischen Assets aus der Balcke Dürr-Gruppe. Zum August wechselte Kolbinger dann in das noch junge Münchner Büro von SZA, von wo aus er die Verhandlungen im engen Austausch mit den Inhouse-Beratern des Münchner Investors weiterführte.

Das Rechtsteam von Mutares wurde in diesem Jahr ausgebaut: Dr. Angélique Schraud, die bei DLA Piper und Linklaters tätig war, bevor sie im April zu Mutares wechselte, koordiniert nun auch das M&A-Geschäft in Frankreich und Italien. Anders als andere Münchner Private-Equity-Häuser deckt Mutares Ankäufe in Deutschland zunehmend mit Inhouse-Kapazitäten ab, * wie  zum Beispiel den Kauf der SABO Maschinenfabrik, die vorher der John Deere-Gruppe gehörte Bei Zukäufen im Ausland sowie Portfolio-Abverkäufen kommen regelmäßig Kanzleien zum Zug:  2019 unterstützte Binder Grösswang den Ankauf von Q Logistics, eine Logistiktochter der Österreichischen Bundesbahnen, 2020 wiederum unterstützten  beispielsweise Eversheds Sutherland und EY die Übernahme von Aktivitäten der Cooper Standard Automotive in Europa und Indien, (Sonja Behrens, Martin Ströder)

* wir haben den Artikel an dieser Stelle geändert

  • Teilen