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25.12.2020

Immobilienriese: Adler baut mit White & Case und Clifford seine Finanzbasis aus

Die neu formierte Adler Group hat einen weiteren Baustein für ihre Finanzierung gelegt. Das Wohnimmobilienunternehmen, das vorher Ado Properties hieß, platzierte erfolgreich eine Anleihe über 400 Millionen Euro. Nach drei öffentlichen Übernahmen gewinnt der neue Branchenriese damit weiter an Sicherheit.

Gernot Wagner

Gernot Wagner

Das vorrangige, unbesicherte Papier der Adler Group wird an der Luxemburger Börse gehandelt. Es läuft mit einem jährlichen Kupon von 2,75 Prozent bis 2026. Institutionelle Anleger überzeichneten die Anleihe viermal.
Adler arbeitete bei der Emission mit einem Bankenkonsortium unter der Führung von JPMorgan zusammen. Außerdem waren Barclays und die Deutsche Bank im Konsortium. Bei seiner Vorgängeranleihe im August musste Adler noch einen höheren Kupon von 3,25 Prozent anbieten.

Die Gruppe refinanziert damit bestehende Schulden. Die Emission der Anleihe folgt auf die Übernahme der Consus Real Estate sowie der Adler Real Estate durch Ado Properties, die dann in Adler Group umfirmierte. In einem weiteren Schritt wird die Immobilienfirma Westgrund in die neu geschmiedete Gruppe integriert. Da die Gruppe ihre Präsenz auf vier börsennotierten Immobiliengesellschaften samt ihren Portfolien aufbaut, ist Adler nunmehr die viertgrößte börsennotierte Wohnimmobiliengesellschaft in Europa und wird an der Börse mit etwa zweieinhalb Milliarden Euro bewertet.

Berater Adler Group
Inhouse Recht (Luxemburg): Florian Sitta (General Counsel)
White & Case (Frankfurt): Gernot Wagner (Federführung), Karsten Wöckener, Rebecca Emory, Thilo Diehl (alle Kapitalmarktrecht), Vanessa Schürmann, Andreas Lischka (beide Kredite und Akquisitionsfinanzierung), Dr. Cristina Freudenberger; Associates Dr. Robert Nachama, Dr. Peter Becker, Daniel Gillenkirch, Lucy Liu (alle Kapitalmarktrecht).

Sebastian Maerker

Sebastian Maerker

Berater Banken
Clifford Chance (Frankfurt): Sebastian Maerker; Associates: David Santoro, Wolfgang Ettengruber, Sarah Buschmann (alle Kapitalmarktrecht)

Hintergrund: White & Case beriet Adler beziehungsweise ihrer Vorgängereinheit bei einer ganzen Reihe an Finanzierungsdeals und Übernahmeofferten. Das Großmandat kam über eine Empfehlung an die Luxemburger Wettbewerberin Ado Properties zustande und wurde maßgeblich von dem Kapitalmarkt- und Corporate-Team der US-Kanzlei getragen.

Zur Transaktionsserie, die White & Case mit unterschiedlich aufgestellten Teams anging, zählten der Ende 2019 angekündigte Kauf der Adler Real Estate-Anteile, im Juli der Kontrollerwerb bei Consus Real Estate sowie eine Bezugsrechtskapitalerhöhung über 450 Millionen Euro. Im August folgte dann die Emission einer ersten Anleihe − ebenfalls über 400 Millionen Euro. Für den Zusammenbau des börsennotierten Konzerns hat die Kanzlei auch das Delisting der Adler-Tochter Westgrund vorbereitet.

Im Zusammenhang mit diesen Transaktionen wurde Clifford Chance von der US-Bank JPMorgan zur rechtmäßigen Notierung der neuen Aktien der Adler Group mandatiert. Nun kam die Magic-Circle-Kanzlei − ebenfalls bankenseitig − für die Anleihe-Emission des SDax-Konzerns zum Zug. Als der Immobilienkonzern Peach Property Group jüngst eine Anleihe begab, ließ sich JPMorgan hingegen von einem White & Case-Team rund um Partnerin Rebecca Emory beraten. Zu dem 300-Millionen-Euro-Papier war Latham & Watkins an der Seite des Schweizer Immobilienunternehmens zu sehen.

Die Projektentwicklerin Consus Real Estate, die auch eine langjährige Mandantin von White & Case war, bevor sie ein Übernahmeziel wurde, hatte Hogan Lovells hinzugezogen, als die Kaufofferte für ihre Aktien vorlag. Bei Adler Real Estate wiederum schaute die langjährige Beraterin Norton Rose Fulbright auf das Kaufangebot von Ado Properties, ebenso wie später bei ihrer Tochtergesellschaft Westgrund. (Ludger Steckelbach)

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