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04.12.2020

Pharmagroßhandel: Medios übernimmt Cranach mit Morrison & Foerster

Das Spezialpharmaunternehmen Medios verstärkt sich mit dem Großhändler Cranach Pharma. Der Kaufpreis liege bei etwa 120,8 Millionen Euro, teilte das SDax-Unternehmen mit. Dazu gibt Medios über eine Kapitalerhöhung rund 4,2 Millionen neue Aktien aus, was etwa 20,6 Prozent des Grundkapitals entspricht. Verkäufer von Cranach ist das Unternehmen BMSH, welches auch an Medios beteiligt ist.

Dirk Besse

Dirk Besse

Zwischen dem Berliner SDax-Konzern Medios und Cranach besteht den Angaben zufolge bereits eine langjährige Geschäftsbeziehung. Cranach hat sich auf Pharmazeutika spezialisiert, die unter anderem in der Neurologie, Hämophilie, Rheumatologie und Onkologie zum Einsatz kommen. 2019 erzielte das Hamburger Unternehmen einen Umsatz von rund 503 Millionen Euro und ein Vorsteuerergebnis von rund 15,3 Millionen Euro.

Alleingesellschafterin der Cranach Pharma ist die BMSH GmbH, deren Alleineigentümerin wiederum die Familie Hesse rund um Cranach-Gründer Martin Hesse ist.

Medios werde im Zuge der Akquisition Cranach Finanzmittel von rund 30 Millionen Euro zur Verfügung stellen, heißt es. Das Bundeskartellamt muss die Transaktion noch genehmigen.

Mit der Übernahme will sich Medios stärker als Komplettanbieter bei Spezialmedikamenten positionieren. Durch den Zukauf soll der Konzernumsatz von Medios 2021 im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf über eine Milliarde Euro steigen. Das Berliner Arzneimittelunternehmen wechselte erst im Mai in das Börsensegment Prime Standard und im September dann in den SDax.

Berater Medios
Morrison & Foerster (Berlin): Dr. Dirk Besse (Corporate/M&A), Dr. Andreas Gruenwald (Kartellrecht), Dr. Wolfgang Schönig (IP/Gesundheitsrecht), Dr. Jens-Uwe Hinder (Steuerrecht), Dr. Angela Kerek (Finanzrecht), Dr. Sebastian Schwalme (Corporate/M&A); Associates: Paula Paprocki (Corporate/M&A), Julian Gebauer (Corporate/M&A), Robert Grohmann (IP/Gesundheitsrecht)

Stefan Lammel

Stefan Lammel

Berater BMSH GmbH
Friedrich Graf von Westphalen (Freiburg): Dr. Stefan Lammel (Coporate/M&A), Dr. Morton Douglas (Gesundheitsrecht; beide Federführung), Dr. Hendrik Thies (Kapitalmarktrecht); Associates: Dr. Stephanie von Riegen (Kartellrecht), Tina Bieniek, Constantin Cadmus (Berlin; beide Corporate/M&A)
Bansbach (Freiburg): Hanns-Georg Schell (Federführung; Steuerrecht)

Notar
Heuking Kühn Lüer Wojtek (Berlin): Ralph Negelein − aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Morrison & Foerster berät das börsennotierte Pharmaunternehmen Medios regelmäßig in kapitalmarkt- und gesellschaftsrechtlichen Fragen und klärte hier im Zuge der Transaktion auch steuerliche und finanzierungsrechtliche Aspekte für die Mandantin. Das Team um Corporate-Partner Besse hatte das Medios-Management schon durch den Reverse-IPO 2017 an die Börse begleitet.

Aufseiten der Verkäufer kam der Kontakt zu den Beratern über den Pharmarechtler Douglas zustande. Dieser berät die Cranach-Gesellschafterin BMSH bereits länger und holte hier für die Transaktion den Corporate-Partner Lammel mit in die Federführung.

Die multidiziplinäre Einheit Bansbach, mit der Friedrich Graf von Westphalen regelmäßig im Transaktionsgeschäft zusammenarbeitet, klärte die steuerlichen Fragen im Verkauf. (Sonja Behrens; mit Material von dpa)

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