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14.01.2021

Bombardier übernimmt: Lufthansa gibt mit DLA Anteile an Wartungsbetrieb ab

Die angeschlagene Lufthansa verkauft ihre Anteile an die Lufthansa Bombardier Aviation Service, einem Instandhaltungsunternehmen für Bombardier Business-Jetflugzeuge. Käufer ist der Flugzeugbauer Bombardier, der auch die Anteile eines weiteren Gesellschafters übernimmt.

Ian Maywald

Ian Maywald

Die Lufthansa hielt über ihre Tochter Lufthansa Technik zuletzt 51 Prozent der Anteile. Weitere 20 Prozent gehörten der schweizer ExcuJet Group, einem Anbieter von Geschäftsflügen. Mit den Anteilen der Lufthansa und den 20 Prozent, die das schweizer Unternehmen gehalten hatte, ist Bombardier nun der alleinige Gesellschafter der Lufthansa Bombardier Aviation Service. 

Die Lufthansa hatte das Unternehmen 1997 mit dem kanadischen Flugzeugbauer Bombardier geründet. Etwas später stieg ExcuJet ein. Rund 250 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen mit Sitz am Berliner Flughafen Schönefeld, das 2019 einen Verlust von sechs Millionen Euro bei einem Umsatz von 43 Millionen Euro verzeichnete.

Die Lufthansa war Anfang 2020 wegen der Corona-Pandemie in Schieflage geraten. Bereits davor hatte das Unternehmen beschlossen, sich zu verschlanken. Ende 2019 verkaufte die Lufthansa bereits das Europageschäft der Cateringtochter LSG Sky Chefs an die Schweizer Gategroup.

Berater Bombardier
Ashurst (München): Dr. Ian Maywald (Federführung), Dr. Thomas Sacher, Dr. Andreas Mauroschat (Frankfurt); Associate: Armin Müller (alle Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Montreal): Eleonore Derome (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt.

Berater Lufthansa Technik
DLA Piper (Hamburg): Sebastian Decker (Federführung), Cristina Villafrade (beide Corporate/M&A), Semin O (Kartellrecht), Mike Danielewsky (Restrukturierung; beide Frankfurt), Dr. Gunne Bähr (Versicherungsrecht; Köln), Sergej Bräuer; Associate: Alexander Rösch (beide Kartellrecht; Frankfurt)

Hintergrund: Die Mandatsbeziehung zwischen DLA Piper und der Lufthansa besteht bereits seit mehreren Jahren. Für die Beziehung steht der Managing-Partner der deutschen Praxis Dr. Benjamin Parameswaran und Corporate-Partner Decker, der das aktuelle Mandat steuerte. Aufseiten der Lufthansa kamen vor allem bei den Vorverhandlungen ein namentlich nicht bekanntes Inhouse-Team zum Einsatz. 

Laut Marktinformationen setzte Bombardier auf ein Team von Ashurst. Federführender Berater des kanadischen Flugzeugbauers war Ashurst Counsel Maywald, der zum Jahreswechsel zu KPMG Law nach München gewechselt ist. ExcuJet trat bei den Verhandlungen dem Vernehmen nach ohne externe Rechtsberater auf. (Michael Forst)

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