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25.02.2021

Neuer Grünstromerzeuger: Enercon und EWE setzen auf Allen & Overy und White & Case

Der Auricher Windenergieanlagenhersteller Enercon und der Oldenburger Energieversorger EWE wollen den Ausbau der Windenergie an Land künftig gemeinsam vorantreiben. Dazu gründen sie ein Gemeinschaftsunternehmen, über das bis 2030 insgesamt 3,6 Milliarden Euro investiert werden sollen. Die Kartellbehörden müssen noch grünes Licht geben.

Alexander Veith

Alexander Veith

Enercon und EWE gehören jeweils 50 Prozent des Unternehmens, in das beide ihr Onshore-Windportfolio einbringen. Das zukünftige Unternehmen erzeugt dann mehr als 2.300 Megawatt. Auch die Projektpipeline kann sich mit mehr als 9.400 Megawatt sehen lassen. Ziel ist es, die erzeugte Grünstrom-Leistung pro Jahr um mehr als 200 Megawatt zu steigern, auf bis zu fünf Gigawatt im Jahr 2030.

Sitz des Gemeinschaftsunternehmens wird das ostfriesische Aurich. Die rund 200 Mitarbeiter sollen an mehreren Standorten tätig sein, darunter auch Oldenburg. EWE wird die unternehmerische Führung, die Aloys Wobben Stiftung (AWS) als Alleingesellschafterin der Enercon den Vorsitz des Aufsichtsrates stellen.

AWS und EWE hatten ihr Vorhaben bereits im Frühjahr 2020 publik gemacht. Kurz vor Weihnachten unterzeichneten sie eine Gesellschafter- und Investitionsvereinbarung. Beide gehören zu den deutschen Pionieren im Geschäft mit Windenergie. Mit dem Ausbau soll das Joint Venture zum größten Grünstromproduzenten in Deutschland und Frankreich aufsteigen und international expandieren.

Beide Unternehmen haben sich auf die anstehende Expansion vorbereitet. EWE verkaufte im Dezember 2019 Minderheitsanteile an den französischen Infrastrukturinvestor Ardian. Enercon refinanzierte bestehende Finanzverbindlichkeiten mit einem Kredit von 1,15 Milliarden Euro. Das beteiligte Bankenkonsortium bestand aus Commerzbank, Deutsche Bank, ING sowie KfW IPEX.

Jörg Kraffel

Jörg Kraffel

Berater Enercon/Aloys Wobben Stiftung
Allen & Overy (München): Dr. Alexander Veith (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Michael Ehret (Steuerrecht), Anna Masser (Konfliktlösung; beide Frankfurt), Dr. Walter Uebelhoer (Bank- und Finanzrecht), Dr. Christian Hilmes (Immobilienrecht), Markulf Behrendt (Arbeitsrecht; beide Hamburg), Max Landshut (Corporate/M&A; Hamburg), Dr. Udo Olgemöller (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Peter Wehner (Arbeitsrecht; beide Frankfurt); Associates: Dr. Stefan Witte, Dr. Moritz Meister, Dr. Jan Holst (alle Hamburg), Michael Haase, Robert Jochim (alle Corporate/M&A), Sven Bischoff (Steuerrecht), Susanne Beckhaus (alle Frankfurt), Dr. Jörg Weber, Sebastian Hanke (alle Bank- und Finanzrecht), Heiner Mecklenburg (Kartellrecht), Merle Herrmann (Arbeitsrecht; beide Hamburg)
BDO (Düsseldorf): Dr. Michael Brauer (Federführung; Leiter Transaktionssteuern), Bernhard Christl (Steuern); Associates: Carsten zur Brügge (beide Leer), Christian Richter, Philipp Baumeister, Peter Müller (alle Transaktionssteuern)
Inhouse Recht (Aurich): Stefan Knottnerus-Meyer (General Counsel)
Inhouse Steuern (Aurich): Johannes Coordes (Head of Tax)

Berater EWE AG
White & Case (Berlin): Dr. Jörg Kraffel, Hans-Georg Schulze (beide Corporate/M&A), Thomas Burmeister (Düsseldorf; Regulierung; alle Federführung), Dr. Thomas Flatten (Bank- und Finanzrecht; Frankfurt), Dr. Tilman Kuhn, Thilo Wienke (beide Kartellrecht; beide Düsseldorf), Hendrik Röger (Arbeitsrecht; Hamburg); Dr. Carsten Rodemann (Corporate/M&A), Christoph Arhold (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Andreas van den Eikel (Immobilienrecht), Dr. Sascha Schmidt (Bank- und Finanzrecht, Frankfurt); Associates: Laura Buchholz, Maximilian von Möllendorff (beide Corporate/M&A), Andreas Schapowalow, Verena Rudolph, Petra Kistner (alle Energiewirtschaftsrecht), Cristina Caroppo (Kartellrecht; alle vier Düsseldorf), Christian Crohn (Öffentliches Wirtschaftsrecht)
KPMG (Hamburg): Frank Wischott (Transaktionssteuern), Roman Meissner, Marcel Burow (alle Tax Due Diligence) 
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Dr. Jochen Bahns, Jonathan Zeller (beide Transaktionssteuern) 
Inhouse Recht (Oldenburg): Leif Engelbrecht (Leiter Gesellschaftsrecht; Konzernrecht), Dr. Hanjo Steinkampf (Leiter Recht), Dr. Frank Möller, Lasse Böhrnsen, Tobias Dierks
Inhouse Steuern (Oldenburg): Karin Gramberg, Kerstin Hartmann-Alberts, Dr. Manfred Klostermann, Harry Strelau, Kerstin Hartmann-Alberts

Hintergrund: Allen & Overy begleitete Enercon bereits im vergangenen Sommer bei der Refinanzierung ihrer Verbindlichkeiten, damals unter Federführung von Partner Uebelhoer. Er brachte auch das Mandat zum Joint Venture in die Kanzlei, das der Münchner Partner Veith führte. Neben den deutschen Standorten berieten im Zusammenhang mit den teilweise ausländischen Windparks auch Teams aus Paris und Warschau.

BDO beriet die AWS vor allem zur steuerlichen Due Diligence sowie zur steuerlichen Strukturierung. Das Team führte BDO-Partner Christl, der die Stiftung seit vielen Jahren steuerlich berät. Für das Spezialthema Transaktionssteuern zog Christl seinen Düsseldorfer Partner Brauer hinzu. Im Vorfeld der Joint-Venture-Gründung und bei der Umsetzung waren neben den Steuerspezialisten auch einige Rechtsberater der MDP-Kanzlei im Einsatz. Ein großes Team um die Corporate-Finance-Partner André Horn (Hamburg) und Dr. Steffen Eube (Frankfurt) berieten zusätzlich zu Finanzierungsthemen.

EWE setzte erneut auf White & Case. Ein Team um die federführenden Partner Kraffel und Burmeister hatte den Energieversorger unter anderem bereits beim Einstieg von Ardian im Dezember 2019 beraten. Ähnlich fest ist die Beziehung, die die Gesellschafterin der EWE, der EWE Verband, zu Flick Gocke-Partner Dr. Michael Erkens pflegt. Der Verband war in diese Transaktion nur am Rande eingebunden.

Doch FGS berät auch die EWE AG regelmäßig und wurde hier mit dem Bonner Partner Bahns zu den steuerlichen Themen hinzugezogen. Das Team arbeitete bei der Vertragsverhandlung und der Strukturierung eng mit dem Hamburger KPMG Team um Partner Wischott zusammen, das maßgeblich die Verantwortung für die Tax Due Diligence trug. Schon bei vorangegangenen Projekten vertrauten die Oldenburger auf die Big-Four-Gesellschaft. (Annika Janßen, Esra Laubach; mit Material von dpa)

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