Artikel drucken
05.02.2021

Sport in Zahlen: PwC Legal hilft DFL bei Neuausrichtung von Sportec Solutions

Die DFL Deutsche Fußball Liga und Deltatre, ein weltweit führendes Unternehmen für Sportveranstaltungen und Sportdaten, haben ihre Zusammenarbeit auf neue Füße gestellt. Dazu machen sie das gemeinsame, 2016 gegründete Unternehmen Sportec Solutions fit für den internationalen Markt.  

Gregor Lentze

Gregor Lentze

Kern der zukünftigen Zusammenarbeit ist eine Vereinbarung, die vor allem die Governance des Joint Ventures regelt, an dem Deltatre nun die Mehrheit hält. Sie hat für die Neuausrichtung ihre Beteiligung von 25 auf 51 Prozent aufgestockt. Parallel wurde die Sportec Solutions GmbH, die zuvor zu 75 Prozent der DFL-Tochter Sportcast gehörte, auf die Deltatre AG verschmolzen und umfirmiert, sodass nunmehr die Sportec Solutions AG als unabhängige Aktiengesellschaft am Markt agiert.

Sportec Solutions gilt als Innovationsführer in den Bereichen Spieldatenanalyse und Sporttechnologie. Mehr als 70 Vollzeitmitarbeitende sind in Deutschland an den Standorten München, Köln und Hamburg für die neu firmierte Sportech Solutions tätig. Pro Partie der Bundesliga und 2. Bundesliga erheben sie rund 3,6 Millionen Positionsdatenpunkte und 1.600 Spielereignisse wie Tore, Pässe und Fouls.

Bislang agierte Sportec Solutions hauptsächlich auf nationaler Ebene und dort vor allem als Dienstleister für die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga, für die Gesellschafterin DFL und ihre Partner sowie Lizenznehmer – was auch unverändert vorgesehen ist. Unter anderem ihre Datenprodukte will sie nun weltweit vermarkten.

Deltatre ist tief verankert im Sportbusiness und Teil von Bruin Sports Capital. Sie bietet ihren Kunden unter anderem TV-Übertragungen, digitale und mobile Streamings von Sportevents, Social Media-Kampagnen und Sportdatenanalysen. Zu den Kunden der italienischen Gesellschaft gehören Sportverbände, Eventveranstalter, Rundfunkanstalten, Markeninhaber, Teams und Athleten.

Gerhard Wacker

Gerhard Wacker

Berater Deltatre
Lentze Stopper (München): Gregor Lentze, Dr. Tim Bagger von Grafenstein (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Marc Patrick Schneider (Sportrecht)
Mazars (Frankfurt): Dr. Christian Back, Matthias Frye (beide Steuern)
Inhouse Recht (Turin): Elena Cantello (Head of Legal)

Berater DFL Deutsche Fußball Liga
PricewaterhouseCoopers Legal (Nürnberg): Gerhard Wacker (Federführung), Tanja Galander, Thomas Moritz, Janine Gerner-Yumusak, Christian Heigl (alle Corporate/M&A)
Noerr (München): Dr. Kathrin Westermann (Kartellrecht)
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Dr. Carsten Schlotter, Philipp Diffring (beide Steuerrecht), Dr. Jan Giedinghagen (Corporate); Associate: Anna Thiel (Steuerrecht)
Inhouse Recht (Hamburg): Jürgen Paepke (Direktor Recht), Laura Thoma (Senior Legal Counsel)

Notariat
Dr. Basty und Dr. Franck (München): Dr. Sebastian Franck

Hintergrund: Lentze Stopper beriet Deltatre bereits bei der Gründung der Sportec Solutions 2016. Die im Sportsektor bekannte Kanzlei ist regelmäßig auch bei internationalen Transaktionen beteiligt, zuletzt etwa für den Dachverband aller nationalen Sportverbände für Volleyball und Beachvolleyball, als dieser mit CVC Capital Partners das Unternehmen Volleyball World gründete. CVC verließ sich bei der Gründung auf ein Londoner Team von Freshfields Bruckhaus Deringer und die Schweizer Kanzlei Bär & Karrer.

Bei der Neujustierung der Sportec Solutions kamen für beide Joint-Venture-Partner Teams von PwC aus München zum Einsatz, unter anderem für Evaluierungs- und Bilanzierungsthemen. Simon Brameier und Jan Kosma unterstützten Deltatre. Der langjährige Partner Eckhard Späth, der den dortigen Standort leitete und an der Transaktion zusammen mit Christoph Schwaiger für die DFL beteiligt war, ist Ende Dezember überraschend verstorben.

Aber auch rechtlich war die PwC-Gruppe im Einsatz. Zwar hatten sich die DFL und ihre Tochter Sportcast bei der Gründung von Sportec Solutions noch von Baker McKenzie-Partner Dr. Ingo Strauss beraten lassen. Für die Neuausrichtung von Sportec setzte die DFL nun auf ein PwC Legal-Team um den Nürnberger Partner Wacker, das die DFL im Rahmen ihres Programms „DFL for Equity“ regelmäßig berät. Wacker war mit seinem Team etwa eingebunden, als 2019 das von der DFL mitbegründete Start-up Ryghts aus der Taufe gehoben wurde, um illegale Übertragungen von Fußballspielen im Internet aufzuspüren.

Aus dem Berater-Team, das die DFL schon 2016 beriet, ist der Steuerberater und Flick Gocke-Partner Schlotter geblieben. Schlotter befasst sich auch regelmäßig mit der Besteuerung ausländischer Sportler. Die Mandatsbeziehung zwischen Noerr-Kartellrechtlerin Westermann und der DFL ist ebenfalls stabil. Man sah die Berliner Partnerin beispielsweise auch an der Seite der Liga, als es 2016 ein Kartellamtsverfahrens zur Vergabe der Bundesliga-Medienrechte gab. (Martin Ströder)

  • Teilen