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26.02.2021

Virtueller Strommarkt: Shell übernimmt White & Case-Mandantin Next Kraftwerke

Der Energiekonzern Shell baut seine Position auf dem Strommarkt aus und will das Kölner Unternehmen Next Kraftwerke übernehmen. Das Start-up ist einer der größten Betreiber sogenannter virtueller Kraftwerke. Verkäufer ist ein Konsortium um die Gründer und die niederländische Eneco Group, die auch selbst an Next Kraftwerke interessiert war.

Holger Kraft

Holger Kraft

Neben Eneco, die rund 34 Prozent an Next Kraftwerke halten, gehören auch die Hamburger Venture-Capital-Investoren Neuhaus Partner, High-Tech Gründerfonds und Hamburg FOR Mobile zum Verkäuferkonsortium. Vorbehaltlich der Genehmigung der Kartellbehörden erwartet Shell, dass der Vertrag mit Next Kraftwerke im zweiten Quartal 2021 vollzogen werden kann.

Next Kraftwerke vernetzt und steuert europaweit mehr als 10.000 Wind-, Solar- und Biogasanlagen und setzt den erzeugten Strom im Auftrag der Kunden auf den Großhandelsmärkten ab. Das Unternehmen, das nach Medieninformationen zuletzt 400 Millionen Euro umsetzte, bleibt als eigenständiges Unternehmen mit der heutigen Geschäftsführung und existierenden Marke bestehen und wird nicht in den Shell-Konzern integriert. Alle 180 Mitarbeiter werden weiterbeschäftigt.

Der britisch-niederländische Konzern will sein Stromgeschäft bis 2030 auf rund 560 Terawattstunden verdoppeln. Dazu soll auch der Zukauf kleinerer Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien beitragen. Die Übernahme von Next Kraftwerke ist für Shell die zweite in Deutschland im laufenden Jahr. Erst kürzlich war die Übernahme des Berliner Start-ups Ubitricity bekannt geworden. Anfang 2019 hatte Shell schon den Oberallgäuer Solarbatterieproduzenten Sonnen übernommen.

Berater Shell
Inhouse Recht (London): Karina Ng (Senior Legal Counsel, Integrated Gas & New Energies) – aus dem Markt bekannt
CMS Hasche Sigle (Hamburg): Dr. Holger Kraft (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Nikolas Gregor (IP), Christoff Soltau, Dr. Dieter Zandler (Wien), Russell Hoare (London), Dr. Björn Herbers (Brüssel; alle Kartellrecht), Dr. Heino Büsching (Steuerrecht), Dorothée Janzen (Vertragsrecht/Energierecht), Dr. Kerstin Block, Dr. Joachim Kaetzler (Frankfurt; beide Bankrecht), Alexandre Morel (Paris), Dr. Dirk Baukholt (Frankfurt; beide Corporate/M&A), Dr. Olaf Thießen, Dr. Martin Mohr (Stuttgart; beide Steuerrecht), Dr. Jörn Heckmann (IT), Moritz Gerstmayr (Frankfurt; Bankrecht); Associates: Dr. Luise Pelzer, Laura Moosleitner, Dr. Constantin Lentz, Marvin Hoffmann, Sanela Fürstenberg, Georg Gutfleisch (beide Wien), Pierre de Kerpoisson (Paris; alle Corporate/M&A), Dr. Denis Schlimpert, Daphne Brunkhorst (Brüssel; beide Kartellrecht), Dr. Philipp Nonnenmühlen (Arbeitsrecht)

Hans-Georg Schulze

Hans-Georg Schulze

Berater Next Kraftwerke (Gesellschafterkonsortium)
White & Case (Berlin): Dr. Hans-Georg Schulze (Federführung; M&A/Corporate), Thomas Burmeister (Regulierung/M&A), Dr. Tilman Kuhn, Thilo Wienke (beide Kartellrecht; alle Düsseldorf), Thomas Glauden (M&A/Corporate; Brüssel); Associates: Dr. Laura Buchholz, Maximilian von Möllendorff, Stefania Sacuiu (Brüssel; alle M&A/Corporate), Verena Rudolph, Petra Kistner (beide M&A/Energierecht; beide Düsseldorf)

Notar
Notare an den Alsterarkaden (Hamburg): Matthias Kleiser

Hintergrund: Dem Verkauf ging nach JUVE-Informationen ein langwieriges Bieterverfahren voraus, das ein White & Case-Team um den Berliner Local-Partner Schulze führte. Schulze war über Beziehungen zu den Unternehmensgründern bereits im vergangenen Sommer in das Mandat des Verkäuferkonsortiums gekommen, das er mit seinem Team umfassend beriet.

Soweit bekannt zog nicht zuletzt das Interesse des Minderheitsgesellschafters Eneco den Verkaufsprozess in die Länge. Die niederländische Kraftwerksgesellschaft hatte sich 2017, beraten von KPMG Law-Partner Stefan Kimmel, an Next Kraftwerke beteiligt und hätte dieses Investment nun gern aufgestockt. Ebenfalls regelmäßig für Eneco im deutschen Markt tätig ist Luther-Partner Philipp Dietz.

Shell, beraten von einem europäischen Team von CMS um den Hamburger Partner Kraft, führte mit einem Inhouse-Team die Verhandlungen an. CMS ist bei Shell auf dem Panel und war über einen Pitch ins Mandat des Konzerns gekommen. Kraft ist regelmäßig im Energiesektor tätig, häufiger allerdings auf der Seite von Private-Equity-Investoren. Die Übernahme von Ubitricity ging Shell mit Eversheds Sutherland an, zur Übernahme von Sonnen hatte sie Baker & McKenzie mandatiert.

Nach Marktinformationen klärte KPMG die steuerlichen Aspekte auf Käuferseite. Die Verkäufer ließen sich in dieser Hinsicht von Rödl & Partner beraten. (Martin Ströder; mit Material von dpa)

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