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30.03.2021

Fußball-Plattform: Dechert-Mandantin OneFootball holt DFB, Borussia und Tottenham an Bord

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mit der Fußball-Medienplattform OneFootball eine weitreichende Partnerschaft vereinbart. Zu den Gesellschaftern der Plattform gehören bereits internationale Topclubs wie der FC Bayern, der FC Barcelona und Real Madrid. Auch Borussia Dortmund und Premier-League-Team Tottenham Hotspur wurden neue Partner von OneFootball.

Federico Pappalardo

Federico Pappalardo

Als Mitglied dieser Investorengruppe will der DFB in Zukunft turnusmäßig mit den Spitzenvereinen Europas über digitale Trends sprechen. Zudem erhofft sich der Verband die Entwicklung „innovativer Strategien für die direkte Fan-Kommunikation“, teilte der DFB mit. Nachrichten auf der Verbandshomepage sollen künftig auch auf der Plattform von OneFootball zu lesen sein.

OneFootball bietet über ihre App eine weltweite Fan-Community mit 85 Millionen Nutzern, sowie Zahlen, Daten und Fakten aus den führenden Clubs und Live-Spiele auf Pay-per-View-Basis. Dazu zählen auch Spiele der 2. Bundesliga hierzulande sowie die Übertragung von Spielen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nach Südamerika. Das Angebot des Berliner Unternehmens ist inzwischen in zwölf Sprachen verfügbar.

Ende vergangenen Jahres hatte OneFootball das digitale Sportunternehmen Dugout erworben, an dem zehn große europäische Sportclubs beteiligt waren. Im Gegenzug erhielten die Gründungsvereine der Fußball-Onlineplattform – unter anderem FC Arsenal, FC Barcelona, Bayern München, Manchester City und Paris Saint-Germain – Anteile an dem Medienunternehmen OneFootball. Dessen Gesellschafterriege wird, einschließlich des DFB und der genannten Clubs, nun auf mehr als 60 Anteilseigner taxiert. Daniel Hopp, der Sohn des SAP-Gründers Dietmar Hopp, soll laut Presseberichten ebenso an Bord sein wie der Sportartikelhersteller Adidas. In den Eigenkapitalfinanzierungsrunden hatten sich zuvor schon Risikokapitalinvestoren wie Earlybird, Union Square Ventures, Lakestar und TPG Growth beteiligt. 

Felix Felleisen

Felix Felleisen

Berater OneFootball
Dechert (München): Federico Pappalardo (Corporate), Carina Klaes-Staudt (Corporate/Steuerrecht); Associate: Christian Böhme (Corporate)
Inhouse Recht (Berlin): Dr. Julius Becker (Syndikus)

Berater Deutsche Fußball-Bund (DFB)
Deloitte Legal (Düsseldorf) Felix Felleisen, Max Lüerßen (beide Corporate), Fabian Borkowski (Steuern)

Berater Borussia Dortmund (BVB)
Inhouse Recht (Dortmund): Dr. Robin Steden (Legal Counsel & Head of Investor Relations ) – aus dem Markt bekannt

Tottenham Hotspur
Greenfort (Frankfurt): Andreas von Oppen – aus dem Markt bekannt 

Berater Earlybird Venture Capital
Vogel Heerma Waitz (Berlin): Dr. Frank Vogel (Corporate) – aus dem Markt bekannt 

Berater Adidas
Inhouse Recht (Herzogenaurach): Jan Heinemann (General Counsel) – aus dem Markt bekannt 

Hintergrund: Die Verhandlungen zwischen der von VC-Investoren geprägten Medienplattform OneFootball und ihren eher klassisch geführten Neuinvestoren, den Verbänden und Clubs, mündeten in umfassende Shareholder Agreements.

Dechert hatte den OneFootball-Gründer Lukas von Cranach schon bei der Entwicklung der Fan-App beraten und stand dem Start-up seit der ersten Eigenkapitalfinanzierungsrunde bei. Das Team um Dechert-Partner Pappalardo und Associate Böhme handelte nicht nur die jüngsten Beteiligungen des DFB, des BVB sowie von Tottenham aus, sondern steuerte schon im vergangenen Jahr die komplexe Übernahme von Dugout mit einem deutsch-britischen Kanzleiteam.

Die Rechtsgeschäfte bei OneFootball führt seit vergangenem Jahr Syndikus Becker, der zuvor unter anderem General Counsel beim Hamburger HSV war. Bei IP-Themen wird das schnell expandierende Medienunternehmen häufig von einem Team um Pinsent Masons-Partner Marc Holtorf beraten.

Aufseiten des DFB waren die Deloitte Legal-Partner Felleisen und Lüerßen im Einsatz. Das Mandat kam über die gut vernetzte Sport Business Group zustande, die Deloitte-Partner Stefan Ludwig leitet. Ebenfalls eingebunden in die Verhandlungen waren aus dem Hamburger Team Maximilian König und Martina Dodl, die sich regelmäßig mit digitalen Marketingstrategien der Deloitte-Mandaten befassen.

Der BVB vertraute laut Marktinformationen auf seinen Justiziar Steden, der schon seit 13 Jahren für den börsennotierten Fußballclub tätig ist und auch regelmäßig die Transferverträge aushandelt.

Der britische Club Tottenham hingegen hatte mit Greenfort eine Sozietät mandatiert, die eine breite medienrechtliche Erfahrung hat durch ihre langjährige Beratung der RTL-Gruppe.

Vogel Heerma Waitz steht Earlybird regelmäßig zur Seite. Der Investor hatte mit Gründungspartner Vogel – der damals noch unter der Flagge von SJ Berwin arbeitete – auch die Series A-Finanzierung von OneFootball angeführt. 2013 firmierte der Betreiber des Nachrichten- und Netzwerkdienstes für Fußballfans allerdings noch unter Motain und bot den Vorläuferdienst ‚The Football App‘.

Für Adidas ist regelmäßig Chefjurist Heinemann im Lead, der reichlich M&A-Erfahrung von seiner früheren Arbeitgeberin Bayer mitbrachte, als er 2018 das Amt beim Sportartikelhersteller übernahm.

Die Dugout-Gesellschafter setzten beim Anteilsverkauf im vergangenen Jahr auf ein Team von Weil Gotshal & Manges. Die Verhandlungen dort führte nach JUVE-Informationen der Londoner Corporate Partner David Avery-Gee gemeinsam mit dem Frankfurter Partner Dr. Ansgar Wimber. Auch der erfahrene Counsel Heiner Drüke war Teil des Teams. (Sonja Behrens; mit Material von dpa)

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