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28.04.2021

Krisen-Deal: Reitze Wilken begleitet Sanierung und Verkauf des Rohrherstellers WRW

Im Frühjahr hat das österreichische Unternehmen Sonnenhof, das dem Investor Martin Troyer gehört, die WRW Westfälische Röhrenwerke in Ahlen übernommen. Die WRW befanden sich seit dem Sommer 2020 in einem Eigenverwaltungsverfahren, für welches das Amtsgericht Münster zuständig ist.

Axel Neumahr

Axel Neumahr

In der Eigenverwaltung war es zusammen mit der Unternehmensberatung Montag & Montag gelungen, den Hersteller von Mehrschichtverbundrohren wirtschaftlich zu stabilisieren. Auch das zwischenzeitliche Abspringen eines Käufers brachte das Verfahren nicht zum Scheitern. Neben dem Asset-Deal für den Produktionsbetrieb, der im März perfekt war und rund 90 Arbeitsplätze sicherte, wurde unter den Beteiligten anschließend auch der Verkauf einer Immobilien-Besitzgesellschaft als Share-Deal ausgehandelt.

Die im österreichischen Lienz ansässige Sonnenhof-Gruppe ist mit rund 500 Mitarbeitern als Bauzulieferer und im Bereich Immobilien tätig und erschließt sich mit der WRW-Übernahme ein weiteres Geschäftsfeld.

Berater Sonnenhof
BRP Renaud & Partner (Stuttgart): Dr. Axel Neumahr (Corporate/M&A), Dr. Betina Fecker (Arbeitsrecht); Associate: Tobias Pfriender (Corporate/M&A)

Boris Ober

Boris Ober

Berater WRW
Reitze Wilken (Köln): Dr. Boris Ober, Dr. Sebastian Hagemann (beide Restrukturierung)

Sach-/Insolvenzverwaltung
Mönig Wirtschaftskanzlei (Münster): Michael Mönig (Insolvenzrecht)

Berater Altgesellschafter
Görg (Köln): Dr. Alexander Kessler, Christopher Schiller (beide Corporate) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Der Kontakt zwischen BRP und dem Mandanten kam über die Arbeitsrechtspartnerin Fecker zustande, die Sonnenhof bereits 2019 beim Zukauf des Holzverarbeiters Werzalit – ebenfalls aus einer Insolvenz-Situation heraus – beriet. Partner Neumahr kam Ende 2019 zu BRP. Beim WRW-Kauf betreute er in erster Linie den Share-Deal über die Immobiliengesellschaft.

Reitze Wilken entstand im Sommer 2020, als mehrere bekannte Kölner Görg-Anwälte die Kanzlei verließen. Zuletzt beriet Reitze Wilken unter anderem den Hauptgesellschafter des Textileinzelhändlers Walbusch beim Erwerb einer Logistik-Immobilie im westfälischen Halle, die aus dem Umfeld der Gerry Weber-Insolvenz stammt. Dort berieten die Gründer gemeinsam mit Hans-Gerd Jauch, der Ende 2018 bei Görg ausgeschieden war und seitdem unter eigener Flagge im Bereich Insolvenzverwaltung und Restrukturierung tätig ist.

Sachwalter Mönig ist in NRW an zahlreichen Gerichten als Verwalter oder Sachwalter aktiv und war zum Beispiel 2012 beim Fußballclub Alemannia Aachen sowie 2016/17 beim Bettwarenhersteller Gebr. Sanders bestellt. Mönigs Kanzlei mit Stammsitz in Münster zählt rund 20 Berufsträger, darunter sieben Partner. (Markus Lembeck)

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