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12.05.2021

High-End-Kopfhörer: Sennheiser-Sparte geht mit Fieldfisher in die Schweiz

Sennheiser-Kopfhörer für Privatkonsumenten sollen künftig unter Schweizer Regie hergestellt werden. Der börsennotierte Hörgeräte-Hersteller Sonova will die Consumer-Division des Familienunternehmens Sennheiser electronic übernehmen. Wenn die Regulierungsbehörden keine Einwände erheben, soll das Geschäft im zweiten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden. Der Kaufpreis beträgt 200 Millionen Euro. 

Jan Hartmann

Jan Hartmann

Die Sennheiser Consumer Division stellt Kopfhörer sowie Audiologie- und Telekommunikationsprodukte für den Privatbereich her. Die Abteilung erzielte mit 600 Mitarbeitern zuletzt einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro im Jahr. Sennheiser hatte im vergangenen Juli den Abbau von 650 seiner 2800 Stellen bis 2022 angekündigt und im Februar mitgeteilt, dass das Unternehmen sich auf Profiausrüstung konzentrieren wolle. Das 1945 gegründete und in der dritten Generation bestehende Familienunternehmen sitzt in Wedemark bei Hannover und ist in mehr als 50 Ländern aktiv.

Die Sonova Holding setzt jährlich rund 3 Milliarden Schweizer Franken um und will die Kopfhörer-Produktion von Sennheiser mit seinen Erfahrungen und Technologien aus dem Hörgerätebereich verbinden. Die Sennheiser-Mitarbeiter sollen daher übernommen werden. Der entsprechende gesellschafts- und arbeitsrechtliche Transfer dürfte sich über mehr als 15 Jurisdiktionen erstrecken.

Berater Sonova
Fieldfisher (Düsseldorf): Jan Hartmann (Federführung), Dr. Patrick Halfpap (beide Corporate/M&A), Dr. Sascha Dethof (Kartellrecht), Marcus Kamp (Arbeitsrecht), Dr. Stefanie Greifeneder (IP/Commercial), Sara Bandehzadeh (Commercial), Victor Martins-Kuenzel (Immobilienrecht), Andre Happel (Steuerrecht), Thorsten Ihler (IT/Datenschutz), Stephan Zimprich, Matthias Berger (beide IP), Leif Herzog (Corporate/M&A), Anita Malec (Kartellrecht), Dr. Bahne Sievers (IT); Associates: Dr. Kai Danelzik, Anne Sehrbrock, Tobias Van Vlodrop (alle Corporate/M&A), Mike Seemann (Immobilienrecht), Julian Funck (Steuern), Sarah Werner, Raoul Schätzler (beide Kartellrecht), Iris Lahner (IP), Carolin Wagner (IT/Datenschutz), Anne Bremer (Arbeitsrecht)
KPMG (Stuttgart): Florian Geiger, Simon Juon (Zürich); Associate: Christoph Kurrle (alle Steuern)
Inhouse Steuern (Zürich): Alessandra Perego (Corporate Tax) – aus dem Markt bekannt

Bernd Wirbel

Bernd Wirbel

Berater Sennheiser-Gesellschafter
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Bernd Wirbel, Thomas Meurer (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Matthias Scheifele (Steuerrecht; München), Dr. Alf-Henrik Bischke (Kartellrecht), Dr. Christian Hoefs,  (Arbeitsrecht; Frankfurt), Wolfgang Kellenter, Andrea Schlaffge (beide IP/IT), Dr. Gunther Wagner (Steuern; München); Associates: Barbara Boytinck, Mike Steffen, Maxi Ludwig (alle M&A),Christian Dankerl (Kartellrecht), Selina Rohr (Arbeitsrecht; Frankfurt)
Beiten Burkhardt (München): Markus Künzel (Federführung), Dr. Erik Schmid; Associate: Nadine Radbruch (alle Arbeitsrecht)
PwC Legal (Düsseldorf): Dr. Frederic Mirza Khanian, Dr. Simon Dürr (Frankfurt; beide Federführung; beide Corporate/M&A) 
PricewaterhouseCoopers (Hannover): Thorsten Vree (Steuern) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Wedemark): Christoph Häußermann (Director Legal Services & IP) – aus dem Markt bekannt

Notar
Braunfels Oppermann (Düsseldorf): Dr. Florian Braunfels – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Fieldfischer, die Sonova schon lange im Kartellrecht berät, ist auch regelmäßig im M&A-Geschäft für das Schweizer Unternehmen im Einsatz. Corporate-Partner Hartmann steuerte 2018 schon zusammen mit denn Sozietäten Homburger und Stibbe den Ankauf der niederländische Firma AudioNova, für die Sonova seinerzeit rund 830 Millionen Euro zahlte. Fiedfisher deckt üblicherweise auch die steuerlichen Aspekte in der Vertragsstruktur ab.

Für die Sennheiser-Transaktion wurden auch Fieldfisher-Kollegen aus China, Irland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden eingebunden, ebenso wie Experten von KPMG. Sonova ist ein langjähriges Mandat von KPMG Schweiz, was sich für die Big Four-Gesellschaft auch in der Begleitung der deutschen Töchterfirmen und Transaktionen auszahlt.

Rechtlich setzte die Tochterfirma Sonova Retail hierzulande beim Zukauf von Hörakustikfachgeschäften seit einem guten Jahrzehnt auf SNP Schlawien und in der Regel auf den Münchner Partner Ulrich Leierseder.

Das Hengeler-Team kam soweit bekannt aufgrund einer Empfehlung in das Verkaufsmandat. Das federführende Duo Wirbel und Meurer hatte beispielsweise 2019 auch die Gesellschafter der Boxine Gmbh, einen Hersteller von Audiosystemen für Kinder, beim Anteilsverkauf an die Industrieholding Armira unterstützt. Nach JUVE-Informationen haben sie nicht nur den M&A-Deal vorbereitet, sondern auch den nun anstehenden weltweiten Ablösungsprozess für die Consumer-Sparte.

PwC Legal unterstützt die Carve-Out-Transaktion mit einem Team um die Partner Frederic Mirza Khanian und Simon Dürr, den Co-Leitern des Global Transformation Teams. Das Team versteht sich als Bindeglied zwischen den verschiedenen Beratungsbereichen der Big Four bei großen Projekten. In diesem Fall ist PwC zudem für die Tax Due Diligence zuständig. Die arbeitsrechtlichen Themen deckt Beiten Burkhardt regelmäßig für Sennheiser ab. Das Team um den Münchner Partner Künzel führt dem Vernehmen nach aktuell noch Verhandlungen mit dem Betriebsrat. (Sonja Behrens, mit Material von dpa)

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