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16.06.2021

Sixt SE: Inhouse-Juristen und Milbank begleiten Familiennachfolge

Mit der diesjährigen Hauptversammlung bei Sixt wird ein Generationswechsel eingeläutet: Der langjährige Geschäftsführer Erich Sixt übergibt den Vorstandsvorsitz an seine beiden Söhne Konstantin und Alexander Sixt. Er selbst hingegen wird – sofern die Aktionäre zustimmen – ohne Karenzzeit direkt in den Aufsichtsrat wechseln.

Christoph Rothenfußer

Christoph Rothenfußer

Beide Sixt-Söhne sind schon mehr als ein Jahrzehnt im Unternehmen tätig, das sich mehrheitlich in Familienhand befindet. Seit 2015 amtieren sie auch als Vorstandsmitglieder. Auch wenn der Umsatz von 3,3 Milliarden Euro in 2019 coronabedingt im Jahr 2020 um fast die Hälfte einbrach, so hat sich die Lage dank massiver Flotteneinsparungen mittlerweile stabilisiert.

Finanzen sind geregelt

Den 1,5 Milliarden Euro schweren Überbrückungskredit aus dem KfW-Sonderprogramm musste der Autovermieter nicht in Anspruch nehmen. Stattdessen lancierte er eine Anleihe und eine 750 Million Euro Konsortialfinanzierung, damit er die mit der KfW und anderen Kreditinstituten geschlossenen Verbindlichkeiten ablösen kann.

Abgesichert wird die neue Kreditlinie primär von der Commerzbank, der DZ BANK sowie der UniCredit.

Frank Laudenklos

Frank Laudenklos

Berater Sixt 
Inhouse Recht (Pullach):  Dr. Andrew Mountstephens (Leiter Recht), Dr. Franz Weinberger, Dr. Ferdinand Oelschlegel
Milbank (München): Dr. Christioph Rothenfußer, Dr. Sebastian Reiner-Pechtl, Manuel Bogenreuther (alle Corporate/M&A) – zur Hauptversammlung
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Frank Laudenklos; Associate: Alexander Pospisil (alle Finanzrecht) – zur Konsortialfinanzierung

Berater Bankenkonsortium
Latham & Watkins (Frankfurt): Sibylle Münch (Federführung; Bank- und Finanzrecht), Dr. Ulf Kieker (Steuern; München); Associates: Martina Eisgruber, Philipp Guggeis (München; beide Bank-und Finanzrecht)

Notar
Notare Görk und Berringer (München): Dr. Stefan Görk (aus dem Markt bekannt) – zur Hauptversammlung

Hintergrund: Sixt hatte sich entschlossen, an dem Ablauf der virtuellen Hauptversammlung nichts zu verändern, Fragen können die Aktionäre weiterhin nur im Vorfeld der Hauptversammlung stellen.

Milbank, die bei den Aktionärsversammlungen von Sartorius und ProSiebenSat.1 schon mit Live-Nachfragen im virtuellen Format befasst war, ist fortlaufend im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht sowie M&A für den Autovermieter tätig.

Die neue Konsortialfinanzierung hatte der stellvertretende Leiter der Sixt-Rechtsabteilung, Weinberger, federführend arrangiert – in einem sogenannten Self-Arranged Process. 

Weinberger ist seit Anfang April nicht mehr Teil der Rechtsabteilung, sondern leitet als Head of Corporate Finance ein fünfköpfiges Team für die weltweite Konzernfinanzierung. In dieser Funktion berichtet er direkt an Prof. Dr. Kai Andrejewski, der Anfang Juni als Chief Financial Officer in den Vorstand kam. Einen Teil von Weinbergers früheren Aufgaben hat Syndikus Oelschlegel übernommen, der zum Monatsbeginn von BMW wechselte und sich primär den Bereichen Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht und M&A widmet.

Das Team um Freshfields-Partner Laudenklos war auch in die Abstimmungen mit der KfW und den Hausbanken im vergangenen Jahr involviert und prüfte den umfangreichen neuen Kreditvertrag.

Latham wiederum unterstützte hier die Inhouse-Juristen der arrangierenden Banken – eine Rolle, die im vergangenen Jahr Linklaters zukam.

Da auch ein neues Vergütungssystem für den Sixt-Vorstand auf der Tagesordnung steht, ließ sich der Sixt-Aufsichtsrat dazu nach JUVE-Informationen von EY, KPMG und Taylor Wessing beraten. (Sonja Behrens)

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