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02.07.2021

SPAC-IPO: Hörspiel-Start-up Boxine will mit Skadden und 468 an die Börse

Boxine, das Unternehmen hinter dem Kinder-Audiosystem Tonies, will mit der Wagniskapitalfirma 468 SPAC I SE gemeinsame Sache machen. Durch den Zusammenschluss der beiden könnten künftig Aktien von Boxine an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. 

Jan Bauer

Jan Bauer

Das Unternehmen 468 bewertet Boxine mit einer Milliarde Euro. Es heißt, die Gespräche laufen noch, daher könnten noch keine endgültigen Aussagen getroffen werden, ob ein entsprechender Deal auch zustande kommt.

Mit Boxine will ein weiteres Technologieunternehmen einen noch jungen Börsenmantel nutzen, um selbst ohne IPO an die Börse zu gehen. Gegründet würde Boxine 2013 von Patric Faßbender und Marcus Stahl in Düsseldorf, seit 2016 sind die Tonieboxen und Tonies-Figuren, über die Hörspiele und Musik gehört werden können, auf dem Markt. Seitdem hat das Unternehmen mehr als zwei Millionen Tonieboxen und über 20 Millionen Tonies verkauft.

Mittlerweile ist Boxine in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Irland und seit Kurzem auch in den USA vertreten. Um die Internationalisierung voranzutreiben, hatte Boxine 2019 die Münchner Industrieholding Armira als Investor an Bord geholt.

Bei der Firma 468 SPAC I SE handelt es sich um ein sogenanntes SPAC (Special Purpose Acquisition Company), ein Unternehmen, das gegründet wurde, um später durch Fusionen andere Firmen an die Börse zu bringen. Vor allem junge Unternehmen versprechen sich davon einen schnelleren Börsengang sowie geringere Kosten. Solche Geschäfte gelten bei Experten angesichts hoher Unsicherheiten für Anleger als besonders riskant.

Carsten Berrar

Carsten Berrar

Berater Armira und Boxine
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (Frankfurt): Jan Bauer (PE/M&A), Stephan Hutter (Kapitalmarktrecht; beide Federführung), Johannes Frey (Steuerrecht); Associates: Emanuel Ionescu (PE/M&A), Julian Klose (Corporate), Christian Kusenbach (PE/M&A), Lukas Greilich (Kapitalmarktrecht)
Schnittker Möllmann Partners: Dr. Jörn Wöbke (Corporate/M&A; Hamburg), Jens Kretzschmann (Fondsstrukturierung; Berlin), Andreas Kortendick (Steuerrecht; Köln), Lennart Lorenz (Aufsichtsrecht; Hamburg), Dr. Christian Joisten (Steuerrecht; Köln); Associate: Robert Schramm (Fondsstrukturierung/Corporate; Berlin), Johannes Schmidt (Corporate; Hamburg), Dr. Niklas Ulrich (Aufsichtsrecht; Hamburg)

Berater 468 SPAC I 
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, Dr. Konstantin Technau, Dr. Lars Rüve; Associates: Dr. Stephan Rauch, Frederick Eggert (alle Kapitalmarktrecht)
Flick Gocke Schaumburg (München): Dr. Florian Holzner (Federführung), Dr. Florian Kutt (Berlin), Matthias Full; Associates: Anne-Catherine Lorek, Klaus Himmer (alle Steuerrecht)
Arendt & Medernach (Luxemburg): Alexander Olliges (Corporate/M&A), François Warken (Kapitalmarktrecht; beide Federführung); Associates: Maria Grosbusch, Haider Gontier (beide Corporate/M&A)

Berater Boxine/Gründer
Berner Fleck Wettich (Düsseldorf): Dr. Thilo Fleck (Federführung), Dr. Christian Nienkemper, Dr. Carsten Wettich (alle Corporate) – aus dem Markt bekannt
Arnold Ruess (Düsseldorf): Dr. Bernhard Arnold, Prof. Dr. Peter Ruess (beide IP)

Berater Berenberg Bank
Linklaters (Frankfurt): Dr. Alexander Schlee, Ulli Janssen (beide Kapitalmarktrecht) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Neu für Armira/Boxine im Mandat ist Skadden mit PE-Experte Bauer und Kapitalmarktrechtler Hutter in der Federführung. Die Kanzlei kam über einen persönlichen Kontakt in das Mandat, verfügt aber über viel Erfahrung bei SPAC-Konstruktionen. So war die Kanzlei erst kürzlich für Signa Sports bei einer geplanten SPAC-Fusion dabei, die dem Sportartikelhändler den Weg an die New Yorker Börse ebnen soll.

Ebenfalls an der Seite von Armira ist Schnittker Möllmann, die die Münchner Industrieholding bereits 2019 bei der Boxine-Investition begleiteten. Neben Strukturfragen berät die Kanzlei auch zu transaktionsbezogenen und steuerlichen Themen.

Erfahrungen mit SPACs hat auch Sullivan, die bei der hiesigen Transaktion für 468 im Einsatz ist. Das Team um Partner Berrar setzte bereits einige SPACs mit Börsennotierung auf in diesem Jahr, dazu zählt unter anderem die Gründung und der IPO des Übernahmevehikels Obo Tech.  

Eingespielt ist auch die Beziehung zwischen den Boxine-Gründern und der Düsseldorfer Corporate-Boutique Berner Fleck Wettich, die  laut Marktinformationen erneut die Gründer berät und die dem Unternehmen schon lange zur Seite steht. (Helena Hauser; mit Material von dpa)

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