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14.07.2021

Überraschende Personalie: Seitz und Allen & Overy verhandeln zum Vorstandswechsel bei Opel

Beim Autobauer Opel nimmt ein neuer Chef Platz am Steuer. Ab September führt der bisherige Deutschland-Chef des Konkurrenten Renault, Uwe Hochgeschurtz, die Traditionsmarke. Deren Vorstandschef Michael Lohscheller habe sich entschieden, eine Aufgabe außerhalb des Stellantis Konzerns anzunehmen, hieß es. Für die Verhandlungen mandatierten Opel und Lohscheller bekannte Arbeitsrechtler.

Stefan Seitz

Stefan Seitz

Für Opel haben Dr. Stefan Seitz, Namenspartner der Kölner Kanzlei Seitz, und Counsel Dr. Maximilian Schmidt die Vertragsaufhebung mit Lohscheller und den Anstellungsvertrag mit dessen Nachfolger Uwe Hochgeschurtz verhandelt. Soweit bekannt beriet die Kanzlei dabei sowohl den Opel-Aufsichtsrat als auch Gesellschafterin Stellantis. Seitz ist bekanntermaßen seit der Übernahme des Rüsselsheimer Konzerns durch PSA mit der Beratung zu zahlreichen Re- und Umstrukturierungsmaßnahmen bei Opel befasst. Kürzlich wurde öffentlich, dass die Kanzlei, die auch regelmäßig Spitzensportler bei ihren Verträgen berät, eine Sportlerberatungsagentur namens Seitz Agency gegründet hat.

Thomas Ubber

Thomas Ubber

Lohscheller hat nach Marktinformationen für die Vertragsauflösungsverhandlungen Allen & Overy-Partner Thomas Ubber und die Münchner Counsel Dr. Bettina Scharff mandatiert. In dieser Konstellation haben die Anwälte vor zwei Jahren bereits die Modalitäten für den Ausstieg der Opel-Personalchefin Anke Felder verhandelt. Ubber hält seit mehreren Jahren gute Kontakte in die Opel-Vorstandsetage.

Lohscheller war 2017 an die Spitze des Unternehmens gekommen, nachdem Stellantis-Vorgänger PSA das Unternehmen von General Motors übernommen hatte. Lohscheller organisierte den Umbau des Unternehmens, bei dem ohne betriebsbedingte Kündigungen tausende Arbeitsplätze gestrichen wurden. Die drei Standorte Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach blieben bestehen, während große Teile des Entwicklungszentrums sowie das Testzentrum in Dudenhofen bei Frankfurt verkauft wurden.

Ob der neue Opel-Chef Uwe Hochgeschurtz bei seinem Vertragsabschluss anwaltlich beraten wurde, ist nicht bekannt. Er blickt auf mehr als 30 Jahre Berufserfahrung im Automobilgeschäft zurück, die er bei Ford, Volkswagen und Renault sammelte. Für den französischen Konkurrenten arbeitete er seit 2003 und war zuletzt Chef der Vertriebsregion Deutschland, Österreich und Schweiz. (Christiane Schiffer; mit Material von dpa)

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