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25.02.2014

Düsseldorf: Schutzschirm für Strauss-Warenhäuser

Es gibt sie doch, die großen ESUG-Schutzschirmverfahren – nicht zahlreich, aber bedeutsam. Der gesetzliche Auftrag an das jeweilige Management lautet: einen Insolvenzplan aushandeln in maximal drei Monaten. Das hat in den letzten zwei Jahren nicht immer funktioniert und manches Verfahren wurde als Regelverfahren beendet. Prof. Dr. Florian Jacoby von der Universität Bielefeld erforscht den Erfolg bisheriger Fälle übrigens unter www.esug-evaluation.de.

+++ Die Warenhauskette Strauss Innovation hat Ende Januar beim Amtsgericht Düsseldorf ein Schutzschirmverfahren beantragt. Die Geschäftsführung berät Dr. Matthias Kampshoff von McDermott Will & Emery, Sachwalter wurde Andreas Ringstmeier von Ringstmeier & Kollegen aus Köln. Strauss ist bundesweit mit 95 Filialen präsent und hat 1.400 Mitarbeiter. 2008 stieg der Finanzinvestor EQT im Rahmen einer Kapitalerhöhung bei Strauss ein, später ging das Unternehmen an Sun European Partner, den europäischen Teil von Sun Capital. Der Eigner vertraut wie bei seinem Einstieg auf den restrukturierungserfahrenen Dr. Bernd Meyer-Löwy von Kirkland & Ellis. +++

Detlef Specovius

Detlef Specovius

+++ Der Schutzschirm von Meiller GHP am Amtsgericht Amberg bietet eine interessante neue Aufgabe für Detlef Specovius von Schultze & Braun. Gerade hat er, begleitet von vielfachem Lob anderer Berater, die Werkstattkette ATU durch ihren Refinanzierungs-Marathon geleitet, jetzt muss er sich, ebenfalls als CRO, um Direktmailings und Dialogmarketing kümmern. Sachwalter ist Dr. Stefan Waldherr von Jaffé in Nürnberg. Meiller GHP ist ein Joint Venture der Österreichischen und Schweizerischen Post und steckt seit Jahren in einem Umbauprozess. Insgesamt beschäftigt die Meiller-Gruppe 1.700 Mitarbeiter. +++

+++ Anwaltliches Berufsrecht ist nicht alles: Dr. Volker Römermann kommt in Norddeutschland regelmäßig zu ansehnlichen Verfahren. Jetzt Windwärts am Amtsgericht Hannover, im Sommer 2013 schon die Spezialdruckerei Ketels in Flensburg. Der Projektentwickler Windwärts konnte fällige Zinsen auf Genussrechte in Höhe von über 3 Millionen Euro nicht zahlen, insgesamt sind 1.600 Anleger betroffen. Das ist nicht die Dimension von Prokon – trotzdem schaut die Windkraftbranche gespannt auf Sanierungsmöglichkeiten. Die vier Jahre währende Verbindung Römermanns mit dem Verwalter Frank Hanselmann besteht seit Anfang des Jahres übrigens nicht mehr. +++

+++ Mit neuem Namen und neuer personeller Konstellation gehen auch andere, traditionsreiche Insolvenzkanzleien in das Jahr 2014. Zeitgleich mit dem Wechsel von Christian Köhler-Ma zu Olswang wurde aus Leonhardt & Partner in Berlin Leonhardt Rattunde. Und nachdem bei Ott & Kollegen in München schon vor einigen Jahren Dr. Christian Gerloff zum Namenspartner aufgestiegen war, ist der alte Patron Dr. Wolfgang Ott jetzt ganz aus der Kanzlei ausgeschieden. Aus Ott Gerloff wurde Gerloff Liebler. (ML)

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