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29.07.2004

Litigation-Coup: Latham holt Team um Schmitz von Clifford

Der erfahrene Prozessanwalt Dr. Bernd-Wilhelm Schmitz (47) wird mit einem Team von sechs Anwälten von Clifford Chance in das Frankfurter Büro von Latham & Watkins wechseln. Neben vier Associates zählen dazu Dr. Finn Zeidler und Stefan Kleemann, die zunächst den Status eines Of Counsel haben werden. Nach Aussagen des deutschen Managing Partners von Clifford Dr. Hans-Josef Schneider und Schmitz selbst „steht der Zeitpunkt des Wechsels im Moment noch nicht fest“.

Schmitz ist seit Jahren auf die forensische Arbeit mit Schwerpunkten im Kapitalmarkt-, Gesellschafts- und Versicherungsrecht spezialisiert. In den letzten Jahren kamen dazu immer häufiger Haftungsfälle von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern – eine Tätigkeit, für die Schmitz neben den kapitalmarktrechtlichen Auseinandersetzungen besonders bekannt ist.

Zu seinen aktuellen Verfahren gehören die Vertretung der Deutschen Telekom in einer großen Aktionärsklage vor dem Landgericht Frankfurt sowie die Vertretung der Werhahn-Gruppe in einem Berufshaftpflichtfall gegen Haarmann Hemmelrath. Mandanten der letzten Jahre sind unter anderem die Bankgesellschaft Berlin, der Philipp Holzmann Konzern und Aventis. Schmitz geht davon aus, dass er die wesentlichen derzeitigen Mandate auch in seiner neuen Kanzlei weiterbetreuen wird. Clifford-Partner Schneider wollte sich diesbezüglich nicht äußern. Auch die Wechsel auf Associate-Ebene wollte man nicht bestätigen.

Latham zählt in den USA zu den führenden Litigation-Praxen und hat auch in Paris eine schlagkräftige Gruppe, die erst kürzlich um neun Quereinsteiger gewachsen ist. Ihrem erklärtem Ziel, auch in Deutschland in diese Riege aufzurücken, dürfte die Kanzlei nun mit den Neuzugängen einen deutlichen Schritt näher gekommen sein.

Peter Wald, Chairman des Litigation Departments von Latham, betonte: „Die umfangreichen Erfahrungen unseres neuen Partners in Fragen der Corporate Governance und in Haftpflichtsachen ergänzen in idealer Weise die internationale Strategie der Sozietät beim Aufbau ihres Rufs als eine der führenden Sozietäten im Bereich der Prozessführung.“

Dr. Jörg Soehring, Managing Partner der deutschen Latham-Büros, erklärte außerdem, dass der gesamte Bereich Dispute Resolution in Deutschland zukünftig organisatorisch noch stärker als Einheit präsentiert werden soll. Auch der personelle „Expansionskurs ist mit Eintreten von Schmitz nicht zu Ende“, so Soehring. Schmitz soll beim weiteren Ausbau der Litigation-Praxis eine entscheidende Rolle spielen, was er als einen wichtigen Grund für seinen Wechsel bezeichnete.

Clifford verfügt jedoch auch nach dem Verlust des Teams über eine der größten und am breitesten aufgestellten Prozesspraxen in Deutschland. (Astrid Gerber)

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