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29.10.2004

Deutsche Premiere: Kirkland & Ellis eröffnet mit Kullmann in München

Der bekannte Gesellschaftsrechtler und Private-Equity-Spezialist Volker Kullmann (43) verlässt Clifford Chance und eröffnet für die US-Kanzlei Kirkland & Ellis ein Büro in München.Die ursprünglich aus Chicago stammende Sozietät ist bisher mit über 1.000 Anwälten an fünf Standorten in den USA sowie seit einigen Jahren in London präsent. Kirkland & Ellis betreibt unter anderem die größte Private-Equity-Praxis in den Staaten.

Kullmann war seit 1998 bei Clifford Chance, seit 1999 als Partner. Zuvor war der Jurist und gelernte Bankkaufmann zwei Jahre als Anwalt bei Beiten Burkhardt Mittl & Wegener in Frankfurt und London tätig. Bei Clifford hat Kullmann die Münchner Corporate-Abteilung aufgebaut.

Zuletzt hat er etwa Carlyle beim Erwerb der AZ Electronic Materials und Hellman & Friedman bei ihrer Beteiligung an der Axel Springer AG beraten.

Zum Startteam in München werden neben Kullmann auch der Londoner Kirkland-Partner Dr. Thomas Verhoeven und Ivo Posluschny gehören.

Der deutsche Rechtsanwalt Verhoeven ist Head der deutschen Praxisgruppe bei Kirkland. Der Gesellschaftsrechtler war vor drei Jahren von Oppenhoff & Rädler gekommen, wo er das New Yorker Büro geleitet hatte. Kirkland plant, rund zehn weitere Rechtsanwälte nach München zu holen.

Von London aus war Kirkland wiederholt an deutschen Private-Equity-Transaktionen ihres langjährigen Mandanten Bain Capital beteiligt, so etwa beim Kauf und Wiederverkauf der Bahn-Tochter Interfer. Die Federführung lag bei diesen Transaktionen allerdings bei der deutschen Praxis von Ashurst. Marktbeobachtern zufolge sind mit der Präsenz der Briten die Beziehungen zwischen Kirkland und dem Finanzinvestor zunehmend unter Druck geraten.

Weitere Mandanten in Deutschland sind laut Darstellung von Kirkland Bank of America Equity Partners, Madison Dearborn Partners, MidOcean Capital Partners und Caisse de Depot et Placement du Quebec.

Für Clifford dürfte der Weggang Kullmanns zwar einen Verlust bedeuten, jedoch blickt die Kanzlei der Zukunft in München zuversichtlich entgegen: „Wir haben in diesem Jahr München ohnehin mit Jan Wrede aus dem Hongkonger Büro und mit Nicole Englisch aus Frankfurt auf Partnerebene verstärkt aufgebaut“, erklärte Dr. Andreas Dietzel, Leiter der deutschen Corporate-Praxis. „Zusammen mit Stefanie Tetz haben wir damit auch nach dem Weggang von Volker Kullmann drei leistungsstarke Partner. Wir setzen weitherhin klar auf den Standort München.“ Die Frage nach möglichen Partner-Quereinsteigern sei jedoch noch offen. (Christine Albert)

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