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01.12.2005

Hochkarätige Verstärkung: Ashurst-Rainmaker Kirchner wechselt zu Latham

Der Private-Equity-Star Dr. Jörg Kirchner wird von Ashurst zu Latham & Watkins wechseln. Der 44-Jährige eröffnet Anfang Dezember für die US-Kanzlei ein neues Büro in München. Zusammen mit Ashursts bekanntestem deutschen Corporate-Anwalt gehen auch der junge Steuerrechtspartner Stephan Süß (34) sowie die Arbeitsrechtspartnerin Claudia Heins (41).

Kirchner war im Juni 2002 von Baker & McKenzie zu Ashurst gekommen und hat seither die Private-Equity-Praxis der Kanzlei in Deutschland kontinuierlich aufgebaut. Zu seinen Mandanten zählen zahlreiche große Finanzinvestoren. So beriet er etwa im Dezember 2003 Bain Capital beim Erwerb von Brenntag/Interfer von der Deutschen Bahn sowie bei der Übernahme von Süddekor und Dakor. Im Januar 2005 begleitete er außerdem die Carlyle Group – ein Stammmandant von Lathams außerhalb Deutschlands – beim Erwerb von HT Troplast von Rütgers.

Für Latham, die hierzulande bisher nur in Hamburg und Frankfurt präsent war, bedeutet die Ankunft Kirchners eine wichtige Verstärkung. Obwohl die Kanzlei mit dem Frankfurter Partner Hans-Jürgen Lütt regelmäßig bei Private-Equity-Transaktionen tätig ist, verfügt man in Deutschland noch nicht über eine ähnlich starke Praxis wie in den USA oder in Frankreich. In Paris hatte Latham im vergangenen Jahr den Private-Equity-Partner Thomas Forschbach gewonnen, der ebenfalls von Ashurst kam und ein Team von sechs Anwälten mitbrachte.

Auch im Steuerrecht ist der jetzige Wechsel des Steuerpartners Süß eine strategische Verstärkung der sonst nur mit einem Hamburger Partner besetzten Steuerpraxis von Latham.

Für Ashurst bedeutet der Verlust Kirchners einen deutlichen Rückschlag. Simon Beddow, Managing Partner von Ashurst in Deutschland, bedauerte den Weggang von Kirchner. „Ich bin natürlich enttäuscht. Aber wir sind wegen unseres deutschen Geschäfts sehr zuversichtlich. Das Frankfurter Büro boomt zur Zeit, vor allem in den Bereichen Corporate, Finanzrecht und Real Estate“, so Beddow gegenüber JUVE. „Wir werden unser Wachstum fortsetzen, aber die Geschwindigkeit des Wachstums geben die Bedürfnisse unserer Mandanten vor.“

Ashurst hatte erst im Juni mit Dr. Andreas Hoffmann, der zum US-amerikanischen Mischkonzern General Electric wechselte, einen wichtigen Münchner Corporate-Partner verloren.

Bis Redaktionsschluss war noch nicht bekannt, ob sich noch weitere Associates Kirchner und den beiden anderen Partnern anschließen würden. Unklar blieb auch der genaue Zeitpunkt des Wechsels. Weder Latham noch Ashurst wollten sich dazu äußern. Quellen bei Ashurst bestätigten jedoch, dass die Partner eine sechsmonatige Kündigungsfrist haben. (Aled Griffiths)

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