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14.09.2006

Hochkarätige Verstärkung in Frankfurt: Latham holt Baker-Partner Oberbracht

Latham & Watkins vermeldet einen weiteren Akquiseerfolg: Der Baker & McKenzie-Partner Dr. Dirk Oberbracht wechselt noch im Laufe dieses Jahres in das Frankfurter Büro der US-Kanzlei. Der 42-Jährige ist vor allem auf Private-Equity-Transaktionen spezialisiert.“Ich wurde von Latham angesprochen und freue mich darauf, nach meiner langjährigen Tätigkeit bei Baker in einer anderen exzellenten US-Kanzlei tätig zu werden“, sagte Oberbracht. Der Corporate-Anwalt hat in seiner Zeit bei Baker vor allem zu One Equity Partners gute Kontakte aufgebaut. Er beriet den Finanzinvestor unter anderem beim Erwerb der Hanauer Vacuumschmelze und beim Erwerb der Mamor S.p.A. Zudem ist er regelmäßig für Triton und Apax aktiv gewesen.

Angefangen hatte der Jurist seine Laufbahn 1994 bei Hengeler Mueller. Mitte 2000 war er nach Secondments bei Lovells in London und in der Rechtsabteilung der Deutschen Bank zunächst als Local Partner zu Baker gewechselt, seit 2002 ist er International Partner.

Mit Oberbracht wächst die Zahl der Latham-Partner, die auf Private Equity spezialisiert sind, auf vier. Zuletzt hatte die US-Kanzlei Ende 2005 Dr. Jörg Kirchner gewonnen, der von Ashurst kam und für Latham ein Büro in München eröffnete. Kirchner war seither für Lathams bei etlichen Transaktionen für Bain Capital, Carlyle und Cinvent tätig. Erst vor kurzem hatte zudem Dr. Christina Ungeheuer das Akquisitionsfinanzierungsteam in Frankfurt verrstärkt. Ungeheuer hatte früher ebenfalls bei Baker gearbeitet, war allerdings Ende 2004 mit Dr. Rainer Magold zu Milbank gewechselt.

„Der Zugang von Herrn Oberbracht praktisch zeitgleich mit dem von Frau Ungeheuer ist strategisch ein richtig großer Schritt nach vorne, weil wir eine substantielle M&A-Plattform jetzt im Paket mit Finance Expertise anbieten können“, sagte Dr. Hans-Jürgen Lütt, Frankfurter Standortleiter bei Latham. „Wir hoffen, von Herrn Oberbrachts sehr guten Kontakten zu Private-Equity-Häusern, aber auch zu großen Dax-Unternehmen profitieren zu können.“

Für Baker bedeutet der Verlust Oberbrachts nun eine erneute Erschütterung, nachdem die letzten Monate für die Kanzlei in Bezug auf Partnerabgänge endlich ruhig verlaufen waren. „Wir hätten Dirk Oberbracht sicher gerne weiter bei uns gesehen, betrachten den Wechsel aber sehr gelassen“, sagt Baker-Managing-Partner Günther Heckelmann. Zuvor hatten vor allem die Abgänge der Corporate-Rainmaker zu Skadden Arps Slate Meagher & Flom in München die Kanzlei geschwächt. Doch mit dem früheren Haarmann Hemmelrath-Standortleiter Dr. Udo Henkel aus Hamburg hatte die Corporate/M&A-Praxis wieder einen renommierten Partner dazugewonnen.

Nach Oberbrachts Weggang verbleiben noch 16 Partner und 55 Associates der Praxisgruppe, darunter in Frankfurt Dr. Florian Kästle und Dr. Regina Engelstädter, die im Markt zunehmend präsent ist. Ob weitere Associates Oberbracht zu Latham folgen werden, ist derzeit ebenso unklar wie der genaue Zeitpunkt seines Wechsels. (Tanja Podolski)

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