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01.02.2007

München: Ehemalige Pöllath-Anwälte unter eigener Flagge

Nach Zwischenstationen haben drei ehemalige Anwälte von P+P Pöllath + Partner eine eigene Kanzlei in München eröffnet: Florian Fischer (36), Florian Aigner (35) und Ulrich Radlmayr (33) gründeten zum Februar die Kanzlei AFR Aigner Fischer Radlmayr. Aigner und Fischer waren im Frühjahr 2006 nach rund sechs Jahren von Pöllath als Partner in die Münchner MDP-Kanzlei RP Richter & Partner gewechselt. Radlmayr, der seit 2001 bei Pöllath gearbeitet hatte, war im Februar 2006 als erster Volljurist zu der Beteiligungsgesellschaft Aurelius gewechselt.

„Wir hatten schon vor unseren Wechseln von Pöllath die Idee, gemeinsam eine Kanzlei zu gründen“, sagte Fischer. „Unsere jeweiligen Stationen seit dem Ausstieg bei Pöllath waren sehr wichtig und lehrreich für uns. Darauf aufbauend werden wir jetzt unsere Vorstellungen verwirklichen.“

Ihre eigene Kanzlei wollen die drei Anwälte als Transaktionsboutique positionieren. Im Fokus sollen Small- und Midcap-Transaktionen, Private Equity und Corporate – soweit es neben den Transaktionen anfällt – sowie Steuern und Finanzierungen, zudem Restrukturierungen und Management-Beteiligungen stehen. Unterstützung bekommen sie von Dr. Gabor Mues und Daniela Rinke als Associates, die beide ebenfalls bei Pöllath und RP Richter tätig waren.

In der Vergangenheit hatten die Juristen etwa Auctus bei der Beteiligung an Stelzenberger Metallbau (JUVE 11/06) und das Management der Zeitungsgruppe Time Partner bei der Veräußerung der Mehrheit an Investcorp beraten.

„Zwar war die Zusammenarbeit erfolgreich, RP Richter & Partner akquirierte durch die beiden neuen Partner beachtliche Transaktionsmandate von verschiedenen Private-Equity-Häusern, letztlich gelang aber die Integration in die multidisziplinäre Arbeit der Sozietät nicht“, sagte Wolfgang Richter, Gründungspartner von RP Richter. „RP Richter & Partner wird das schon vor dem Beitritt betriebene Transaktionsgeschäft im gehobenen Mittelstand fortsetzen, schließt aber auch Verstärkungen durch den Quereinstieg von PE-Spezialisten keinesfalls aus.“ Bei Richter sind derzeit 22 Rechtsanwälte tätig, davon 15 im Corporate. Daneben arbeiten 19 Steuerberater bzw. Wirtschaftsprüfer und 20 Diplomkaufleute in der MDP-Kanzlei. (Tanja Podolski)

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