Artikel drucken
29.10.2007

Nerlich will Call-Center-Dienstleister sanieren

Dr. Jörg Nerlich von Dr. Nerlich Rechtsanwälte ist seit Ende September vorläufiger Insolvenzverwalter des Call-Center-Dienstleisters Kluth. Die beiden betroffenen Gesellschaften, Kluth Telemarketing sowie Kluth Customer Care beschäftigen an den Standorten Düsseldorf, Bochum und Greifswald mehrere hundert Mitarbeiter. Zur Begründung des Insolvenzantrags spricht das Unternehmen von „bestehenden Altverbindlichkeiten“, die ein auf den Weg gebrachtes Sanierungskonzept behinderten. Noch im vorläufigen Verfahren soll das Unternehmen saniert und „zukunftsgerichtet“ aufgestellt werden. „Die Voraussetzungen hierfür sind als äußerst positiv zu beurteilen“, sagte Nerlich. ++

+++Unter dem wechselhaften Sommerwetter hat das Geschäft des Blumenhändlers Florito in Eichenzell bei Fulda gelitten. Das 1991 gegründete Unternehmen, das zu den Internet-Pionieren im deutschen Blumenhandel gehört, musste wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden. Das Amtsgericht Fulda – eines der kleinsten deutschen Insolvenzgerichte – bestellte Bernd Statz von Bernd Statz & Kollegen aus Erlensee zum Insolvenzverwalter. 150 Mitarbeiter in der Zentrale sowie in über 40 Einzelhandelsfilialen sind betroffen, der Blumenverkauf geht vorerst weiter. +++

+++Der Wiesbadener Anlagenbauer ALS Advanced Logistic Systems hat beim dortigen Amtsgericht Insolvenz angemeldet. ALS beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und ist als Hersteller von Luftfrachtanlagen gut im Geschäft. „Angesichts der aktuellen Auftragslage bestehen beste Fortführungschancen und gute Aussichten, die vorhandenen Arbeitsplätze zu sichern“, so der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Stephan Laubereau aus dem Frankfurter Büro von Pluta. Den Insolvenzantrag hätten Unstimmigkeiten unter den Gesellschaftern ausgelöst, heißt es in einer Presseerklärung. 95 Prozent der Anteile gehören einer Firma namens Caerphilly Enterprises aus Singapur. ALS-Verwalter Laubereau war bis vor einem Jahr für Kübler in Frankfurt tätig und schloss sich Anfang 2007 dem dortigen Pluta-Büro an (JUVE 03/07).+++

+++Das Landgericht Schwerin hat den früher in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern häufig bestellten Insolvenzverwalter Hans-Jürgen Lutz zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Zwischen 1998 und 2002 habe Lutz „nach Gutsherrenart“, so der Vorsitzende Richter Norbert Grunke, Geld zwischen den von ihm verwalteten Unternehmen verschoben – zunächst, um Löcher in den insolventen Firmen zu stopfen, später auch, um gezielt eine Flucht vorzubereiten (JUVE 03/03). Diese gelang Lutz Ende 2002 und führte ihn schließlich nach Kanada. Nachdem er vor knapp einem Jahr dort verhaftet und abgeschoben worden war, saß er in Untersuchungshaft. Zeitungsberichten zufolge bestehen rund 22 Millionen Euro berechtigter Forderungen von Gläubigern gegen Lutz. Der juristisch nachweisbare Schaden beläuft sich nach Angaben des Gerichts auf 3,1 Millionen Euro. (Markus Lembeck)+++

  • Teilen