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09.10.2008

München: Weil Gotshal-Kartellrechtler geht eigene Wege

Erneut hat sich ein Kartellrechtler in eigener Kanzlei selbstständig gemacht. Seit Anfang Oktober ist Dr. Martin Buntscheck (38), bis vor wenigen Wochen Senior Associate bei Weil Gotshal & Manges, in München unter dem Namen Buntscheck Rechtsanwälte tätig. Buntscheck hatte in den vergangenen zwei Jahren ein kleines Kartellrechtsteam im Frankfurter Büro der US-Kanzlei aufgebaut. Davor hatte er sechs Jahre lang in der angesehenen Kartellrechtspraxis von Gleiss Lutz in Stuttgart gearbeitet, zuletzt als Associated Partner.

In beiden Kanzleien war Buntscheck in hochkarätige Mandate eingebunden: Bei Weil Gotshal Ende 2007 etwa fusionskontrollrechtlich für den französischen Sendenetzbetreiber TDF beim Kauf von T-Systems Media & Broadcast oder vor wenigen Monaten in die Beratung des bayrischen Logistikdienstleisters Ifco Systems beim Erwerb der österreichischen Steco Holding.

Die Frankfurter Drachen-Propangas GmbH berät Buntscheck derzeit im Zusammenhang mit einem laufenden Flüssiggas-Kartellbußgeldverfahren. Dieses Mandat wird er auch in eigener Kanzlei weiterführen, in der er im kommenden Jahr auch auf Associate-Ebene aufbauen möchte.

2007 hatten im Rheinland bereits zwei junge Kartellrechtler nach mehreren Jahren in namhaften Großkanzleien einen ähnlichen Schritt wie Buntscheck gewagt: Dr. Bettina Bergmann, bis dahin Senior Associate bei Shearman & Sterling, machte sich Anfang 2007 in Köln als Bergmann Rechtsanwälte selbstständig, Dr. Markus Wirtz, zuvor bei Taylor Wessing, gründete einige Monate später in Düsseldorf mit zwei Kollegen Glade Michel Wirtz. Bei Weil Gotshal wird künftig Senior Associate Dr. Michael Holzhäuser den Bereich Kartellrecht leiten. (Antje Neumann)

Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 6. Oktober 2008

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