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08.01.2009

Frankfurt: Bird & Bird gewinnt renommierten Willkie-Telekommunikationsrechtler Heun

Der angesehene Telekommunikationsrechtler Sven-Erik Heun ist zum Jahresbeginn von Willkie Farr & Gallagher zu Bird & Bird in Frankfurt gewechselt. Der 44-Jährige war im Oktober 2000 einer der Gründungspartner von Willkie in Deutschland und stieg bei Bird & Bird als Equity Partner ein.Ihm folgen wird der Willkie-National-Partner Valerian Jenny (39). Er wird bei Bird & Bird Senior European Counsel, was etwa seinem bisherigen Status bei Willkie entspricht. Sein genauer Wechselzeitpunkt steht indes noch nicht fest.

Nach den beiden Abgängen ist der Beratungskomplex Telekommunikationsrecht bei Willkie in Deutschland in dieser ausgeprägten Form und mit dem bisherigen hohen Renommee nicht mehr vorhanden.

Das Team um Heun genießt vor allem im Bereich Frequenzen und Regulierung großen Respekt im Markt, hat sich aber gerade in jüngster Zeit auch die breiter angelegte, kommerzielle Beratung der Branche erschlossen. Dies schließt auch wettbewerbs- oder kartellrechtliche Fragen ein. Hinzu kommen Schwerpunkte in den Branchen Energie und Cleantech und bei Outsourcings.

Heun berät unter anderem die beiden Telekommunikationsanbieter Debitel und Inquam. Es ist anzunehmen, dass seine Mandanten ihm folgen werden.

Dr. Alexander Schröder-Frerkes, Managing Partner von Bird & Bird in Deutschland, sagte: „Mit Sven-Erik Heun können wir unsere weltweite Gruppe komplimentieren und unsere Ausrichtung insbesondere in den Bereichen TMT und Energie verstärkt folgen.“ Heun füge sich mit seiner Ausrichtung hervorragend in die Kanzleistrategie ein.

Diese Auffassung teilt auch Heun: „Die Sozietät bietet mir durch die ausgeglichene Kombination aus Sektor-Fokussierung und Full-Service-Beratung eine hervorragende Plattform.“ Für Bird & Bird stünde der Bereich TMT im Mittelpunkt der Strategie.

Mit den jetzigen Zugängen macht Bird & Bird weitere Schritte beim raschen Wiederausbau des Frankfurter Büros. Erst kurz vor Weihnachten hatte die Kanzlei den Zugang des Corporate-Partners Dr. Wolfgang Hess zum Jahresbeginn vermeldet.

Zuvor musste die Kanzlei am Main mehrere Abgänge hinnehmen. So verließ zum Januar der Corporate-Partner Dr. Erich Michel die Kanzlei mit Team in Richtung Orrick Hölters & Elsing. Die Corporate-Praxis hatte seit der Eröffnung des Frankfurter Büros von Bird & Bird im Jahr 2005 im besonderen Fokus des Büros gestanden.

Bereits im November hatte der Frankfurter Steuerrechtler Harald Plewka Bird & Bird verlassen und sich selbstständig gemacht, in seine neue Einheit folgte ihm im Dezember der Compliance-Experte Nikolaus Freiher von Verschuer.

Willkie fokussiert sich offensichtlich noch stärker auf Transaktionen. „Wir haben Verständnis dafür, dass Sven für sich eine Perspektive in einer Kanzlei sucht, die stärker auf seine fachliche Spezialisierung zugeschnitten ist“, sagte Willkie-Partner Jochen Winter.

Seit 2006 habe sich das deutsche Büro von Willkie auf die für die Sozietät prägenden Kernkompetenzen konzentriert und Bereiche wie Corporate, M&A/Private Equity und Kapitalmarktrecht ausgebaut, so Winter. Erst zum Oktober hatte die Kanzlei sich durch das renommierte Equity-Kapitalmarktrechtsteam um Dr. Michael Schlitt verstärkt, das von Fried Frank Harris Shriver & Jacobson kam. (Astrid Jatzkowski)

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