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28.10.2010

Hamburg: Sportfive-Chefsyndikus eröffnet Sportrechtsboutique

Jörg von Appen (43), langjähriger Chefsyndikus von Europas größtem Sportrechtevermarkter Sportfive, macht sich gemeinsam mit Dr. Andreas Jens (37) in eigener Kanzlei selbstständig. Auch Jens kommt aus der Sportfive-Rechtsabteilung. Gemeinsam starten beide Anfang November mit einer auf Sportrecht spezialisierten Sozietät.

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Jörg von Appen

Die Kanzlei wird unter von Appen/Jens Legal firmieren und sich im Schwerpunkt auf die Beratung zu Vermarktungs- und Sponsoringthemen konzentrieren. Insbesondere Medienrechte spielen dabei eine bedeutende Rolle, aber auch Persönlichkeitsfragen. Das Duo ist damit eine von nur sehr wenigen rein oder weit überwiegend auf Sportrecht fokussierten Sozietäten in Deutschland, einen ähnlich engen Fokus auf den Vermarktungsbereich im Sport hat ansonsten nur Lentze Stopper in München.

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Andreas Jens

Von Appen war rund 13 Jahre für Sportfive und deren Vorgängereinheit tätig und genießt in der Sportbranche, insbesondere im Fußball-Bereich, einen hervorragenden Ruf. Besonders erfahren ist er in der Beratung zu einem breiten Spektrum von Vermarktungsfragen, etwa von TV- und Marketingrechten. Hervorragende Kontakte hat er beispielsweise zu einigen Agenturen und Fachmagazinen.

Viele Jahre verantwortete von Appen am Hamburger Stammsitz von Sportfive die rund 20 Juristen zählende zentrale Rechtsabteilung des Unternehmens. Allerdings arbeitete er faktisch schon seit Ende 2009 nicht mehr für Sportfive. Dies hängt maßgeblich mit Umstrukturierungen innerhalb des zum französischen Medienkonzern Lagardère gehörenden Sportvermarkters zusammen. So wurde die rechtliche Beratung in drei autarke Einheiten aufgeteilt, die Geschäftseinheiten Deutschland, Frankreich sowie International. An der Spitze der nun sechs Juristen starken Ländersektion Deutschland steht Patrick Gumpert (40), den französischen Teilbereich verantwortet Philippe Antoine und der Brite Edward Floydd führt aus Genf heraus den Bereich International.

„Der durch die neuen Gesellschafter vorgegebene neue Zuschnitt der Rechtsabteilung bei Sportfive und meine Vorstellungen haben sich nicht mehr gedeckt, deswegen ist es für mich nach einer sehr entspannten Auszeit jetzt der richtige Zeitpunkt, zu neuen Ufern aufzubrechen“, sagte von Appen. „Ich glaube, dass wir in unserer kleinen Einheit ein sportrechtliches Angebot erfolgreich bereitstellen können, wie es dies in dieser spezialisierten Form Deutschland nur sehr selten gibt.“

Sportfive gilt als wichtigster europäischer Sportvermarkter. Für das Internationale Olympische Komitee vermarktet das Unternehmen etwa exklusiv einen Großteil der TV- und neuen Medienrechte in Europa für die Olympischen Spiele 2014 und 2016. Daneben betreuen die Hamburger mehr als 30 Fußballverbände, 250 internationale Vereine, darunter 11 Bundesligaclubs, sowie 10 Ligen. Seit Ende 2006 gehört Sportfive zum französischen Medienkonzern Lagardère, der damals mehr als 850 Millionen Euro zahlte (mehr…). Zuvor war der Vermarkter in Händen des Private-Equity-Investors Advent International. Entstanden war Sportfive aus der Fusion der Sportvermarktungsabteilung der Mediengruppe RTL und Sport+, einer Tochter der französischen Gruppe Canal+, sowie der Groupe Jean Claude Damion. (René Bender)

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