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05.07.2011

Auseinander: Friedrich Korch Hanefeld gehen getrennte Wege

Die bekannte Dispute-Resolution-Boutique Friedrich Korch Hanefeld hat sich Ende Juni aufgelöst. Seitdem treten Dr. Inka Hanefeld (41) und ihr Team als Hanefeld in Hamburg auf, in Frankfurt firmiert Dr. Rainer Korch (41) fortan als Korch. Dagegen widmet sich Gründungs-Partnerin Dr. Bettina Schmaltz (44) bei Freshfields Bruckhaus Deringer Aufgaben in der Aus- und Fortbildung von Associates der Dispute-Resolution-Praxis.

Vielen Wettbewerbern galt Friedrich Korch Hanefeld als Vorreiterin einer auf Prozesse und Schiedsverfahren spezialisierten Einheit. An ihr orientierten sich in den vergangenen Jahren Spin-offs in dem aufstrebenden Geschäftsfeld Dispute Resolution. Die Kanzlei war 2003 entstanden, als die damalige Frankfurter Gleiss Lutz-Partnerin Bettina Friedrich die Kanzlei gemeinsam mit Associate Rainer Korch verließ. Mit Fokus auf Gesellschaftsrecht, M&A und Konfliktlösung konnte sich die Einheit schnell einen guten Ruf im Markt erarbeiten. Als 2007 die anerkannte Schiedsanwältin Inka Hanefeld hinzu stieß, eröffnete die Kanzlei in Hamburg und firmierte unter erweitertem Namen (mehr…). Wie auch Gründungspartnerin Schmaltz hatte Hanefeld ihre Karriere Ende der 1990er-Jahre in der renommierten Konfliktlösungspraxis von Freshfields begonnen.

Inka Hanefeld

Das Team um Hanefeld ergänzt nach der Trennung sein bisheriges Beratungsspektrum um neue Geschäftsfelder. Bislang ist es vor allem für die umfassende Tätigkeit in Schiedsverfahren bekannt, wo Hanefeld selbst zu einer der führenden Köpfe ihrer Generation zählt. In neuer Formation baut die Kanzlei nun ihre Kompetenzen in der Alternativen Streitbelegung (ADR) einschließlich der Meditation sowie der präventiven Konfliktberatung aus. Dafür holte sie bereits Quereinsteiger. Zum Start stieg of Counsel Dr. Jo Aschenbrenner ein, die unter anderem im Bereich ADR an der Bucerius Law School lehrt und als Mediatorin tätig ist. Das Startteam von Hanefeld komplettieren drei Associates

Als zweiter Partner der Kanzlei kommt im November Jan Nedden vom Schiedsgerichtshof der Internationalen Handelskammer in Paris (ICC) hinzu. Dort betreute Nedden als für den gesamten deutschsprachigen Raum zuständiger ICC-Counsel in den vergangenen sieben Jahren weit über 1.000 Verfahren, was ihm in der Schiedsszene den Ruf als routinierten Fallmanager einbrachte. Mit ihm will Hanefeld ihr Dienstleistungsangebot um die Gestaltung von Schiedsklauseln, das Entwickeln von Verfahrensstrategien und das Fallmanagement erweitern.

Rainer Korch

Dagegen konzentriert sich Korch neben der Parteivertretung vor staatlichen Gerichten und in Schiedsverfahren wieder mehr auf das Gesellschaftsrecht und die Transaktionsberatung. In diesen Fachbereichen hatte Korch als Associate bei Gleiss begonnen, sich aber in zuletzt zu einem Spezialisten für Gesellschafterstreitigkeiten und aktienrechtliche Prozesse entwickelt. Zu seinem Mandantenkreis zählen inhabergeführte Unternehmen und auch börsennotierte Konzerne, wobei die Branchenschwerpunkte in der Energie- sowie Finanzwirtschaft liegen. Im Gegensatz zu Hanefeld startet Korch als Einzelkämpfer, jedoch ist der Ausbau mit diversen Mitarbeitern in naher Zukunft geplant. Beide ehemaligen Partner betonten zudem, auch weiterhin projektbezogen miteinander arbeiten zu wollen.

Schmaltz schließlich zeichnet künftig für das Wissensmanagement im Fachbereich Konfliktlösung von Freshfields verantwortlich. Mit dem Gewinn der erfahrenen Prozess- und Schiedsanwältin wertet die Kanzlei ihr anerkanntes internes Ausbildungsprogramm nochmals auf. Neben dieser Tätigkeit ist Schmaltz aber auch weiter in bestimmten Mandaten als Einzelanwältin tätig. (Marcus Jung)

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