Artikel drucken
14.06.2012

Kabelunternehmen: Unitymedia mit neuem Rechtsabteilungsleiter

Zum Juli wird Lars Ziegenhagen der neue General Counsel des Kabelnetzbetreibers Unitymedia. Der 41-jährige Telekommunikationsexperte war zuvor Leiter der Rechtsabteilung des Kabelanbieters Kabel Baden-Württemberg, der im letzten Jahr von Unitymedia-Eignerin Liberty Global übernommen wurde (mehr…).

Im Zuge der Fusion strukturierte Unitymedia ihre Rechtsabteilung neu: Der Kabel BW-Jurist Ziegenhagen setzte sich in einem internen Bewerbungsprozess gegen den Leiter der Rechts- und Regulierungsabteilung von Unitymedia, Heinz Benesch, durch. Benesch ist seit 2001 für Unitymedia tätig, zuletzt als Senior Vice President Legal & Corporate Affairs. Soweit im Markt bekannt, wird er das Unternehmen demnächst verlassen. Über seine Zukunftspläne liegen keine Informationen vor.

Ziegenhagen übernimmt mit der Leitung die Verantwortung für neun Mitarbeiter. Die Rechtsabteilung wird in Köln konzentriert, wo der Großteil des Inhouse-Teams sitzt. Auch Ziegenhagen zieht von der Heidelberger Kabel BW-Zentrale nach Köln um. Der Standort in Heidelberg bleibt aber bis auf Weiteres erhalten, hier werden auch weiterhin ein bis zwei Juristen arbeiten.

In seiner neuen Funktion berichtet Ziegenhagen direkt an den CEO von Unitymedia, Lutz Schüler. Ob sich durch die neue Personalie das Mandatierungsverhalten des Kabelnetzanbieters verändern wird, bleibt abzuwarten. Insbesondere bei Transaktionen, aber auch zu regulatorischen Themen, berät Freshfields Bruckhaus Deringer Liberty Global beziehungsweise Unitymedia regelmäßig. Kabel BW setzte in der Vergangenheit in regulatorischen Themen unter anderem regelmäßig auf den White & Case-Partner und TK-Experten Dr. Norbert Wimmer. In kartellrechtlichen Fragen stand Dr. Jörg Karenfort aus dem Berliner Büro von Salans dem baden-württembergischen Kabelanbieter bislang häufig zur Seite. Bei dem Zusammenschluss mit Liberty Global beriet das Münchner Büro von Honert & Partner das Kabel BW-Management zu dessen persönlichen Pflichten und zur Refinanzierung des Deals.

Wie stark der Einfluss der Unitymedia-Eignerin Liberty Global auf die fusionierte Rechtsabteilung sein wird und inwieweit die internationalen Abteilungen in London und Amsterdam die Steuerung übernehmen werden, wird sich ebenfalls erst in Zukunft zeigen. In Deutschland stellen sich dem neuen General Counsel neben der Integration auch Herausforderungen kartellrechtlicher Natur: Die Deutsche Telekom und der Telekommunikationsanbieter Netcologne legten gegen die Fusion zwischen Liberty Global und Kabel BW Beschwerde vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf ein (mehr…). Die Frist zur Klageerwiderung läuft nach JUVE-Informationen noch bis Ende August. Das Bundeskartellamt hatte den Zusammenschluss erst Ende 2011 nach einer intensiven Prüfung und unter harten Auflagen freigegeben (mehr…). (Silke Brünger)

  • Teilen