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06.07.2012

Umsatz: Deutsches Linklaters-Geschäft hat an Fahrt verloren

Der deutschen Praxis von Linklaters ist es nicht gelungen, die Aufwärtsbewegung des Geschäftsjahrs 2010/11 fortzusetzen. In der nun abgelaufene Abrechnungsperiode erzielt die britische Top-Kanzlei Einnahmen in Höhe von 167,3 Millionen Euro – ein Rückgang um 0,7 Prozent.

Carl-Peter Feick

Carl-Peter Feick

Damit entwickelte sich die von Dr. Carl-Peter Feick geführte deutsche Praxis etwas schlechter als die Gesamtkanzlei. Weltweit legte Linklaters leicht um 0,6 Prozent zu und kommt nun auf einen Gesamtumsatz von 1,2 Milliarden Pfund (1,5 Milliarden Euro).

Dennoch ist der Rückgang in Deutschland den Umständen entsprechend moderat. Kanzleibeobachtern war klar, dass das stark transaktionsgeprägte Linklaters-Geschäft nach dem Ausnahmejahr mit Großaufträgen wie der Beratung von ACS beim Mehrheitserwerb an Hochtief, VW bei der Aufstockung des MAN-Anteils und nicht zuletzt der abgebrochenen Fusion der Deutschen Börse mit NYSE Euronext (mehr…) schwer zu wiederholen sein würde. Allerdings sind diese großvolumigen Deals auch ins jüngst abgeschlossene Geschäftsjahr noch eingeflossen, so dass der Abschwung in der ersten Jahreshälfte 2012 entsprechend groß gewesen sein muss.

Mit der Beratung von Macquarie – aber auch weiteren Bietern – beim 3,2 Milliarden Euro schweren Erwerb des E.on-Erdgasnetzes (mehr…) und Audi beim Erwerb von Ducati (mehr…) hat die deutsche Praxis jedoch bereits wieder einige Aufsehen erregende Deals an sich ziehen können.

Personell hat Linklaters hierzulande im vergangenen Geschäftsjahr leicht zugelegt und beschäftigte auf Vollzeitstellen umgerechnet 267 Berufsträger. Daraus ergibt sich ein Umsatz pro Berufsträger (UBT) von 627.000 Euro (minus 1,5 Prozent). Linklaters hält damit Magic-Circle-Rivalin Clifford Chance auf Abstand, deren UBT allerdings auf 588.000 Euro zulegte (mehr…), fällt jedoch weiter hinter Allen & Overy mit 646.000 Euro (mehr…) und Freshfields Bruckhaus Deringer (698.000 Euro, mehr…) zurück.

Insgesamt tat sich die Kanzlei in Industrieländern wie Deutschland schwer. Managing-Partner Simon Davies sagte, Linklaters habe in den entwickelten Märkten ihre Einnahmen lediglich halten können, wobei Litigation, Kartellrecht und regulierte Industrien sich noch am besten geschlagen hätten. Treiber des weltweiten Geschäfts sind laut Davies die sich noch entwickelnden Märkte, allen voran China. (Jörn Poppelbaum)

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