Artikel drucken
23.08.2012

Wohnungsbranche: General Counsel für Gagfah kommt von Deutsche Annington – Annington baut Finanzteam auf

Die beiden großen, von Private-Equity-Unternehmen gehaltenen Konkurrenten der Wohnungsbranche feilen an ihrer Inhouse-Kompetenz. Dr. Holger Franz (42), bislang die Nummer Zwei in der Rechtsabteilung der Deutschen Annington, wird zum Oktober General Counsel bei der Gagfah. Die Deutsche Annington wiederum kündigte zeitgleich den Aufbau eines Teams für Finanzierungsfragen an.

Holger Franz

Holger Franz

Franz verantwortet künftig das gesamten Rechtsressort des Gagfah-Konzerns, hinter dem der Private-Equity-Investor Fortress steht. Er führt ein Team aus fünf Juristen und berichtet an CEO Stephen Charlton. Franz war 2009 von Orrick Hölters & Elsing zur Deutschen Annington gewechselt (mehr…). Dort hat er in den vergangenen Jahren eine Reihe von Transaktionen, vor allem aber auch Refinanzierungen mit betreut.

Vor allem die Erfahrung aus den zum Teil sehr komplexen Refinanzierungen zweier Immobilienverbriefungen, den sogenannten Hallam- und Grand-Projekten, wird er bei der Gagfah einbringen können. Auch Gagfah steht vor riesigen Refinanzierungsaufgaben, die das Unternehmen selbst als eines der Hauptprojekte in den kommenden Monaten und Jahren betrachtet. Bei der Bewältigung dieser Arbeit soll Franz eine maßgebliche Rolle spielen. Leiter Recht bleibt unter Franz Dr. Fabian Heß (38), der die Leitung übernahm, als Vorgänger Dr. Thomas Görgemanns zur Wettbewerberin LEG wechselte (mehr…).

Dr. Michael Bütter, General Counsel der Deutschen Annington, bedauerte den Weggang. Für Franz allerdings ist die Entscheidung folgerichtig, da er in Anbetracht der Altersstruktur des Rechtsteams bei seinem bisherigen Arbeitgeber kaum eine Chance gehabt hätte, auf absehbare Zeit selbst die Leitung der Abteilung zu übernehmen. Nun übernimmt er ein Team, das eine gänzlich andere Mandatierungspolitik pflegt als die Deutsche Annington: Allein schon aufgrund der Personalstärke vertraut Gagfah derzeit wesentlich stärker auf externe Kanzleien, als die Deutsche Annington dies tut.

Michael Bütter

Michael Bütter

Letztere will den Anteil externer Arbeit künftig sogar noch weiter reduzieren. General Counsel Dr. Michael Bütter kündigte den Aufbau eines Inhouse-Finanzrechts-Teams an. Grund dafür ist unter anderem die auf Jahre angelegte Ablösung der Grand-Verbriefung, die inzwischen weitgehend in trockenen Tüchern ist (mehr…). Diese soll weitgehend ohne weitere externe Unterstützung abgewickelt werden. Gleich vier Neuzugänge vermeldet das Bochumer Unternehmen, ein fünfter soll noch folgen.

Bereits Anfang des Monats ist Dr. Werner Gumpp (42) zur Deutschen Annington gewechselt. Gumpp arbeitete zuletzt bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) als Senior Legal Counsel im Bereich Immobilienfinanzierung. Davor war er mehrere Jahre bei Ashurst und Allen & Overy tätig.

Von SJ Berwin kommt zum November Daniela Renner. Die 39-Jährige aus dem Team um Immobilienpartner Hans Kessler leitet derzeit noch als Counsel die Münchner Immobilienpraxis der Kanzlei. Sie stand in der Vergangenheit unter anderem der UBS, Capmark und Bear Stearns zur Seite.

Zwei weitere Neuzugänge kommen schließlich von der IKB Deutsche Industriebank. Der 40-jährige Dr. Torsten Wehrhahn bringt Erfahrung im Finanz- und Kapitalmarktrecht mit. So beriet er die Bank unter anderem bei der Finanzierung der Übernahme des Outdoor-Ausrüsters Jack Wolfskin durch Blackstone. Zuvor arbeitete Wehrhahn bei Weil Gotshal & Manges und bei Latham & Watkins. Er stößt Mitte November zur Deutschen Annington.

Jüngstes Neumitglied der Rechtsabteilung wird der 34-jährige Daniel Löhken. Sein Schwerpunkt liegt in der Projektfinanzierung, unter anderem in der Energie- und Infrastrukturbranche. Vor seiner Tätigkeit bei der IKB war er bei Clifford Chance tätig.

Die Rechtsabteilung der Deutschen Annington wächst damit auf 15 Anwälte, was eine ungewöhnliche Teamstärke ist für ein Unternehmen, das sich in Besitz eines Private-Equity-Investors befindet. (Astrid Jatzkowski)

  • Teilen