Artikel drucken
14.12.2012

Schon wieder: Angesehene Hogan Lovells-Partner zieht es zu Allen & Overy

Wieder entscheiden sich Partner von Hogan Lovells für Allen & Overy. Die beiden anerkannten Prozessrechtler Dr. Marc Zimmerling (46) und Dr. Wolf Bussian (35) steigen spätestens im April als Partner in Frankfurt ein, fünf Associates schließen sich an. Für Allen & Overy bedeutet dies einen signifikanten Schub, umgekehrt für Hogan Lovells einen empfindlichen Verlust. Das Frankfurter Prozessteam steht nun sogar ohne Partner da.

Marc Zimmerling

Mit Zimmerling und Bussian hat Hogan Lovells binnen knapp drei Jahren bereits sieben Partner an Allen & Overy verloren. Vorher wechselten die beiden Arbeitsrechtler Thomas Ubber (mehr…) und Hans-Peter Löw (mehr…), der Versicherungsexperte Dr. Jan Schröder (mehr…), der Corporate-Experte Christian Eichner sowie der Prozessexperte Prof. Dr. Daniel Busse (mehr…).

Die Zugänge von Busse und Eichner markierten dabei im Frühjahr 2010 den Beginn einer bis heute anhaltenden starken Expansion von Allen & Overy hierzulande. In deren Verlauf hat sie auch aus anderen Kanzleien hochkarätige Quereinsteiger für sich gewonnen.

Wolf Bussian

Seinen Wechsel zu Allen & Overy gab zuletzt der IP-Rechtler Dr. Joachim Feldges (mehr…) von Field Fisher Waterhouse bekannt, einer der angesehensten deutschen Experten für Patentprozesse. Auch er wird künftig Teil der übergeordneten Praxis für Prozesse und Schiedsverfahren.

Allen & Overy erweitert Beratungsspektrum

Die Praxis hatte vor drei Jahren mit dem Weggang des Patentprozessexperten Dr. Marcus Grosch (mehr…) erheblich an Substanz verloren. Nun gewinnt sie vor allem seit dem Einstieg Busses wieder Aufwind. Mit den jetzigen Zugängen stößt die Praxis sogar in den Kreis der engeren Verfolger der Marktspitze vor.

„Mit den neuen Kollegen werden wir in Zukunft noch besser aufgestellt sein, um uns erfolgreich um die größten und anspruchsvollsten Mandate im Markt bewerben zu können“, sagte Busse. Im Kernteam für Prozesse und Schiedsverfahren arbeiten fünf Partner sowie knapp 20 Associates.

Der Einstieg von Zimmerling und Bussian bedeutet auch eine Erweiterung des Arbeitsspektrums. Zimmerling genießt im Markt einen hervorragenden Ruf für seine Arbeit rund um Themen der Organ- und Berufshaftung, insbesondere in Fragen der Managerhaftpflicht. So beriet er unter anderem die Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft PricewaterhouseCoopers bei einem Streit mit dem Freistaat Sachsen. Dabei ging es um den Beinahe-Zusammenbruch der Sachsen LB. (mehr…). Zimmerling kam 1997 zu Hogan Lovells beziehungsweise deren Vorgängerin Lovells. Seit 2002 ist er Partner.

Bussian hat seinen Schwerpunkt in der Beratung von bank- und finanzrechtlichen Streitigkeiten. Seit 2005 arbeitet er für Hogan Lovells und hat sich trotz seines jungen Alters schon einen guten Namen am Markt gemacht. Bussian gilt sogar als eines der wichtigen Eigengewächse der Prozesspraxis und war erst zum Jahresbeginn Partner geworden. Begleitet werden die beiden Partner bei ihrem Wechsel von der Senior Associate Dr. Charlotte Willemer sowie den Associates Almut Koy, Dr. Andreas Schmidt, Eva Schwittek und Torben Schwartz.

Herausforderungen für Hogan Lovells

Für Hogan Lovells sind die Weggänge ein schmerzlicher Verlust. Zwar spielt die Kanzlei bundesweit in Prozessen und Schiedsverfahren auch weiterhin eine wichtige Rolle und hat zahlreiche sehr anerkannte Größen in ihren Reihen. Allerdings war die Praxis zuletzt schon geschrumpft. So verließen der auf Investitionsschutz spezialisierte Robert Hunter die Praxis (mehr…), ebenso ein auf Compliance fokussiertes Team, das zu Görling wechselte (mehr…).

Vor allem in Frankfurt ist das Prozessteam nur noch sehr dünn besetzt. Zwei dortige Anwälte haben ihren Schwerpunkt in dem Segment, darunter ist jedoch kein Partner. Die Kanzlei will die Prozess- und Schiedsarbeit auch in Frankfurt wieder ausbauen. Ob sie dies mit internen Kräften oder Quereinsteigern machen wird, ist noch offen. Die Sozietät prüft derzeit alle Optionen.

Das Frankfurter Büro von Hogan Lovells hat sich zuletzt auch abseits der Prozesspraxis deutlich verkleinert – vor allem auf Associateebene. Trotz teils beachtlicher Erfolge, zum Beispiel in der Beratung bei Umstrukturierungen im Bankensektor, gilt der Standort unter Marktbeobachtern als eine Achillesferse der bundesweiten Praxis. (René Bender)

  • Teilen