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14.12.2012

Wechselfieber bei Salans: Öffentlichrechtlerin eröffnet Frankfurter Büro für Watson Farley

Watson Farley & Williams eröffnet zum Januar ihr drittes Büro in Deutschland. Aus dem Frankfurter Standort von Salans kommt ein Team um die Öffentlichrechtlerin Dr. Ivana Mikešić, die als Partnerin einsteigt. Bei Salans kündigen sich weitere Weggänge an.

Ivana Mikešić

Ivana Mikešić

„Erfahrung und Anspruch unseres Teams passen bestens zu der dynamischen Entwicklung von Watson Farley & Williams“, sagte Mikešić. „Die Energie-Praxis habe ich immer als marktführend wahrgenommen. Überdies können wir uns in eine aufstrebende Immobilien-Praxis einbringen.“

Ihr Team ist insbesondere auf die Bereiche Energie, Infrastruktur und Immobilien spezialisiert. Es ergänzt die bestehenden Watson-Praxen Energie- und im Immobilienrecht, in denen klassisches Planungs- und Umweltrecht und regulatorisches Energierecht eine zunehmend wichtige Rolle spielen.

Mikešić führt künftig die öffentlich-rechtliche Praxis, zu der auch Senior Associate Dr. Christine Bader aus Hamburg gehören wird. Zudem begleiten Mikešić Senior Associates Boris Strauch und Associate Anastasiya Korolchenko. Beide wechselten bereits mit ihr, als sie 2009 von Linklaters zu Salans ging (mehr…). An den beiden bisherigen Standorten von Watson Farley in Hamburg und München sind derzeit rund 60 Anwälte und Steuerberater beschäftigt.

Weitere Abgänge stehen an

Bei Salans reiht sich Mikešić in eine längere Reihe von Wechslern ein. In Frankfurt verlässt ein Team von Restrukturieren Salans zum Jahreswechsel und steigt bei DLA Piper ein (mehr…). In Berlin wechselt Sozia Dr. Silke Dulle zu KPMG Law. Sie war Anfang 2009 von der WP-Kanzlei RBS RoeverBroennerSusat zu Salans gekommen (mehr…). Dulle ist auf die Berartung im Gesundheitswesen und dort insbesondere auf den Krankenhaussektor spezialisiert.

Bei KPMG Law wird sie als Senior Manager einsteigen, was in anderen Kanzleien dem Status eines Salary-Partners entspricht. Gemeinsam mit  Partner Dr. Ulrich Thölke, Standortleiter von KPMG Law in Berlin und Leiter der Praxisgruppe Gesundheitswesen, wird sie die Beratung im Health-Care-Bereich weiter ausbauen. In der Praxis arbeiten derzeit 32 Anwälte.

Bernd Hanowski

Bernd Hanowski

Auch Litigation-Partner Bernd Hanowski kehrt Salans den Rücken. Er steigt im Januar gemeinsam mit Associate Ekkehard Weber bei der Prozess-Boutique Ettrich Sturmfels ein. Der 36-Jährige hatte zur Startmannschaft von Salans in Frankfurt gehört. Damals wechselte er im Team von Dr. Matthias Haas von Aderhold zu Salans (mehr…). Erst zum Jahresanfang war Hanowski zum Partner bei Salans ernannt worden.

Neuausrichtung bei Salans

Salans scheint vor einer Neujustierung zu stehen. Erst kürzlich haben die Partner der Fusion von Salans, der kanadischen FMC und SNR Denton zugestimmt (mehr…). Damit wird die Kanzlei voraussichtlich ab Anfang März unter dem Namen Dentons zu einer der zehn größten Kanzlei der Welt aufstiegen. Zu ihr werden 2.500 Berufsträger an 79 Standorten in 52 Ländern gehören (mehr…).

Die Kanzlei war in den vergangen Jahren vor allem nach der Eröffnung des zweiten Büros in Frankfurt rapide gewachsen. Die aktuellen Abgänge dürften nur teilweise im Zusammenhang mit den Fusionsplänen der Kanzlei stehen. Die Öffentlichrechtlerin Mikešić und die abgehenden Restrukturierer hätten von dem internationalen Umfeld und der Stärke der Fusionspartner profitiert. Hanowskis speziell auf den deutschen Markt ausgerichtetes Banking-Litigation-Geschäft hätte mutmaßlich weniger gut in die neue Strategie gepasst, die eine Stärkung der grenzüberschreitenden Arbeit vorsieht.

Nach den aktuellen Abgängen steht Salans vor der Herausforderung, die ohnehin im Vergleich zu anderen Ländern kleine deutsche Praxis nachhaltig zu verstärken. (Ulrike Barth)

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