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10.06.2013

Aus nach fast elf Jahren: Frankfurter Sozietät Schmalz zerbricht

Die vor allem für ihre Beratung im Arbeitsrecht bekannte Frankfurter Sozietät Schmalz löst sich zum Juli auf. Ein Team aus sechs Anwälten um Namensgeber Gerhard Schmalz (59) schließt sich Görling Acker & Partner an, die künftig als Acker Görling Schmalz firmiert. Ein zweite Gruppe aus fünf Partnern und drei Associates um Kanzleimitgründer Axel Weber (60) arbeitet unter Factum weiter. Daneben wechselt ein Duo zu Schalast & Partner und ein Immobilienpartner zu Freiling Andreas & Partner.

Nur über die künftige Tätigkeit von zwei Anwälten war bis Redaktionsschluss nichts bekannt. Zur Trennung sollen vor allem unterschiedliche strategische Ansichten geführt haben, etwa im Hinblick auf Expansionsbestrebungen der Kanzlei und die Kosten dafür. Aber auch die Führungsstruktur soll zu Diskussionen geführt haben.

Gerhard Schmalz

Die prägenden Köpfe der Sozietät arbeiteten bereits vor dem Start der Kanzlei 2002 zusammen. Damals hatten sich sieben Partner von Wessing (heute Taylor Wessing) unter Führung der beiden Arbeitsrechtler Gerhard Schmalz und Axel Weber mit einigen Associates selbstständig gemacht, als die Sozietät mit dem britischen Wettbewerber Taylor Joynson Garrett fusionierte (mehr…). Einen bundesweit anerkannten Namen machte sich die Kanzlei seither im Arbeitsrecht, dem dominierenden Schwerpunkt der Einheit. 

Größtenteils aus Arbeitsrechtlern besteht nun auch die Gruppe um Schmalz, die sich Görling Acker anschließt. Neben Equity-Partner Gerhard Schmalz sind dies beiden Local Partner Timo Hufnagel (42) und Rainard Claus (51) sowie die Associates Michael Kandel (32). Ebenso wechseln werden der auf Corporate spezialisierte Equity-Partner Albrecht von Eisenhart-Rothe (52) und die Associateund Stephanie Frank (28) .

Mit den Neuzugängen zählt Görling Acker rund 25 Anwälte. Die Einheit ist zuletzt personell deutlich gewachsen. Erst kürzlich war etwa von Schmalz die Compliance-Expertin Sylvia Schenk gewechselt (mehr…). Zuvor hatte die Sozietät bereits im Oktober 2012 ein anerkanntes Team von Hogan Lovells um den Baurechtler und Compliance-Anwalt Wendelin Acker hinzu geholt (mehr…)..Über Acker kamen nun auch die Kontakte zu dem Schmalz-Team zustande, denn Acker und Schmalz arbeiteten von 1982 bis 1990 in einer gemeinsamen Kanzlei. Im Zuge von Ackers Zugang hatte Görling ihr Beratungsspektrum über den Kernbereich Compliance hinaus auf prozessintensive Gebiete erweitert (mehr…

Axel Weber

Den Weg in eine komplett neue Kanzlei wählte das Partner-Quintett der künftigen Sozietät Factum, dem sich zusätzlich drei Associates anschließen. Auch deren Schwerpunkt liegt zunächst eindeutig im Arbeitsrecht, auf das vier der fünf Partner ausgerichtet sind. Neben Weber sind dies Dr. Jürgen Breitenstein (56), Eva Wißler (39) und Hendrik Bourguignon (42). Unter den Partnern konzentriert sich lediglich Joachim Schmidt (64) vornehmlich auf Bau- und Immobilienrecht. Ebenfalls Teil des Teams sind drei Associates.

Ann-Charlotte Ebener (42) und Kerstin Streichardt (49), beide ebenfalls auf Arbeitsrecht spezialisiert, schließen sich in Frankfurt Schalast & Partner an. Bei Schmalz waren sie Local-Partner, bei Schalast werden sie Partner. Dorthin war bereits im vergangenen Jahr ein Trio von Schmalz gewechselt (mehr…).

Der auf Bau- und Architektenrecht spezialisierte Partner Niels Köthe schließlich wechselt zu Freiling Andreas & Partner. (René Bender)

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