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15.11.2013

Finanzdienstleister Fubus insolvent: Kübler und Tiefenbacher als Verwalter im Einsatz

Der Finanzdienstleister Future Business (Fubus) und das Emissionshaus Prosavus haben in Dresden Insolvenz angemeldet. Zum Insolvenzverwalter von Future Business bestellte das Amtsgericht Dr. Bruno Kübler, Seniorpartner der gleichnamigen Kanzlei. Zum Verwalter von Prosavus wurde Frank-Rüdiger Scheffler von Tiefenbacher. Berichten zufolge haben weitere Gesellschaften der vielfältig aktiven Future Business/Infinus-Gruppe einen Insolvenzantrag gestellt.

Bruno Kübler

Kübler gehört zu den erfahrensten Sanierern in Deutschland. Dresden ist einer der Hauptstandorte seiner Kanzlei, doch er wird bundesweit an zahlreichen Gerichten bestellt. Zuletzt konnte er den Feuerwehrfahrzeugbauer Ziegler nach einem rund zweijährigen Insolvenzverfahren am Amtsgericht Ulm an einen chinesischen Investor verkaufen (mehr …).

Weitere Gesellschaften der Future Business/Infinus-Gruppe sollen von einer Insolvenz betroffen sein. So soll für die MAS Finanz und die MAS Vermögensverwaltung ein sogenanntes Schutzschirmverfahren angestrebt worden sein. Diese Verfahrensvariante dürfte vermutlich angesichts der beiden anderen Insolvenzverfahren nicht mehr in Frage kommen. Schließlich setzt sie eine handlungsfähige Geschäftsführung sowie Sanierungsfähigkeit voraus.

Anfang November hatte es eine Razzia bei der zu Future Business gehörenden Infinus AG gegeben. Infinus bietet nach eigenen Angaben ein sogenanntes Haftungsdach für selbstständige Finanzvermittler und Vermögensverwalter. Sechs Personen aus dem Kreis der Gesellschafter, Vorstände und Aufsichtsräte sind seit der Razzia inhaftiert. Die Dresdner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Betrug zum Nachteil von Anlegern.

In dem Ermittlungsverfahren werden die sechs inhaftierten Beschuldigten vorwiegend von Strafverteidigern aus der Region vertreten: Stefan Heinemann von Heinemann & Peters und  Michael Stephan von Stephan Rechtsanwälte gehören zu den wenigen anerkannten Verteidigern Sachsens. Mit Ulf Israel von Israel & Hübner und Michael Sturm von Sturm Rechtsanwälte sind darüber hinaus zwei weitere Dresdner Anwälte beauftragt. Zwei Beschuldigte, von denen zumindest einer Verbindungen ins Rheinland hat, mandatierten Dirk Petri und Rainer Brüssow, Namenspartner der Kölner Strafrechtsboutique Brüssow & Petri. Alle Verteidiger sind aus dem Markt bekannt. Für die Ermittlungen zeichnet Oberstaatsanwalt Kai Dömland verantwortlich.

Rund 25.000 Anleger mit Gesamtinvestitionen von 400 Millionen Euro könnten, so der Verdacht, von Bilanzmanipulationen betroffen sein. Nach Angaben des Fubus-Insolvenzverwalters Kübler hat die Staatsanwaltschaft sämtliche Vermögenswerte beschlagnahmt. Dadurch wurden letztendlich die Insolvenzanträge ausgelöst. (Markus Lembeck, Astrid Jatzkowski)

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