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06.02.2014

Nach Radikalumbau: Wulfken tritt als Mayer Brown-Chef ab, Zeppenfeld übernimmt

Der Arbeitsrechtler Dr. Guido Zeppenfeld (46) löst zum März den Bank- und Finanzrechtler Dr. Jörg Wulfken (53) als Managing-Partner von Mayer Brown in Deutschland ab. Wulfken behält auch nach dem Wechsel seinen Sitz im weltweiten Management Committee der Kanzlei. Dem sieben Köpfe zählenden Gremium gehört er seit 2011 als einziger Deutscher an. Ansonsten wird er sich aber wieder voll auf die Mandatsarbeit konzentrieren.

Zeppenfeld_Guido

Guido Zeppenfeld

Der neue Managing-Partner Zeppenfeld arbeitet seit 2000 für Mayer Brown. Er ist Co-Chef der weltweiten Arbeitsrechtspraxis der Kanzlei, in Deutschland leitet er sie alleine. Viel Beachtung fand unter anderem seine Arbeit für die Deutsche Bahn, deren Vorstand er 2009 bei der Aufklärung einer großen Datenschutz-Affäre beriet. Zeppenfeld wurde – wie in der Kanzlei üblich – nicht per Partnerabstimmung gewählt, sondern vom Management Committee ernannt. Eine konkret festgelegte Amtsdauer gibt es nicht. Mit Zeppenfeld habe er sich in den vergangenen Jahren bereits eng abgestimmt, so der scheidende Managing-Partner Wulfken.

Die gegenwärtige Situation und die kommenden Ziele umreißt sein Nachfolger sehr deutlich: „2013 war ein sehr starkes Jahr für die Gesamtkanzlei.“ Vom Management in Chicago gebe es ein klares Bekenntnis: „Wir wollen in den Ausbau unserer deutschen Transaktionspraxen, insbesondere der Corporate-Praxis, investieren“, so Zeppenfeld. Daneben soll auch die Prozessarbeit eine noch stärkere Rolle spielen. „Da ist noch Luft nach oben. Eine der Lehren aus der Finanzkrise ist, dass ein starkes Litigation-Bein hilft, Stürme zu überstehen.“

Jörg Wulfken

Damit will sich Zeppenfeld eng an dem Kurs orientieren, den die Kanzlei unter seinem Vorgänger eingeschlagen hat. Unter Wulfken hatte sich die Kanzlei in den vergangenen Jahren so grundlegend neu positioniert wie nur wenige Wettbewerber. Von einer breit aufgestellten Full-Service-Kanzlei wandelte sie sich zu einer auf wenige Praxen fokussierten Einheit. Sie erkämpfte sich vor allem bei Bank- und Finanzdienstleistern eine bessere Position und erhöhte ihre Profitabilität deutlich. Demgegenüber blieb etwa von der einst drittstärksten deutschen Praxis, dem IP-Team, nicht mehr viel übrig.

Die Kanzlei schloss zudem die Büros in Berlin und Köln und legte diese zu einem größeren Büro in Düsseldorf zusammen. In Frankfurt holte Mayer Brown 2011 ein angesehenes Kapitalmarktteam um Dr. Jochen Seitz dazu. Insgesamt schrumpfte die Kanzlei aber kontinuierlich und sehr deutlich, von mehr als 100 Berufsträgern vor fünf Jahren auf zuletzt gerade noch gut 70 Anwälte hierzulande. (Marc Chmielewski)

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