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20.02.2014

Quinn Emanuel: Sieben Millionen Euro Umsatz pro Partner und ein neues Büro in Brüssel

Erstmals ist das Geschäftsergebnis der deutschen Praxis von Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan bekannt geworden. Die US-Kanzlei hat 2013 hierzulande 21,01 Millionen Euro umgesetzt. Damit erwirtschafteten alle drei Equity-Partner rechnerisch jeweils rekordverdächtige sieben Millionen Euro, der Umsatz pro Berufsträger (UBT) lag bei 990.000 Euro. Zugleich gab Quinn Emanuel die Eröffnung eines Büros in Brüssel bekannt.

Marcus Grosch

JUVE ist keine deutsche Kanzlei mit einem ähnlichen Wert beim Umsatz pro Equity-Partner (UEP) bekannt. Im vergangenen Jahr rangierte die US-Transaktionskanzlei Weil Gotshal & Manges hier mit rund 4,8 Millionen Euro an der Spitze. Die US-Kanzlei mit starkem Transaktionsschwerpunkt arbeitete mit einer Leverage-Ratio von ungefähr 1 zu 4. Die Leverage der deutschen Büros von Quinn Emanuel beträgt dagegen circa 1 zu 6.

Mit dem UBT-Wert der 21 in Vollzeit tätigen Berufsträger blieb die Kanzlei leicht unter ihren eigenen Erwartungen. Mit dem Wert können nichtsdestotrotz nur wenige Kanzleien mithalten. Auch hier ist Weil Gotshal einer der wenigen Wettbewerber, der mit einem Vorjahres-UBT von 994.000 Euro noch knapp vor den aktuellen Zahlen von Quinn Emanuel lag. Allerdings hat die US-Konkurrentin für 2013 noch keine Geschäftszahlen vorgelegt.

Nadine Herrmann

Nadine Herrmann

Das Ergebnis von Quinn Emanuel ist beachtlich, denn das Team um Dr. Marcus Grosch arbeitet ausschließlich mit Schwerpunkt bei Prozessen. Es dürfte damit eines der umsatzstärksten Prozessteams in Deutschland sein. Derzeit dominieren vor allem große Patentprozesse, etwa für Google und Samsung.

Eine wichtige Rolle spielen daneben Geschmacksmusterklagen und Fragen an der Schnittstelle zwischen Gewerblichem Rechtsschutz und Kartellrecht. Mit der Vertretung von US-Hedgefonds in einer Milliardenklage gegen Porsche hatte die deutsche Praxis 2013 deutlich gemacht, dass sie wie in den USA die allgemeine Prozessarbeit vorantreibt. Mit diesem Ansatz rangiert Quinn Emanuel seit Jahren unter den Top-2 im Profitabilitätsranking von American Lawyer.

Quinn Emanuel ist erst 2010 in Deutschland gestartet und vor allem dank Quereinsteigern mittlerweile an drei Standorten vertreten. 2013 war das erste Jahr, das die Kanzlei durchgehend mit den aktuellen drei Vollpartnern bestritt. Nun steht die Büroeröffnung in Brüssel an. Dr. Nadine Hermann leitet das Büro und teilt ihre Arbeit zwischen Hamburg und Brüssel auf. Unterstützung erhält sie durch einen Associate und of Counsel Catherine Manley, die nun ständig in Brüssel arbeitet.

Gerade im vergangenen Jahr hatte die Kanzlei eine Reihe von Mandaten an der Schnittstelle Patent- und Kartellrecht betreut. Stammmandanten wie Samsung stehen aufgrund ihrer zahlreichen Patentprozesse um Mobilfunkstandards im Visier der EU-Kommission. Quinn Emanuel will dort gemeinsam mit den US-Kollegen mehr eigenständiges Geschäft im Kartellrecht generieren. (Mathieu Klos)   

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