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05.03.2014

Neue Compliancestruktur steht: ThyssenKrupp holt Kartellrechtlerin von Linklaters

ThyssenKrupp verstärkt sich zum März mit einer erfahrenen Kartellrechtlerin. Von Linklaters in Düsseldorf kommt Managing Associate Manon Brindöpke. Sie wird zukünftig die Business Area ‚Components Technology‘ verantworten. Damit schließt ThyssenKrupp die Neuaufstellung der Compliance-Organisation ab.

Manon Brindöpke

Manon Brindöpke

Brindöpke arbeitete ab 2001 bei Linklaters und wurde 2007 Managing Associate. Zu sehen war sie zum Beispiel aufseiten von McKesson beim Kauf von Celesio und von Triton beim Zukauf der Bosch-Sparte Rexroth Pneumatics.

ThyssenKrupp hatte 2012 begonnen, die Compliance-Organisation neu aufzustellen. Der Konzern, der von zahlreichen Kartellverfahren erschüttert wurde, hat damals die Bereiche Compliance und Recht getrennt. Leiter der Compliance-Abteilung wurde Dr. Christoph Klahold. Bis Mitte 2013 lief zudem im Rahmen der verstärkten Compliance-Aktivitäten ein Amnestieprogramm, das von Noerr organisiert wurde. Externer Ombudsmann ist Dr. Dietrich Max von Taylor Wessing.

Seit Februar dieses Jahres ist der Ex-Metro-Chefjurist Dr. Donatus Kaufmann zudem Vorstand Recht & Compliance. An ihn berichtet Klahold nun. Darunter ist eine Matrixstruktur aufgehängt, die sich in die Bereiche Corporate, sechs ‚Business Areas‘ sowie mehrere Regionen aufteilt.

Im Bereich Corporate steuern insgesamt vier Department Heads das Compliance-Programm und die Prüfungen. Dr. Sebastian Lochen ist Leiter des Departments ‚Awareness & Prevention‘, Stefan Julius verantwortet ‚Projects, Reporting, Processes‘. ‚Investigationen‘ werden von Dr. André Uhlmann verantwortet, Sandra Rauschenberger ist Head of Department ‚Regionen‘.

Die sechs sogenannten ‚Business Areas‘ verantworten neben Brindöpke (Components Technology) Dr. Lars Kogel (Elevator Technology), Maria Markus (Industrial Solutions), Dr. Robert Jürgens (Materials Services) sowie Dr. Christian Mayer (Steel Europe und Steel Americas). Rund 60 hauptamtliche Compliance Officer und 300 Compliance Manager kümmern sich zudem um die Einhaltung der Compliance-Regelungen in den einzelnen Geschäftsbereichen und Ländergesellschaften.

Das Thema Compliance lässt ThyssenKrupp dennoch nicht los. Erst kürzlich berichtete das ‚Handelsblatt‘ über angebliche Versäumnisse des damaligen Compliance-Chefs Thomas Kremer beim Schienenkartell. Kremer ist mittlerweile Compliance-Vorstand bei der Deutschen Telekom. Nach dem Bericht der Zeitung soll er von Absprachen gewusst, aber nicht unternommen haben.  (Catrin Behlau)

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