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14.03.2014

Schluss im Mai: King & Wood Mallesons SJ Berwin schließt Berliner Büro

Die chinesisch-australische Kanzlei King & Wood Mallesons SJ Berwin ist in Deutschland ab Mai nur noch in Frankfurt und München präsent. Nach gut 13 Jahren kommt damit das Aus für das Berliner Büro, das vor allem für seine Arbeit bei Venture-Capital- und Private-Equity-Deals bekannt ist.

Frank Vogel

Bundesweit großes Ansehen genießt insbesondere Dr. Frank Vogel (48), der 2000 zu den Gründungspartnern des Berliner Büros der Vorgängerkanzlei SJ Berwin gehörte und seinerzeit von Baker & McKenzie kam. Vogel wird mit Dr. Jan Heerma (46), dem zweiten auf Private Equity und Venture Capital spezialisierten Partner, eine eigene Kanzlei gründen. Heerma war 2001 bei SJ Berwin eingestiegen. Dass ihr Associate-Team sie beim Schritt in die Selbstständigkeit begleiten wird, gilt als sehr wahrscheinlich.

Till Fock

Till Fock

Der dritte langjährig Partner, Dr. Till Fock (46), wägt seine beruflichen Möglichkeiten dagegen noch ab. Der Steuer- und Aufsichtsrechtler gilt allerdings als stark verwurzelt in Berlin, so dass ein Verbleiben in der Sozietät unwahrscheinlich sein dürfte. Fock hatte in der Kanzlei wichtige Positionen inne, unter anderem war er Leiter des Teams für Financial Markets und Mitglied des bundesweiten Managements. Erst kürzlich war er nach drei Jahren aus dem Management ausgeschieden, die Sozietät hatte entschieden, ihr deutsches Führungsteam von vier auf zwei Partner zu verkleinern. Der auf Prozesse im Insolvenzumfeld spezialisierte Counsel Dr. Tillmann Vries schließlich, seit 2007 für die Kanzlei tätig, wird ins Frankfurter Büro der Kanzlei wechseln.

Die Entscheidung, in Berlin zu schließen, sei gemeinsam mit den bisher dort tätigen Partnern gefallen, teilte die Kanzlei in einer Pressemitteilung mit. Ihre Berliner Mandantenbasis will die Sozietät etwa in Venture-Capital-Themen im Rahmen ihrer Beratung bei Fondsstrukturierungen von Frankfurt und München weiterhin betreuen.

Über das Aus für das Berliner Büro wurde schon länger spekuliert, insbesondere in den vergangenen Monaten häuften sich Stimmen in diese Richtung. Das Berliner Team genießt zwar einiges Ansehen für seine Arbeit, allerdings unterscheidet sich die fachliche Ausrichtung des personell überschaubaren Teams deutlich vom wesentlich breiteren Zuschnitt der Praxen in Frankfurt und München. Fragen über die künftige strategische Ausrichtung in Deutschland gewannen insbesondere an Bedeutung, als Ende 2013 die Fusion von SJ Berwin mit der chinesisch-australischen Topkanzlei King & Wood Mallesons erfolgte.

Das neue deutsche Management aus der bekannten Münchner Fondsexpertin Sonya Pauls und dem anerkannten Frankfurter IT-Experten Dr. Stefan Krüger hatte unlängst bekräftigt, insbesondere das Wachstum in den vier Kernsegmenten Corporate, Fonds, Finance und Litigation vorantreiben zu wollen, entsprechend der globalen Kanzleistrategie. Dabei will die Sozietät hierzulande durch Partnerzugänge weiter wachsen. Erst vor wenigen Wochen hatte sie in München den Einstieg zweier Transaktionsexperten von Linklaters bekannt gegeben. Dr. Franz Schaefer (42) stieß zum Februar als Partner dazu, Dr. Martina Wind (34) als Counsel. Weitere Zugänge in München sowie in Frankfurt sollen in Kürze folgen.

Gleichwohl hatten zuletzt eine ganze Reihe Anwälte King & Wood verlassen, zumindest in Teilen als Folge der Entscheidung zur Fusion. Unter anderem packten der Immobilienexperte Thomas Kessler und weitere Anwälte seines Teams die Koffer. Kurz danach wurde zudem bekannt, dass der angesehene Steuerrechtler Prof. Dr. Andreas Söffing zu Flick Gocke Schaumburg wechselt. Zum Jahreswechsel schließlich wechselte dann der Finanzierungsspezialist Thomas Schrell zu Heuking Kühn Lüer Wojtek. Bundesweit arbeiten künftig noch gut 70 Berufsträger für King & Wood. (René Bender)

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