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30.05.2014

Ermittlungen wegen Panzerdeal: Krauss-Maffei setzt auf PwC und Leipold

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen den Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW). Es geht um Schmiergeldzahlungen in Zusammenhang mit einem Panzerexport nach Griechenland sowie um den Verdacht der Steuerhinterziehung. Es wird gegen den Konzernchef Frank Haun und weitere KMW-Manager ermittelt.

Nach einem Bericht der ‚Süddeutschen Zeitung‘ haben die Ermittler Anhaltspunkte dafür, dass KMW Schmiergelder in Millionenhöhe als Beraterhonorare deklariert und als Betriebsausgaben abgezogen hat. Die Gelder von KMW-Vermittlern sollen teilweise zur Bestechung griechischer Amtsträger gedient haben. Allerdings liegen die Vorfälle Jahre zurück und die Bestechung selbst wäre – anders als die Steuerhinterziehung – womöglich verjährt. Seit Mitte der 1990er-Jahre können Schmiergeldzahlungen nicht von der Steuer abgesetzt werden.

Zu den Beschuldigten zählen Medienberichten zufolge fünf ehemalige KMW-Manager, darunter auch ein Mitgesellschafter des Konzerns. Zudem soll der Vorstandschef Haun selbst ins Visier der Ermittler geraten sein. Fakt ist, dass der Konzern fünf Millionen Euro an die beiden ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Luuk und Heinz-Alfred Steiner gezahlt hat, auch gegen sie wird wegen des Verdachts auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung ermittelt.

Allerdings sind mögliche Gegenleistungen und die Verwendung der Gelder noch ungeklärt. Gesichert ist nach einer internen Aufklärung des Unternehmens, dass der Abzug als Betriebsausgaben zu Unrecht erfolgte. Auf eine Anfrage von JUVE reagierte KMW bis Redaktionsschluss nicht.

Vertreter KMW
Lohberger & Leipold (München): Dr. Klaus Leipold – aus dem Markt bekannt
PricewaterhouseCoopers (Internal Investigations) – aus dem Markt bekannt

Vertreter Haun und weitere KMW-Manager: nicht bekannt

Staatsanwaltschaft München: nicht bekannt

Hintergrund: Mit Leipold hat KMW einen der renommiertesten Strafverteidiger Münchens beauftragt, den Komplex strafrechtlich aufzuarbeiten. Zuletzt war Leipold in verschiedenen Großkomplexen präsent, etwa im LBBW-Strafprozess und in Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften bei der HypoVereinsbank. PwC hat einen guten Ruf bei der Aufarbeitung womöglich strafrechtlich relevanter Vorgänge in großen Unternehmen. (Volker Votsmeier)

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