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15.05.2014

Neue Führungsspitze bei Hogan Lovells: Goebel beerbt Küppers als Managing-Partner

Hogan Lovells reorganisiert ihre Managementspitze: Vier Jahre nach der Fusion von Hogan & Hartson und Lovells wird der IP-Experte Burkhart Goebel (48) Managing-Partner für Kontinentaleuropa. Er folgt zum Juli auf den Düsseldorfer Steuer- und Versicherungsexperten Dr. Christoph Küppers (53), der erst 2013 in seinem Amt bestätigt wurde.

Burkhart Goebel

Burkhart Goebel

Goebel ist einer der führenden Köpfe der starken IP-Praxis. Er leitete bisher die internationale Gruppe IP, Media und Technologie. Goebel gilt zudem als der Leadpartner für die Deutsche Telekom, einem der inzwischen wichtigsten Mandanten der Sozietät weltweit. Seit 2004 teilt er seine Arbeit zwischen Hamburg und Madrid auf. Aufgrund dieser Erfahrungen galt er in der Sozietät schon im Vorhinein als möglicher Nachfolger von Küppers.

Küppers bekleidete die Position des Managing-Partners Kontinentaleuropa seit 2009 und leitet in Personalunion auch die deutschen Standorte. Er führte 2010 die deutsche Lovells-Partnerschaft in die Fusion mit Hogan & Hartson. Erst im vergangenen Jahr wurde Küppers in seinem Amt bestätigt. Zuletzt hatten sich die Anzeichen aus der Kanzlei jedoch verdichtet, dass er die Leitung der kontinentaleuropäischen Büros abgeben würde.

In Küppers Amtszeit fiel eine überwiegend positive Umsatzentwicklung. Seit der Fusion mussten die deutschen Büros aber auch zahlreiche Abgänge wichtiger Partner hinnehmen. Im vergangenen Herbst folgte die überraschende Schließung des Berliner Büros. Vorausgegangen waren erhebliche interne Querelen mit dem stärksten Berliner Partner, Dr. Christoph Wagner, der daraufhin für Morrison & Foerster in Berlin eröffnete. Das harte Durchgreifen gegen Wagner erregte interne Kritik gegen das Management, für die Übergabe des Berliner Büros auf Morrison & Foerster erhielt Küppers jedoch Lob aus der deutschen Partnerschaft.

Küppers wendet sich nun wieder komplett der Mandatsarbeit zu. Zu seinen laufenden Mandaten gehören bereits GenRe, Scor und die Rheinische Provinzial. Zudem leitet er künftig die globale Versicherungspraxis.

Christoph Küppers

Christoph Küppers

Führungsebene kleiner und weiblicher

Die regionalen Managing-Partner werden bei Hogan Lovells nicht gewählt. Traditionell stellt der jeweilige CEO der Kanzlei seine Führungsriege zusammen. Ende 2013 hat die weltweite Partnerschaft den US-amerikanischen Litigation-Partner Steve Immelt zum neuen CEO bestimmt. Er tritt sein Amt ebenfalls zum Juli an. Erstmals leitet damit nur ein CEO die Kanzlei. Seit der Fusion standen der US-Amerikaner Warren Gorrell und der Brite David Harris an der Spitze.

Die Verschlankung an der Spitze der Kanzlei setzt sich auch in den übrigen Führungsgremien fort. So wird das International Management Committee von 17 auf 12 Personen verkleinert, 7 Mitglieder wurden zuletzt neu ernannt. In dem Committee sitzen auch die Leiter der fünf Regional- und fünf Praxisgruppen. Vier Mitglieder sind Frauen, was 30 Prozent der globalen Führungsebene ausmacht. Hogan Lovells hatte sich 2012 als eine der ersten Kanzleien überhaupt eine weltweite Quote verordnet – mit dem Ziel, bis 2022 in allen Büros 30 Prozent der Führungsposition in die Hände von Frauen zu geben.

Laut Küppers gab es darüber hinaus weitere Faktoren für die erheblichen Veränderungen in der Führungsebene, darunter der spürbare Wunsch aus der Partnerschaft nach frischem Wind sowie die grundsätzliche Politik der Kanzlei, dass ihre Manager sich nach einer gewissen Zeit wieder in Vollzeit der Mandatsarbeit zuwenden.

Sein Nachfolger Goebel leitet künftig 14 kontinentaleuropäische  Büros. Den Standort in Prag schließt die Kanzlei noch in diesem Sommer aufgrund des ungünstigen Marktumfelds in Tschechien. Kontinentaleuropa und London stellen mit zuletzt 47 Prozent am Gesamtumsatz knapp vor den USA (46 Prozent) die stärkste Fraktion in der Kanzlei.

Mit Goebel rückt nun ein weiterer deutscher IP-Partner in eine wichtige Führungsposition der Kanzlei. Der Düsseldorfer Patentspezialist Dr. Andreas von Falck steht seit der Fusion an der Spitze der weltweiten Praxisgruppe IPMT. Seit Mai ist der Hamburger IP-Partner Leopold von Gerlach zudem der Vertreter für Kontinentaleuropa im Board, dem Aufsichtsrat der Kanzlei. (Mathieu Klos)

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