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02.05.2014

Schutzschirm: De Mäkelbörger versucht Neustart mit hww und White & Case

Die Backwarengruppe De Mäkelbörger hat ein Insolvenzverfahren unter dem sogenannten Schutzschirm des Insolvenzrechts begonnen. Als restrukturierungserfahrener Berater verstärkt Burkhard Jung von hww Wienberg Wilhelm die Geschäftsführung. Zum Sachwalter bestellte das Amtsgericht Neubrandenburg den White & Case-Partner Dr. Christoph Schulte-Kaubrügger.

Burkhard Jung

Burkhard Jung

Seit dem vergangenen Sommer berät Johannes Landry von Arqis das Unternehmen. Ursprünglich ging es bei dem Mandat um den Versuch, die konzerninterne Finanzierung neu zu organisieren. Schließlich beriet Arqis im Vorfeld der Insolvenz-Anmeldung.

Sowohl hww als auch White & Case sind umfassend im Insolvenz- und Sanierungssektor tätig: als Insolvenzverwalter, Sachwalter und juristische Berater. hww war Anfang 2011 noch einen Schritt weiter gegangen und hatte sich mit der Unternehmensberatung CMS AG zusammengeschlossen, der unter anderem Burkhard Jung angehörte. Schulte-Kaubrügger von White & Case ist hingegen vorwiegend als Insolvenzverwalter bekannt. Er gehört zu den meistbestellten Verwaltern Deutschlands und hat unter anderem bei dem zusammengebrochenen Energieversorger Flexstrom das Sagen.

Christoph Schulte-Kaubrügger

Christoph Schulte-Kaubrügger

Die Mäkelbörger-Gruppe gehört mit den Marken ‚Stadtbäckerei De Mäkelbörger‘ in Mecklenburg-Vorpommern sowie ‚Der Havelbäcker‘ in Brandenburg und Berlin zu den größten Backwarenherstellern und -verkäufern im Nordosten Deutschlands. Für die wirtschaftlichen Probleme macht sie vor allem den Preisdruck durch Aufbackstationen in Supermärkten verantwortlich. 2012 lag der Konzernumsatz bei knapp 63 Millionen Euro. Betroffen sind deutlich über 1.000 Arbeitsplätze in Produktion und Verkauf.

In der Sanierung kann sich die Mäkelbörger-Gruppe an dem Vorbild der Großbäckerei Middelberg orientieren. Deren Gläubiger hatten im Januar 2014 den von Hermann RWS/Hermann Jobe & Partner ausgearbeiteten Insolvenzplan angenommen. Das im Herbst 2013 begonnene Schutzschirm-Verfahren hatte ebenfalls hww begleitet, allerdings in der umgekehrten Rolle. Das Amtsgericht Osnabrück hatte hww-Partner Rüdiger Wienberg zum Sachwalter ernannt.

Das Schutzschirmverfahren ermöglicht finanziell angeschlagenen Unternehmen einen Sanierungsversuch in Eigenregie. Dabei bleibt die Geschäftsführung im Amt, häufig verstärkt mit einem Sanierungsberater, und wird von einem Sachwalter kontrolliert. Die Insolvenzordnung schreibt vor, dass das Unternehmen mit seinen Geldgebern einen Insolvenzplan aushandelt. De Mäkelbörger will das Schutzschirmverfahren im Herbst 2014 abschließen. (Markus Lembeck)

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