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31.10.2014

Aus der Traum: Reimer-Partner verwaltet die insolvente MS Deutschland

Die als ‚Traumschiff‘ aus dem ZDF bekannte MS Deutschland hat einen Insolvenzverwalter. Das Amtsgericht Eutin bestellte gestern Reinhold Schmid-Sperber aus der Kanzlei Reimer.

Reinhold Schmid-Sperber

Reinhold Schmid-Sperber

Schmid-Sperber zählt in Eutin wie auch an anderen schleswig-holsteinischen Insolvenzgerichten zu den meistbestellten Verwaltern. Er war erst Anfang des Jahres von Take Maracke & Partner zu Reimer gewechselt. Seine neue Kanzlei, die 2012 aus einer Dreierfusion hervorgegangen war, entfaltet an norddeutschen Gerichten eine große Präsenz. Dies betrifft auch sehr namhafte Verfahren: In Hamburg kümmert sie sich unter anderem um die Wölbern-Insolvenz.

Schmid-Sperbers Einsatz kam überraschend, nachdem es einige Tage zuvor so ausgesehen hatte, als könnten die betroffenen Gesellschaften – die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft sowie die Reederei Peter Deilmann – eine Insolvenz in Eigenverwaltung durchsetzen. Frank Günther von One Square Advisors sollte dazu eine Managementrolle übernehmen. Günther ist in vielen Unternehmenskrisen der vergangenen Jahre als Interessenvertreter von Anleihegläubigern unterwegs.

Auch beim ‚Traumschiff‘ ist das Schicksal der Unternehmensanleihe ein zentrales Problem. Anfang Oktober hatte es eine erste Versammlung der Anleihegläubiger gegeben, die allerdings nicht beschlussfähig war. Ziel war die Wahl eines gemeinsamen Vertreters für die Anleihegläubiger. Das Unternehmen hatte für diese Rolle den ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Dr. Günter Beckstein vorgeschlagen, der als Anwalt in Nürnberg tätig ist.

Der Folgetermin für die Versammlung ist für den 12. November geplant. Ob der Beginn des vorläufigen Insolvenzverfahrens an diesem Zeitplan etwas ändert, ist nicht bekannt. Die 2012 begebene Inhaberteilschuldverschreibung ist 50 Millionen Euro schwer und Ende 2017 fällig. 2013 fuhr die MS Deutschland 46 Millionen Euro Umsatz ein. Sie gehörte früher mehrheitlich der Aurelius-Holding, mittlerweile ist Callista Private Equity der größte Eigner. (Markus Lembeck)

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