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18.12.2014

Insolvenz: Marienhospital Münsterland geht mit Kebekus und Görg in Sanierungsprozess

Mit Dr. Jörg Bornheimer von Görg als Generalbevollmächtigten hat die Krankenhausgesellschaft Marienhospital Münsterland ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung begonnen. Als Sachwalter im Auftrag des Amtsgerichts Münster fungiert Frank Kebekus von Kebekus & Zimmermann.

Jörg Bornheimer

Damit scheint die Görg-Insolvenzmannschaft auch im nördlichen Nordrhein-Westfalen immer besser Fuß zu fassen. Erst im Herbst hatte Bornheimers Partner Dr. Gerrit Hölzle das umstrittene Verfahren der AC Biogas ebenfalls als Eigenverwalter übernommen. Kebekus hingegen scheint in letzter Zeit auf Sachwalter-Ämter in großen Insolvenzen abonniert zu sein: Zu seinen Verfahren der vergangenen Monate zählen der Textilhändler Topaz sowie Schmolz + Bickenbach Guss.

Die Krankenhausgruppe beschäftigt in der Region rund 1.200 Mitarbeiter. Sie gehört zur Christliche Krankenhaus-Trägergesellschaft CKT im Bistum Münster, die 2012 noch über 100 Millionen Euro umsetzte. CKT hatte erst vor wenigen Wochen einen erfahrenen Branchenberater verpflichtet, um Sanierungsmaßnahmen zu begleiten.

Wie schon im Fall des Klinikums Osnabrücker Land (KOL) gehen die finanziellen Probleme auf die Planungen der jeweiligen Landesregierungen zur Krankenhausfinanzierung zurück. 2014 wurde das niedersächsische KOL im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens in Teilen abgewickelt. Hier waren als Eigenverwalter Pluta-Partner Torsten Gutmann sowie als Sachwalter Dr. Thorsten Fuest von Brinkmann & Partner und Stefan Meyer aus der gleichnamigen Kanzlei aktiv.

Die CKT-Hospitäler im Münsterland sind nicht die ersten NRW-Krankenhäuser, die im Rahmen einer Insolvenz saniert werden sollen. Ebenfalls in Eigenverwaltung läuft die Insolvenz des St. Franziskus-Krankenhauses in Eitorf ab, zuständig ist hier das Amtsgericht Bonn. Als Sachwalterin wurde Dr. Ruth Rigol von Dr. Ringstmeier & Kollegen bestellt. (Markus Lembeck)

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