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15.12.2014

Umbruch bei Wellensiek: Oberle wechselt zu SZA, Düsseldorfer Büro zu BBL

Zum Jahreswechsel gerät die Szene der Insolvenzkanzleien in Bewegung: Thomas Oberle (58) und Marc-Philippe Hornung (38) wechseln von Wellensiek zu SZA Schilling Zutt & Anschütz in Mannheim, um dort eine Insolvenzpraxis aufzubauen. Das Düsseldorfer Wellensiek-Büro, allen voran Insolvenzverwalter Andreas Pantlen, schließt sich BBL Bernsau Brockdorff & Partner an.

Thomas Oberle

Wellensiek, eine der renommiertesten Insolvenzkanzleien des Landes, hat zeitgleich weitere Änderungen verkündet. So gibt es ein neues Managementgremium mit drei Personen. Als Co-Managing-Partner fungieren gemeinsam Alfred Hagebusch, der den Beratungszweig repräsentiert, und der bekannteste Verwalter Christopher Seagon. Der letztjährige Neuzugang von der Commerzbank, Dr. Rüdiger Theiselmann, besetzt in dem Gremium die Rolle eines Executive Partners.

Abschied der alten Generation
Den neuen Standort in Hannover anstelle von Hildesheim leitet Dr. Sebastian Rudow, der von Anchor zurückkehrt. Die bisherigen ostdeutschen Standorte Dresden, Erfurt und Leipzig werden nicht weitergeführt. In Heidelberg scheidet Dr. Dr. Werner Schreiber (74) aus der Partnerschaft aus, Jobst Wellensiek (83) bleibt ihr als Seniorpartner ohne aktive Rolle erhalten.

Oberle verlässt Wellensieks Heidelberger Stammbüro nach 32 Jahren. Er war jahrzehntelang als Partner die rechte Hand von Kanzlei-Namensgeber Jobst Wellensiek in vielen großen Insolvenzverfahren wie Bremer Vulkan und Maxhütte, später auch als bestellter Verwalter in Gruppeninsolvenzen wie Emtec oder BBS tätig.

Zukünftig auch Insolvenzverwaltung bei SZA
Nach der einschneidenden Reform des Insolvenzrechts durch das ESUG Anfang 2012 übernahm Oberle auch operative Rollen in Verfahren mit Eigenverwaltung, zum Beispiel bei SIAG Nordseewerke, Flabeg und RENA. Sein Mitstreiter Hornung war vielfach an M&A-Transaktionen von Verwaltern der Kanzlei Wellensiek beteiligt. Mit den Neuzugängen wird SZA künftig auch Insolvenzverwaltung beziehungsweise Sachwaltung, insolvenzrechtliche Beratung und Managementrollen in Krisenfirmen übernehmen.

SZA-Partner Georg Jaeger erklärte, dass die Erweiterung gut zum Wachstumskurs der letzten Jahre passe: „Gerade an der Schnittstelle zum M&A-Transaktionsbereich sowie zu anderen Rechtsgebieten unserer Sozietät wie dem Gesellschaftsrecht und dem Arbeitsrecht sehen wir mit dem Zugang von Thomas Oberle ein erhebliches Potenzial für eine Abrundung unseres Angebots und weiteres Wachstum.“

BBL mit neuer Schlagkraft in NRW
Außerdem schließt sich das Düsseldorfer Wellensiek-Büro mit vier Rechtsanwälten und einem 20-köpfigen Insolvenzteam BBL Bernsau Brockdorff & Partner an. „Für BBL ist dies ein wichtiger strategischer Schritt. Wir haben damit in Nordrhein-Westfalen eine exzellente Basis und stärken mit renommierten und erfahrenen Kollegen unsere bundesweite Präsenz“, sagte BBL-Namenspartner Dr. Georg Bernsau.

Zwar war die Insolvenz-Großkanzlei auch in den vergangenen Jahren bereits in NRW präsent. Doch mit den Neuzugängen kann BBL nunmehr auch jenseits ihrer Stammregionen Rhein-Main und Ostdeutschland Schlagkraft vorweisen. Die Kanzlei, die jetzt rund 50 Berufsträger zählt, will in Düsseldorf neben der Insolvenzverwaltung auch die insolvenznahe wirtschaftsrechtliche Beratung und das Arbeitsrecht ausbauen.

Pantlen und seine Kollegen, die bei Wellensiek nicht Partner waren, werden an über der Hälfte der NRW-Insolvenzgerichte bestellt. Das größte Verfahren unter Pantlens Leitung war 2011 das der Großbäckerei Sondermann. Mit ihm gehen die Anwälte Lars Hinkel, Sinja Schlotter und Michael Merten zu BBL. (Markus Lembeck)

 

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