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30.01.2015

Insolvenz: Schraubenhersteller Whitesell hofft auf White & Case

Zum dritten Mal innerhalb von fünf Jahren hat das einstige Traditionsunternehmen Bauer & Schaurte, das zuletzt unter Whitesell Germany firmierte, Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Düsseldorf bestellte Dr. Biner Bähr von White & Case zum Insolvenzverwalter.

Biner Bähr

Biner Bähr

Betroffen sind rund 1.300 Arbeitsplätze des Automobilzulieferers an den Standorten Neuss, Neuwied, Beckingen und Schrozberg. Bähr, der sich zunächst um das Insolvenzgeld für die Mitarbeiter kümmern wird, ist einer der bekanntesten deutschen Insolvenzverwalter. Viel Aufmerksamkeit bescherten ihm unter anderem die Hertie-Insolvenz 2007 und die Teldafax-Pleite 2011, die mittlerweile Gegenstand verschiedener Prozesse ist. Zum Team von Bähr bei der Whitesell-Insolvenz gehören Dr. Jan-Philipp Hoos, Dr. Bero-Alexander Lau und Associate Dr. Daniel Schwartz.

Bereits 2010 und 2012 hatten Insolvenzverwalter bei dem Unternehmen das Sagen. Unter dem Namen ‚Acument Global Technologies Europe‘ hatte das Unternehmen im August 2010 Insolvenz angemeldet, Verwalter war Dr. Wolf-Rüdiger von der Fecht aus der Kanzlei Metzeler von der Fecht. Nach dem Einstieg des indischen Investors Ruia 2011 dauerte es nicht lange, bis der nächste Insolvenzantrag auf dem Tisch lag. Im März 2012 bestellte das Insolvenzgericht Düsseldorf Dr. Frank Kebekus von Kebekus & Zimmermann zum Verwalter der umbenannten ‚Ruia Global Fasteners‘ .

Im Rahmen der letzten Übernahme waren die Beziehungen zwischen der Belegschaft und dem US-amerikanischen Käufer äußerst angespannt gewesen. Ein Team um Dr. Volker Teigelkötter von McDermott Will & Emery berät das Unternehmen seit Jahren arbeitsrechtlich, sowohl bei den Kaufverhandlungen als auch bei der Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen. Aus dem Markt bekannt ist, dass Armin Franzmann aus der Frankfurter Kanzlei Franzmann Geilen Brückmann zuletzt den Gesamtbetriebsrat begleitet hat.

Unter anderem hatten Mitarbeiter gegen die Firmenleitung demonstriert. Die IG Metall sah Mitbestimmungsrechte verletzt, laut Presseberichten sprangen bekannte Autohersteller als Kunden ab. Anfang Juli 2014 hatte Whitesell die Schließung des Standorts Neuss und eine Halbierung der Arbeitsplätze angekündigt. (Markus Lembeck)

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