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26.02.2015

Frankfurt: Milbank gewinnt Ex-Corporate-Chef von Clifford

Der Corporate-Experte und langjährige Clifford Chance-Partner Dr. Arndt Stengel (52) schließt sich zum März dem Frankfurter Büro von Milbank Tweed Hadley & McCloy an. Dort steigt er ebenfalls als Partner ein. Stengel war fast 25 Jahre für Clifford tätig, davon 20 als Partner. Von 2010 bis Anfang 2014 leitete er die deutsche Corporate-Praxis der Kanzlei.

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Arndt Stengel

Mit dieser Erfahrung soll er Milbanks Frankfurter Corporate-Praxis einen weiteren Schub geben. Diese hatte sich jüngst zunehmend profiliert, vor allem durch Transaktionsarbeit an der Seite von Investoren wie Apax und Lafayette. Dadurch trat das kleine Team etwas aus dem Schatten der sehr dominanten Münchner Corporate-Praxis heraus. Inklusive Stengel zählt das Frankfurter Corporate-Team von Milbank künftig sechs Anwälte, neben ihm ist Dr. Peter Memminger als Partner und die frühere Shearman-Anwältin Dr. Andrea Eggenstein als Special Counsel tätig. In München zählt das Corporate-Team rund 20 Anwälte.

Neupartner Stengel soll sich auf die Beratung bei öffentlichen Übernahmen konzentrieren. Dort entfaltete Milbank in Frankfurt bisher keine nennenswerten Aktivitäten. Daneben zählen auch klassische M&A-Deals, Joint Ventures sowie Unternehmensfinanzierung und -strukturierungen zu seinen Schwerpunkten. Mit seinem Einstieg bei Milbank kehrt Stengel nach gut einem Jahr wieder nach Frankfurt zurück. Zum Jahresbeginn 2014 war er in das Münchener Clifford-Büro gewechselt, dessen strategischen Ausbau die Kanzlei in den vergangenen Jahren immer wieder durch interne Wechsel aus dem Frankfurter Standort vorangetrieben hatte.

Strategischer Umbau
Die bundesweite Clifford-Praxis durchläuft derweil einen aus London vorgegebenen Verschlankungskurs. Gleich neun Partner müssen die Kanzlei bis Mitte dieses Jahres verlassen. Damit reagierte das internationale Management darauf, dass die deutsche Praxis in einigen Segmenten hinter den Erwartungen zurückblieb und beispielsweise im Geschäftsjahr 2013/14 lediglich einen moderaten Umsatzzuwachs verbuchte. In der Kritik stand schon länger die Corporate-Praxis, die seit einigen Jahren den Anschluss an direkte Wettbewerber wie Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller und Linklaters verloren hat.

Abseits der von der Kanzlei vorangetriebenen Trennungen von Partnern musste Clifford kürzlich die überraschenden Weggänge zweier Partner verkraften: Anfang des Monats kündigten die beiden Private-Equity-Spezialisten Burc Hesse aus München und der Frankfurter Oliver Felsenstein ihren Wechsel zu Latham & Watkins an. Vor allem Felsensteins Wechsel trifft Clifford hart. Er hatte erst vor wenigen Monaten die Verantwortung für die deutsche Corporate-Praxis übernommen und war sogar Co-Leiter der weltweiten Private-Equity-Praxis. (René Bender)

 

 

 

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