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13.03.2015

Frankfurt: Clifford-Partner Wolfgang Richter wechselt zu CMS

Der erfahrene Aktienrechtler und Notar Dr. Wolfgang Richter wechselt von Clifford Chance zu CMS Hasche Sigle. Dort steigt der 57-Jährige zum Mai als Equity-Partner im Frankfurter Büro ein. 

Wolfgang Richter

Wolfgang Richter

Richter zählt zur Riege von Corporate-Partnern, die schon zu Pünder-Zeiten das Gesicht der Praxis mitgeprägt haben. Er schloss sich der Clifford-Vorgängereinheit Pünder Volhard Weber Axster 1989 an und war dort seit 1993 Partner. Richter berät vor allem börsennotierte Unternehmen im Aktien- und Kapitalmarktrecht sowie in Fragen der Corporate Governance und begleitet auch M&A-Transaktionen.

Zu seinen langjährigen Mandanten gehören Volkswagen, Heidelberger Druck und der Chemiekonzern Altana. Insbesondere zu Europas größtem Automobilbauer pflegten Richter und seine früheren Clifford-Partnerkollegen Johannes Perlitt und Peter Scherer – beide haben die britische Kanzlei bereits in Richtung Jones Day und GSK Stockmann + Kollegen verlassen – intensive Beziehungen. So betreute Richter in den vergangenen Jahren vor allem bei diversen milliardenschweren Kapitalmaßnahmen und der Emission einer Pflichtwandelanleihe, vor allem half er der Inhouse-Abteilung aber bei der Integration von Porsche und beim Erwerb des Vertriebsgeschäft der in Salzburg ansässigen Porsche Holding.

Aus seiner Tätigkeit für VW kennen sich Richter und seine neuen CMS-Kollegen bereits. Der Hamburger Partner Dr. Christian von Lenthe ist langjähriger Berater des Landes Niedersachsen.

Quereinsteiger bei CMS eine Ausnahme

Bei CMS ist Richter einer der seltenen Quereinsteiger auf Equity-Partnerebene. Die Kanzlei setzt schwerpunktmäßig auf Wachstum durch interne Partnerernennungen. Jedoch hatte CMS vor rund zwei Jahren begonnen, einige strategische Lücken mit externen Zugängen zu schließen und etwa für den Aufbau einer Fremdkapitalpraxis einen Linklaters-Partner als Equity-Partner geholt.

Auch das Aktien- und Konzernrecht zählt zu den Bereichen, die strategisch ausgebaut werden sollten. Insbesondere erhofft sich CMS durch den Zugang Richters neben einer stärkere Wahrnehmung der Kanzlei im Aktienrecht und für Kapitalerhöhungen einen Schub bei öffentlichen Übernahmen. Im Vergleich mit den Top-Corporate-Kanzleien ist CMS nach wie vor vergleichsweise selten in übernahmerechtliche Mandate eingebunden. „Wir sind überzeugt, dass Wolfgang Richter unser Team in diesem Bereich hervorragend ergänzt, neue Impulse einbringt und wir gemeinsam neue Geschäftsopportunitäten entwickelt werden“, sagte CMS-Managing-Partner Dr. Hubertus Kolster.

CMS hat über die Jahre ihre Corporate-Praxis immer stärker strukturiert, inzwischen ist jeder Partner einem fachlichen oder Branchenschwerpunkt zugeordnet. Zudem hatten mit Dr. Maximilian Grub, Dr. Hilke Herchen und Ernst-Markus Schuberth im Vorjahr drei jüngere Partner die Leitung des Geschäftsbereichs Gesellschaftsrecht übernommen. Er ist mit über 100 Partnern der größte der Kanzlei. Mit einem aktien- und konzernrechtlichen Fokus arbeiten neun Partner und elf Associates.

Clifford Chance im Umbruch

Clifford Chance durchläuft derzeit eine von London angeordnete Restrukturierung, wie seit Dezember 2014 bekannt ist. Bis zum Sommer sollen neun Partner, darunter mehrere Corporate- und M&A-Anwälte die Kanzlei verlassen. Seit Bekanntwerden dieses Kurses haben etliche Partner die Kanzlei verlassen, davon aber auch einige für die Kanzlei unerwartet.

Die großen Profiteure dieser Fliehkräfte bei Clifford waren bislang vor allem US-Kanzleien: So kündigte in Frankfurt der frühere Leiter der Corporate-Praxis, Arndt Stengel, seinen Wechsel zu Milbank Tweed Hadley & McCloy an. Auch Stengels Nachfolger als Corporate-Leiter, der bekannte Private-Equity-Anwalt Dr. Oliver Felsenstein entschied sich gemeinsam mit dem aufstrebenden Partner Burc Hesse mit Latham & Watkins für eine US-Kanzlei. 

Zuletzt wurde in der vergangenen Woche der Wechsel der anerkannten Energieexperten Dr. Peter Rosin und Thomas Burrichter zu White & Case bekannt – ein fachlich herber Verlust für eine der marktführenden Praxen. Insgesamt dürfte Clifford seit Herbst 2014 an ihren drei deutschen Standorten knapp zehn Prozent der damals rund 350 Anwälte verloren haben. (Marcus Jung, Geertje de Sousa, Eva Flick)

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